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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Japanische Wollmispel, roh (Mispel, Loquat, Nispero)

Die Japanische Wollmispel (Mispel, Loquat, Nispero) nennt sich auch Mispero bzw. Nespolo. Man kann die Frucht roh vom Baum geniessen.
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Die Japanische Mispel ist auch unter dem Namen Wollmispel, Loquat, Nispero oder Nespolo bekannt. In Mexiko heisst sie Mispero.

Verwendung in der Küche:

Der Geschmack der ovalen Japanischen Wollmispel (Eriobotrya japonica) ist süsssauer und saftig und erinnert an Äpfel und Aprikosen. In der Mitte des orangefarbenen, kompakten Fruchtfleischs sitzen meist 2–4 oder mehr harte, glänzend braune Kerne, die sich leicht lösen lassen. Sie sehen optisch Mandeln ähnlich, sind zum Verzehr aber eher nicht empfehlenswert. Siehe unten bei Gefahren / Unverträglichkeiten. Zeigen sich auf der gelben Schale einige braune Punkte, ist die Frucht ganz reif. Die Punkte sind also kein Zeichen von Verderb.1

Am besten schmeckt die Japanische Mispel direkt vom Baum und roh zum Nachtisch. Im Fruchtsalat passt sie zu Orangen und Kokosraspeln. Die Haut kann man mitessen oder abziehen, das Bundeszentrum für Ernährung in Bonn empfiehlt zweiteres.15

Kocht man den Nispero, verliert die Frucht einen Grossteil ihrer heilkräftigen Eigenschaften. Dennoch kocht man in Brasilien nach dem Entfernen der Kerne die Loquat mit Wasser, Zucker, Zimt, Nelken und Weinbrand ein und geniesst anschliessend das Kompott. Für Gelee verwendet man in Europa unreife, noch saure Nespole. Diese kommen meistens aus Italien, sind klein und orangefarben. Edlere Sorten sind für Konfitüren zu teuer.2

Einkauf:

Die Loquat-Frucht ist pflaumengross, je nach Sorte blassgelb bis tieforange. Das exotische Kernobst hat eine leicht behaarte, glatte Schale, die etwas zäher ist als eine Apfelschale.1

Die Loquats sind selten beim Grossverteiler zu finden. Die Früchte sind nicht klimakterisch15,16, verderben sehr leicht und eignen sich daher nicht für lange Transporte. Versuchen Sie, die Früchte bei einem spezialisierten Obsthändler, in einem Delikatessenladen, einem Asiashop oder in einem Onlineshop zu erwerben.

Allein in Japan soll es 46 Loquat-Sorten geben. Angeblich soll die veredelte Tanaka die beste japanische Sorte sein. Im Gegensatz zu anderen Loquats reift diese erst spät. Die Advance ist eine strahlend gelbe Loquat, die im März in grossen, dichten Trauben reift. Das beste Aroma von allen hat, wie man sagt, die oval-birnenförmige Champagne. Etwas kleiner ist die ovale Premier. Die Early Red ist schon im Januar erntereif.

Es gibt die Früchte auch konserviert in Dosen. Das dafür verwendete Obst kommt oft aus China. Die Früchte darin sind zwar gross, geschält und entkernt, schmecken aber nicht sehr herzhaft.2 Besser schmeckt der Obstsaft der Japanischen Mispel. In Frankfurt am Main gibt es ein verbreitetes Getränk: ´Das Mispelchen‘. Dies ist eine in Calvados eingelegte japanische Wollmispelfrucht, manchmal gemischt mit Mispelsaft.3

Namensbezeichnungen

Japanische Wollmispel

Englisch

Spanisch

Italienisch

Französisch

Eriobotrya japonica

Loquat, Japanese medlar

Níspero del Japón
Mispero

Nespola/Nespolo del Giappone

Nèfle du Japon, Bibace, Bibasse

Vorsicht bei der Nennung 'Nespolo': Nespolo commune Mespilus germanica gehört zur Gattung der Mispeln.

Die Japanische Wollmispel gehört nicht zur Gattung der Mispeln Mespilus, sondern zur Gattung Eriobotrya.

Wild zu finden:

Die Japanische Wollmispel kommt auch in Mitteleuropa wild bzw. ausgewildert vor. So auch in Südeuropa und vor allem auf den Kanarischen Inseln im Frühling.

Lagerung:

Loquats sind nicht klimakterisch, reifen also nicht nach. Die Lagerung im Kühlschrank ist für einige Tage möglich.

Inhaltsstoffe:

Die Frucht der Japanischen Wollmispel enthält Ballaststoffe, Kalium und Vitamin A.4 In der Loquat befinden sich auch sekundäre Pflanzenstoffe, Tannine und zahlreiche Triterpene.7 Genaue Informationen finden Sie in den Inhaltsstofftabellen nach dem Text.

Gesundheitliche Aspekte:

Die Loquat ist frisch am wirkstoffreichsten. Sie hat unter anderem eine durchspülende Wirkung auf die Harnorgane. Die aromatischen Triterpene in der Loquat bewirken ihre antidiabetischen Eigenschaften.

An der Universität von Neapel haben Untersuchungen ergeben, dass Loquatextrakte bei diabetischen Mäusen den Zuckergehalt im Urin verringern.5 Eine Studie an der Autonomen Universität von Mexiko zeigt, dass die antidiabetische Wirkung der Loquat auch bei Menschen funktioniert.6

Durch die hartreibende Wirkung findet eine Ausscheidung von Ablagerungen in den Harnwegen statt. Loquat ist deshalb empfehlenswert bei Gicht, Nierensteinen und Nierenversagen, weil ihr geringer Eiweissgehalt und der hohe Gehalt an Mineralstoffen eine Heilwirkung positiv unterstützen.7 Auch bei verschiedenen chronischen Leberleiden kann sich eine Loquatkur lohnen. Sie entlastet die Leber.

Da die Loquat mild adstringierend wirkt, normalisiert sie die Darmpassage. Sie ist also ein ideales, natürliches Nahrungsmittel nach einer infektiösen Durchfallerkrankung, weil sie Wasser liefert und die Mineralstoffe ersetzt.

Die Triterpenester wirken besonders gegen Schnupfen und Erkältungsviren.8

Volksmedizin:

Im asiatischen Raum ist Tee aus den flauschigen Blättern der Japanischen Wollmispel ein wichtiges Heilmittel gegen Husten und Bronchitis. Die Loquat-Blätter sind ebenfalls ein wertvoller Bestandteil des in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verwendeten Hustensirups 'Pei Pa Koa'. Der Kräuterarznei sind noch Zwiebeln der Schachbrettblume, Huflattich, Minze, Ballonblume und, für ein besseres Aroma, Honig beigemischt.9

Laut einer Studie der China Academy of Traditional Chinese Medicine heisst es in einem Artikel von 1994, dass Pei Pa Kao nachweislich sehr wirksam gegen Husten, Sputum und Asthma sei.10

Gefahren / Unverträglichkeiten:

Die Kerne der japanischen Wollmispel enthalten, wie z.B. auch Aprikosenkerne oder Bittermandeln, toxisches Amygdalin. Bei der Verdauung wandelt sich das Amygdalin in gesundheitsschädliche Blausäure um. Vor allem Kinder sollten die Kerne nicht roh essen.11 Auch unreife Früchte können toxisch sein.16

Vorkommen:

Die Japanische Mispel kommt vermutlich aus China.15,16 Níspero oder Mispero, wie sie lokal in Mexiko heisst, ist heute in den Tropen und Subtropen weit verbreitet. In den Tropen gedeiht der Baum aber nur in höheren Lagen. Öfters zu finden ist die Japanische Wollmispel in Italien, Spanien und Portugal - eigentlich im ganzen Mittelmeergebiet (Inseln). Die Pflanze kann man sogar in Weinbaugebieten an windgeschützten Standorten entdecken.2 So gedeiht die Wollmispel in Deutschland in wintermilden Gegenden dem Rhein entlang und bildet auch Früchte.12

Auf La Palma bzw. auf den Kanarischen Inseln heisst der Baum Nisperero und die Frucht Níspero. Der Obstbaum gedeiht dort von der Küstenzone, fern der salzigen Brise, bis in 800 m ü.M. Die Früchte reifen je nach Wetter und Standort zwischen Februar und April. Man findet die Nispero aber auch in Zypern, Malta, im Libanon und in der Türkei etc.

Natürlich kommt die Loquat öfters auch in Japan, Korea, den hügeligen Regionen Indiens (Himachal), Potohar und den Vorgebirgsregionen von Pakistan vor. Auch in einigen nördlichen Teilen der Philippinen ist die Wollmispel zu finden. Sie nennt sich auf Englisch Japanese medlar, Japanese plum oder Chinese plum. Zudem zieht man die Loquat auch in Georgien, Armenien, Afghanistan, Australien, Aserbaidschan, Bermuda, Chile, Kenia, Indien, Iran, Irak, Südafrika, Pakistan, Neuseeland, Réunion, Tonga, Mittelamerika, Mexiko, Südamerika und in wärmeren Teilen der Vereinigten Staaten. Je nach Zone sind die Früchte zu ganz unterschiedlichen Jahreszeiten zu bekommen.

Grössere Loquat-Plantagen für den kommerziellen Zweck gibt es in Kalifornien, Algerien, Israel und natürlich in Japan und China.2

Anbau, Ernte:

Die Blüten der Japanischen Wollmispel duften zart vanilleartig und erscheinen in wolligen Trauben. Daher auch der mittlere Teil des Namens.2 Die Loquat-Blüten blühen an verschiedenen Standorten im Februar und März9 und ziehen Bienen und Hummeln magisch an. Die Bestäubung durch Insekten benötigen die selbststerilen Sorten, wobei es auch selbstfertile Sorten gibt. Der immergrüne Baum hat lange Blätter. Die Oberseite ist ledrig und dunkelgrün. Die Unterseite ist fein behaart. Meist ist der Baum 4-5 m hoch, kann aber bis zu 10 m Höhe erreichen.

Eine kurzfristige Trockenheit toleriert die Pflanze, doch bei längeren Phasen reagiert sie mit partiellem Blattabwurf. Dies oft mit deutlicher Verzögerung, so dass die Ursachenfindung später nicht mehr klar und eindeutig feststellbar ist und es auch mal am Nährstoffbedarf der Pflanzen liegen könnte. Unter optimalen Bedingungen entstehen innerhalb von rund 90 Tagen die pflaumengrossen, orangefarbenen Scheinfrüchte.

Der Loquatbaum ist in Italien sehr beliebt, weil die Loquat die erste frische Frucht des Jahres ist.2 In Palermo oder Neapel beginnt die Fruchternte schon Anfang Mai. Pro Jahr gehen aus diesem Anbaugebiet etwa 800 t Früchte in den Export. Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Mai findet zum Dank ein Fest statt: Die Sagra delle Nespole (Kirchweihfest der Wollmispel).

Verwechslungsgefahr:

Vorsicht bei der Nennung des Namens 'Nespolo' ohne Namenserweiterung. Mit 'Nespolo' (ital.) meint man häufig Nespolo commune, die Echte Mispel (Mespilus germanica). Die Loquat ist aber keine Mispel.

Allgemeine Informationen:

Die japanische Wollmispel (Eriobotrya japonica) ist die bekannteste unter den aus Asien stammenden Wollmispeln. Sie ist mit den in Europa heimischen Mispeln verwandt. Beide gehören zur Familie der Rosengewächse, doch sonst sind sie nicht übereinstimmend. Das Genzentrum findet sich in den kühleren Hügelgegenden Chinas bis zu Süd-Zentralchina. Im kantonesischen Chinesisch nennt man die Frucht 盧橘; Jyutping. Mit heutigem vereinfachtem Chinesisch schreibt man das so: 枇杷; pinyin: pípá; Jyutping: pei paa. In Japan heisst die Frucht Biwa.12

Im 8. Jh. kam die Loquat-Frucht nach Europa und ist seither kultiviert zu finden. In Nordeuropa ist die Japanische Wollmispel nicht sicher vor Frost und kann nur an wenigen Orten im Garten überleben. Als Kübelpflanze an einem sonnigen, frostfreien Standort und mit einem hellen Winterquartier gedeiht die Pflanze und kann sogar Früchte tragen.9,13

Der Züchter C.P. Taft aus Orange in Kalifornien hat mehr als 15 Jahre investiert, um eine Qualitätssteigerung der Loquat zu erzielen.14

Literatur / Quellen:


  1. Brücher H. Tropische Nutzpflanzen. Ursprung, Evolution und Domestikation. Berlin: Springer Verlag. 1977:413.
  2. Kranz B. Das grosse Buch der Früchte. Exotische und einheimische Arten. München: Südwest Verlag. 1981.
  3. Peukert MJ. Speierling (Sorbus domestica) und Mispel (Mespilus germanica) – zwei seltene Wildobstarten auf unseren Streuobstwiesen. Großstadtgrün, Ausgabe II (Streuobstwiesen). BUND Frankfurt. März 2015:35.
  4. USDA United States Department of Agriculture, National Agricultural Library.
  5. De Tommasi N et al. Hypoglycemic effects of sesquiterpene glycosides and polyhydroxylated triterpenoids of Eriobotrya japonica. Planta Med. 1991;57:414-416.
  6. Roman-Ramos R et al. Experimental study of the hypoglycemic effect of some antidiabetic plants. Arch. Invest. Med. 1991;22:87-93.
  7. Pamplona-Roger J. Heilkräfte der Nahrung. Zürich: Advent-Verlag. 2006.
  8. De Tommasi et al. Constituents of Eriobotrya japonica. A study of their antiviral properties. Journal of Natural Products. 1992;55:1067-1073.
  9. Wildfind.com Japanische Wollmispel.
  10. Pharmacological studies of nin jion pei pa koa. Zhongguo Zhong Yao Za Zhi. Jun.1994;19(6):362-5, 384. Chinese PMID 7945885.
  11. Meine Verbraucherzentrale.de Japanische Wollmispel.
  12. Wikipedia Japanische Wollmispel.
  13. Gartenjournal.net Japanische Wollmispel.
  14. BHL biodiversitylibrary.org Loquats.
  15. www.ble-medienservice.de /1281/exoten-und-zitrusfruechte
  16. Julia F. Morton. Loquat. In: Julia F. Morton. Fruits of warm climates. Miami: Distributed by Creative Resources Systems; 1987. ahort.purdue.edu/newcrop/ morton/loquat.html

Zutat mit Nährstofftabellen


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