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Beste Aussichten für Ihre Gesundheit

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Bockshornklee Blätter, roh (Kasoori Methi, Kuhhornklee)

Bockshornklee Blätter, roh (Kasoori Methi, Kuhhornklee) kann man als Salat oder Gemüse verwenden. Das würzig-bittere Kraut ist auch ein Gewürz.
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Bockshornklee-Blätter verwendet man überwiegend als Gewürz, in asiatischen Ländern auch als Salat oder Gemüse. Die Pflanze hat sehr viele Namen, u.a. Griechenklee, Kuhhornklee, Hirschwundkraut oder im Indischen Kasoori Methi.

Verwendung in der Küche:

Bockshornkleeblätter (Trigonella foenum-graecum) eignen sich sehr gut für orientalische oder indische Gerichte. Reis, Saucen, Linsen- oder Gemüse-Eintöpfe lassen sich mit diesem Gewürz verfeinern. Der würzig-bittere Geschmack der Bockshornklee-Blätter mit einem Hauch Heu-Aroma erinnert an Liebstöckel. Rohe Blätter passen in einen aromatischen Salat oder Dip. Getrock­nete und vor der Ver­wendung ein­geweichte Blätter sind aromatischer als rohe. Bitte beim Würzen vorsichtig dosieren.

Im indischen Fladenbrot (Chapati), in türkischem Dörrfleisch (Pastirma) oder in einem jemenitischen Dip (Hilbeh) kommen Bockshornkleeblätter traditionell vor. Viele Curry-Mischungen enthalten Bockshornklee Blätter oder Bockshornkleesamen (Methika, Ziegenhorn, Filigrazie). Im Südtirol verwendet man Bockshornkleesamen als Brot- und Käsegewürz. Zum Kochen oder Rohessen verwendet man auch die gekeimten Samenblätter, ähnlich wie bei der Gartenkresse.1

Teezubereitung:

Bei der Teezubereitung finden sowohl die Blätter als auch die Samen des Bockshornklees Verwendung. Für einen Tee aus dem Grün benötigt man nur 1 TL der getrockneten Blätter pro Tasse, da der Geschmack sehr intensiv ist. Mit kochend heissem Wasser überbrüht, lässt man den Tee für ca. 3 Minuten ziehen. Auch in vielen Stilltees ist Bockshornklee enthalten, da dessen Inhaltsstoffe bei regelmässigem Konsum die Milchproduktion anregen.

Einkauf - wo kaufen?

Frische Bockshornkleeblätter bietet kaum ein Supermarkt wie Coop, Migros, Denner, Volg, Spar, Aldi, Lidl, Rewe, Edeka, Hofer etc. an. Wenn dann findet man sie in getrockneter Form in Reformhäusern, ausgewählten Bio-Läden, in Apotheken, Drogerien oder im Internet. Dort verkauft man die Blätter als Gewürz oder Tee, wobei die Verpackung für die weitere Verwendung keinen Unterschied macht. Vertrauen Sie auf Bioqualität, da diese Blätter nicht mit Pestiziden verunreinigt sind. Der indische Name der jungen Bockshornkleeblätter ist "Kasoori Methi". So findet man auch die Bezeichnung Methiblätter oder im Englischen Fenugreek Leaves. Oder man sammelt die grünen Bockshornklee Blätter selbst dort wo er wild wächst.

Wild zu finden:

Im östlichen Mittelmeerraum bis Zentralasien kommt der Bockshornklee noch verwildert vor, auch bis ins südliche und mittlere Deutschland. Man findet ihn bis in Höhenlagen von 1000 m.

Lagerung:

Frische Bockshornkleeblätter halten nicht sehr lange. Falls man sie lieber frisch geniessen möchte, kann man sie für ein paar Tage in einem Wasserglas in den Kühlschrank stellen. Verwenden Sie nur so viel Wasser, dass die Stängel knapp darin stehen. Eine gute Konservierungsform ist das Trocknen. Licht- und luftdicht verschlossen halten die getrockneten Blätter des Bockshornklees ca. ein Jahr. Längere Lagerzeiten schaden, wie bei allen Gewürzen, dem Aroma.

Inhaltsstoffe:

Die Blätter des Bockshornklees enthalten Calcium, Eisen, Phosphor, Magnesium, Kalium und Zink in nennenswerten Mengen. Kumarin trägt in getrocknetem Zustand zu seinem süsslichen Heuaroma bei.1 Der Gehalt an Chlorophyll ist bei getrockneten Blättern besonders hoch.9 Zudem enthalten die frischen Blätter (Grünblätter) 19 mg/100g B-Carotin und 220 mg/100g Ascorbat (Vitamin C).10

Gesundheitliche Aspekte:

Als Arzneidroge verwendet man sowohl die Blätter als auch die Samen des Bockshornklees.2 Die Samen erfreuen sich zur Zeit einer besonderen Beliebtheit, wobei die Blätter etwas in den Hintergrund treten. Aber auch ihnen muss man Beachtung schenken. Sie unterstützen die Gesundheit sowohl innerlich als auch äusserlich angewendet. Die Blätter sind etwas milder und haben ähnliche Eigenschaften wie die Samen, nur in abgeschwächter Form. Bockshornklee-Grünblätter sind eines der ältesten Heilmittel.

Die biologisch aktiven Substanzen wie Proteine, Aminosäuren, Fette und Fettsäuren helfen in der traditionellen Medizin. Bockshorn-Kleeblätter gelten als Functional Food und sind auch für die Kosmetikindustrie interessant.9

Gefahren / Unverträglichkeiten - Nebenwirkungen:

Schwangere sollten Bockshornklee nicht in grösseren Mengen zu sich nehmen, da er verfrühte Wehen auslösen kann. Ausserdem kann der Verzehr von allzu grossen Mengen (vorwiegend bei den Samen) allgemein zu Magen-Darm-Beschwerden führen.

2011 importierte ein deutscher Biogartenbaubetrieb kontaminierte Bockshornkleesamen aus Ägypten. Diese Samen waren vermutlich die Quelle des EHEC-Erregers für die damalige Epidemie (mit lebensgefährlichen Darminfekten). Es gab ca. 53 Tote und hunderte erkrankte Menschen.3

Verwendung als Heilpflanze:

Das Kraut soll innerlich angewendet einen appetitanregenden und schmerzstillenden Effekt haben. Bei Magen-Darm-Beschwerden, Atemwegserkrankungen und Rheuma setzt man die Blätter des Bockshornklees ein.4 Entzündungen und Ödeme kann man mit einer regelmässigen Anwendung lindern. In den Wechseljahren angewendet harmonisieren Methiblätter die Beschwerden.5

Äusserlich helfen Bockshornkleeblätter bei Haarausfall, Schuppen oder Entzündungen der Kopfhaut. Man vermengt Bockshornkleeblätter mit Kokosöl oder Wasser und trägt dieses Gemisch auf die Kopfhaut auf. Die enthaltenen Proteine sollen die Haarwurzeln kräftigen.6

Die Blätter des Bockshorn-Klees helfen als Tee bei Verdauungsbeschwerden.4 Das enthaltene Chlorophyll in den Blättern sorgt für den Aufbau neuer Blutzellen, entgiftet und unterstützt die Wundheilung. 9

Im Iran verwendet man Bockshornklee-Blätter bei Augenkrankheiten und gegen gynäkologische Erkrankungen.

Vorkommen:

Aus Persien stammend kam der Bockshornklee ins antike Griechenland und ins Römische Reich. Bockshornklee findet man heute noch im südlichen Europa, Afrika, dem Nahen Osten, Indien, China und Australien. Die Hauptanbaugebiete dieses Klees sind laut Wikipedia Marokko und Indien.7

Anbau, Ernte:

Man kultiviert Bockshornklee in Reihen mit einem Samenabstand von ca. 20 cm, so können sich die Pflanzen gut entwickeln. Das wärmeliebende Gewürz benötigt zur Zeit der Aussaat und Aufzucht viel Sonnenlicht, Wärme und Windschutz. Bockshornklee bevorzugt fruchtbaren, humusreichen, durchlässigen Boden. Die Pflanze verträgt aber auch viel Salz und Trockenheit. An optimalen Standorten erreicht der Bockshornklee eine Höhe von bis zu 60 cm. Die Blüten sind cremefarben bis hellgelb. Nach einer Wachstumsdauer von 4 Monaten kann man ca. 10 cm lange, dünne, beige-braune Schoten ernten, die an ein Bockshorn erinnern. In jeder Hülse sind 10-20 kleine, gelblich-bräunliche, verbeulte Samen enthalten. Zerreibt man die Samen zwischen den Fingern, verströmen sie einen intensiven Geruch. Die frischen, grünen, dreizähligen Blätter erntet man für die Teezubereitung oder als Gewürz nach Bedarf.1

Verwechslungsgefahr:

Bockshornklee ist mit anderen Kleearten verwechselbar. Ein naher Verwandter ist der Schabzigerklee (Trigonella caerulea) und er schmeckt auch sehr ähnlich. Allerdings unterscheiden sie sich in der Blütenform und -farbe sehr deutlich.

Allgemeine Informationen:

Der Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) gehört zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) und zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

In der Antike verwendete man Bockshornklee als Futter-, Nahrungs- und Naturheilmittel. Foenum-graecum bedeutet "Griechisches Heu". Auch heute ist der trockenheitstolerante Bockshornklee für Tiere in Ländern wie Spanien oder Afrika in Dürreperioden eine wichtige Futterquelle.8

Weitere Trivialnamen für Bockshornklee sind: Methya, Methika, Piskavica, Fännezwock, Fine Gret, Grieschheu, Grünschau, Kuhhornklee, Rehkörnli, Schöne Marie, Schöne Margreth, Siebenzeit, Siebenzeiten, Stundenkraut, Zeitkraut, Ziegenhornklee, Gelblicher Schabzigerklee2, Philosophenklee oder Backhornklee etc.8 Wikipedia nennt dazu noch Rehkörner, feine Grete, Filigrazie, Siebengezeugsamen und nennt die Verwendung in der Bodybuilding-Szene.

Literatur / Quellen:

  1. Quatmann C. Hausbuch der Kräuter. Der Gute Tip. SDK Verlag: Stuttgart. 1990.
  2. Pahlow M. Das grosse Buch der Heilpflanzen. Gesund durch die Heilkräfte der Natur. Nikol Verlag. 2013.
  3. Bundesinstitut für Risikobewertung. Samen von Bockshornklee mit hoher Wahrscheinlichkeit für EHEC O104:H4 Ausbruch verantwortlich. 022/2011.
  4. Gewürzkarawane.de Bockshornklee.
  5. Fid-gesundheitswissen.de Bockshornklee.
  6. Bockshornklee.eu
  7. Wikipedia Bockshornklee.
  8. Sprossen-Keimlinge.de Bockshornklee.
  9. Zuk-Golaszewska K, Wierzbowska J. Fenugreek: productivity, nutritional value and uses. Journal of Elementology. 2017;22(3). doi:10.5601/jelem.2017.22.1.1396.
  10. Awais A, Salem SA, Kaiser M, et al. Fenugreek a multipurpose crop: Potentialities and improvements. 2016. Saudi Journal of Biological Sciences. 2016;23.

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