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Dillkraut, frisch

Dillkraut beruhigt die Verdauungsorgane, wirkt entzündungshemmend und krampflösend und heisst deswegen auch Blähkraut. Soll auch Schlaflosigkeit mildern.

Dillkraut bzw. Dill, Gartendill oder Gurkenkraut (Anethum graveolens) aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) stammt aus Vorderasien, ist weltweit verbreitet und gilt in Deutschland als das meistangebaute Gewürz. Gartendill bzw. Dillkraut verwendet man am besten frisch, doch gibt es auch getrocknete Blätter und Blütendolden im Handel. Dillspitzen als frisches Dillkraut haben den besten Geschmack, doch kann man das junge Dillkraut bzw. die ganze oberirdische Pflanze verwenden. Verwildert ist Dill in Mitteleuropa selten anzutreffen, doch besteht Verwechslungsgefahr mit dem Schierling.

Lagerung:

Aus Wikipedia: "Aufbewahrt wird Dill am besten nach schneller Abkühlung in einem Temperaturbereich von −1 bis 0 °C und einer relativen Luftfeuchte von 95 %. Ist Dill zusätzlich in Folie eingepackt, hält er sich zwei bis drei Wochen lang."

Inhaltsstoffe:

"100 g getrocknetes Dillkraut enthält im Durchschnitt 5,5 g Wasser, 20 g Protein, 4,0 g Fett, 57,0 g Kohlenhydrate, 12,0 g Rohfaser und 0,1 bis 0,35 g ätherisches Öl. An Mineralstoffen sind Kalium mit 3,3 g, Calcium mit 1,7 g und Natrium mit 0,2 g nennenswert. Für die Nutzung als Gewürz ist der Gehalt an ätherischen Ölen ausschlaggebend. In den Blättern beträgt ihr Anteil 2 bis 4 %, in den Früchten (Samen) bis zu 8 %. Beim Gartendill besteht das ätherische Öl vorwiegend (bis 60 %) aus Carvon. Weitere Bestandteile sind Limonen, α- und β-Phellandren, Terpinen, Apiol, p-Cymen, α-Pinen und ein Hexahydro-Benzofuran-Derivat, das für das typische Aroma verantwortlich ist. ... Das Endosperm des Samens enthält 15 bis 20 % fettes Öl und 20 % Eiweiß."

Pharmazie:

"Als Heildrogen dienen die getrockneten reifen Früchte und die ganze frische, blühende Pflanze.

Wirkstoffe sind: Ätherisches Öl mit Carvon als Hauptbestandteil, Limonen und Dillapiol; den typischen Geruch geben Phellandren und Dilläther; weitere Wirkstoffe sind Cumarine und Kaffeesäure-Derivate.

Anwendungen: Dillfrüchte haben mäßig verdauungsanregende, blähungstreibende und krampflösende Eigenschaften. Sie werden heute noch überwiegend in der Volksmedizin wie Kümmel, allerdings mit schwächerer Wirkung, bei Verdauungsstörungen mit Völlegefühl und Blähungen sowie bei leichten krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich verwendet. Für die Dillfrüchte wurden progesteronfördernde Wirkungen im Versuch nachgewiesen, was die bisweilen beschriebene Anwendung bei Zyklusstörungen und Infertilität zumindest plausibel macht. Daten aus klinischen Studien liegen hierzu jedoch nicht vor."

"Das aus den Samen hergestellte Dillwasser wirkt verdauungsfördernd; die Früchte wurden gegen Mundgeruch gekaut, der Teeaufguss der Blätter hilft bei Magenkrämpfen und Verdauungsstörungen."

Samen:

"Die eiförmigen, braunen, trockenen Spaltfrüchte (Doppelachänen) sind 3 bis 5 mm lang ... und 0,6 bis 0,8 mm dick. Die Tausendkornmasse liegt zwischen 1 und 2 g. Sie zerfallen in zwei schmal geflügelte Teilfrüchtchen mit grau-weißen Längsrippen. Die Früchte reifen meist zwischen Juli und September."

Ursprung und Systematik:

"Dill wurde bereits im Alten Ägypten als Kulturpflanze angebaut und als Heil- und Gewürzpflanze verwendet. Pharao Amenophis II. ließ sich 1400 v. Chr. Dill mit in das Grab legen. ... Im antiken Griechenland und Rom wurde er ebenfalls als Gewürzpflanze verwendet.

Dill breitete sich vor mehr als 5000 Jahren vom östlichen Mittelmeer in Richtung Atlantik aus."

"Innerhalb der Art Anethum graveolens werden drei Sippen unterschieden, die teils als Varietäten, teils als Unterarten eingestuft werden:

  • Gartendill (Anethum graveolens var. hortorum Alef.) mit vorwiegend Carvon im ätherischen Öl
     
  • Ackerdill (Anethum graveolens var. graveolens)
     
  • Indischer Dill (Anethum graveolens subsp. sowa (Roxb. ex Flem.) Koren'; bzw. fo. sowa) ist dem Gartendill sehr ähnlich, aber weniger aromatisch. Er enthält vor allem Dillapiol und Carvon."