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Birke, Hänge-Birke, Blüten und Blätter

Birkenblätter-Aufgüsse wirken blutreinigend und entwässernd. In der Küche kann man Blätter, Blüten und Früchte der Hänge-Birke vielseitig einsetzen.
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Die Hänge-Birke (Betula pendula), auch oft als Weiss-Birke oder Warzen-Birke bezeichnet, gehört zu den beliebtesten Landschaftsbäumen der Nordhalbkugel. Besonders charakteristisch ist ihre auffällige Borke und aufgrund ihrer Inhaltsstoffe findet sie für mehr als nur kulinarische Zwecke eine Anwendung. So nutzt man beispielsweise Birkenblätteraufgüsse zur Linderung bestimmter Stoffwechselerkrankungen wie Rheuma oder Gicht. Weitere Verwendungsmöglichkeiten finden sich bei der Kosmetika-Herstellung, der Nutzung als Zier- und Holzpflanze, aber auch zur Gewinnung des in Finnland oft genutzten Zuckeraustauschstoffes Xylitol.

Allgemeine Informationen: 

Die sommergrünen Birken umfassen etwa 60 Arten und zählen zu den beliebtesten Landschaftsbäumen, die auf der gesamten Nordhalbkugel vorkommen. Im nördlicheren Europa ist die Hänge-Birke (Betula pendula) die bekannteste Art aus der Familie der Birkengewächse Betulaceae. Sie kann je nach Klimazone eine Höhe von 9-25 Metern erreichen und zählt mit ihrer silbrig weissen Borke und den schimmernden Blättern zu den elegantesten Birkenarten. In Russland und Skandinavien gilt sie als ähnlich wichtige Heilpflanze wie in Mitteleuropa die Linde oder Eiche. In der Volksmedizin finden die Bestandteile der Birke aufgrund der entwässernden und blutreinigenden Wirkung bei Rheuma, Gicht, Wassersucht und anderen Stoffwechselerkrankungen Anwendung. Im Jahr 2000 wurde sie in Deutschland zum Baum des Jahres erhoben. 

Vorkommen und Zuchtformen: 

Als Lichtbaumart bevorzugen Birken einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit gut durchlässigem Boden. Die Hänge-Birke ist anspruchslos und wächst auf sandigen, nährstoffarmen und sauren Böden. Sie ist die verbreitetste und am häufigsten genutzte und gepflanzte Art. Man kann verschiedene Unterarten als Zierbaum erwerben wie „Purpurea“ mit dichtem, dunkelpurpurfarbenem Laub, „Laciniata“ mit eingeschnittenen Blättern und hängenden Zweigen, „Tristis“ mit hängenden Zweigen und einem aufrechten Stamm sowie „Youngii“ mit einer trauerweideartigen Wuchsform ohne Hauptstamm. Die Hänge-Birke Betula pendula schliesst insgesamt 22 Unterarten ein, die in Nordamerika, Asien und Europa, ausser in Nordskandinavien, wachsen.

Inhaltsstoffe: 

Die Rinde enthält Terpene, Betulin, Betulinsäure, Lupeol und Phytosterine. Der Saft der Rinde ist reich an Invertzucker. Nennenswerte Mengen an ätherischen Ölen, Saponinen, Flavonoiden (Hyperosid, Quercetin u. a.), Gerbstoffen, Bitterstoffen, Harz und Vitamin C, die eine Summe von bis zu 3 % ausmachen können, findet man in den Blättern. 

Verwendung in der Küche:

Den süsslichen Stammsaft kann man aufgrund des hohen Zuckergehalts zu Bier, Spirituosen, Wein oder Essig weiterverarbeiten. Man kann ihn auch frisch als vitalisierenden Mineraldrink trinken oder zu einem Sirup eindicken. Den Saft gewinnt man durch Anbohren von März bis April. Unter der weiss-schwarzen Borke befindet sich eine zarte Rindenschicht, die man von März bis Mai als Streckmehl für verschiedene Gebäcke nutzen kann. Allerdings kann der Baum durch die Rindenverletzung schwerwiegende Schäden davontragen! Die faserarmen und eiweissreichen Blätter eignen sich als Beigabe in Broten und Bratlingen und schmecken auch in Salaten oder als Sauerkraut verarbeitet. Ausserdem sind sie in Kräutermischungen, Saucen oder als Saft- und Vitalgetränk empfehlenswert. Die männlichen, länglichen, gelben Blütenstände kann man im April ernten und als aromagebende Zutat Brotteigen, Bratlingen und Suppen hinzufügen oder kandieren. Als Würze eignen sie sich in Kräuteressig, Kräuteröl und Wildpflanzensalz oder man verarbeitet sie chutney-ähnlich. Die mildschmeckenden jungen und noch weichen Früchte ergeben kandiert oder in Schokolade getaucht eine leckere Nascherei. Man verwendet sie für Tee, Bowle oder Wildpflanzenlimonade. Sie lassen sich ausserdem in Bratlingen, Gemüsesuppen, als kurz gebratenes Gemüse oder als eingelegtes Gemüse verarbeiten.

Verwendung in der Medizin:

Traditionell wendet man Birkenblätter-Aufgüsse innerlich bei Rheuma, Gicht und anderen Stoffwechselerkrankungen wie Arthritis, Arteriosklerose, Hautausschlägen und Fieber an. Die Aufgüsse können bei der Entwässerung von entzündlichen Erkrankungen der Blase und Niere hilfreich sein. In Einzelfällen ist sogar die Auflösung von Nierensteinen durch eine Teekur bekannt. Bei Hauterkrankungen eignen sich ausserdem Bäder und Waschungen mit Blätter-Aufgüssen oder Abkochungen aus der Birkenrinde. Die therapeutisch wirksamen Bestandteile der Rinde sind entzündungshemmend, tumorhemmend und antiviral. Den Birkensaft kann man innerlich und äusserlich beispielsweise für Frühjahrs- oder Haarkuren verwenden. Er wirkt leicht schmerzstillend und antimikrobiell. Bei Durchfall kann Birkenkohle hilfreich sein, da sie Schadstoffe und Wasser im Darm bindet. Geringe sowie verdünnte Mengen an Birkenteer können bei chronischen Hauterkrankungen Linderung verschaffen. Nebenwirkungen aus Anwendungen mit Birkenbestandteilen sind nicht bekannt.

Wissenswertes:

Früher fertigte man aus dem Holz und der Rinde der Birke unterschiedlichste Gegenstände für den Alltag an. In Finnland stellte man daraus beispielsweise Schuhe und Rucksäcke her. In Sibirien nutzte man die antiseptischen Eigenschaften der Birkenrinde, indem man daraus Vorratsbehälter für Mehl, Brot oder Tee fertigte. 

Alternative Namen:

Gebräuchliche Bezeichnungen für die Hänge-Birke sind Silber-Birke, Sand-Birke, Gewöhnliche Birke, Warzen-Birke oder Weiss-Birke. Lateinische Synonyme für Betula pendula sind Betula alba oder Betula verrucosa.


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