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05.07.2003 22:32:00
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6 Vor der Umstellung

Ab Alter 50 oder falls gesundheitliches Problem vorliegt, alle X Jahre einen Gesundheitstest veranlassen. Zum Vergleich auch vor der Umstellung - ist IHR Leben.
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Bei dieser Artikelfolge ist das Zurückgehen zum vorherigen Beitrag mit obigem Link möglich, z.B. falls Sie direkt per Suchmaschine hierher kamen. Siehe auch den Link zum nächsten Text. Diese zehn zusammenhängenden Texte bezüglich Rohkost überarbeitete ich 2014. Alle anderen Texte entstanden neu.

Zusammenfassung

Meist stellen chronisch Kranke oder speziell bewusst lebende Menschen auf Rohkost um. Gravierende Krankheiten konfrontieren mit dem Tod. Das fordert das Bewusstsein besonders.

Nicht nur als Vergleichsgrundlage sollten Sie vor einer Umstellung Ihre unten beschriebenen Werte selbst kennen und mit einem Arzt besprechen, sondern auch zur Abklärung allenfalls versteckter körperlicher oder psychischer Probleme. Bei Magersucht (Anorexia nervosa) sollte der Arzt Ihre Umstellung begleiten.

Bewusstseinsvorstellung aus dem 17. Jahrhundert: Urheber Robert Fludd, 1619. Utriusque cosmi maioris

Bei verschiedenen Zivilisationskrankheiten hilft Rohkost sehr rasch und ursächlich. Doch nicht jede von den Symptomen her gleiche Krankheit entsteht aus den gleichen Ursachen. Somit ist eine Heilung oder Besserung nicht a priori voraussagbar, wie Behauptungen oft lauten. Für einige typische Zivilisationskrankheiten finden Sie Anhaltspunkte, worauf Sie achten sollten.

Bewusstseinsvorstellung aus dem 17. Jahrhundert, verwendet von Robert Fludd, 1619. Bild aus: Utriusque cosmi maioris scilicet et minoris […] historia, tomus II (1619), tractatus I, sectio I, liber X, De triplici animae in corpore visione. Public Domain.

Deckt auf Grund der Untersuchung Ihr Arzt eine ernsthafte Krankheit auf, gewinnen Sie Zeit und das Problem ist eher lösbar. Prüfen Sie, ob das ursächlich mit Ihrer Ernährung zusammenhängt, bevor Sie Arzneimittel (Medikamente) einnehmen.

Beispielsweise verschwindet essenzieller Bluthochdruck (essentielle Hypertonie) in vielen Fällen durch die richtige Ernährungsumstellung innerhalb von wenigen Tagen, so lange Sie die Diät einhalten. Der Arzt verneint das meist sowieso, weil er sich bezüglich Ernährung nicht auskennt, sich aber eine feste Meinung bildet.

Bei vorliegender Krankheit sollten Sie eine Umstellung nur vornehmen, wenn Sie in der Lage sind, die neue Ernährung auch gewissenhaft zu befolgen. Vermeiden Sie Fehlernährung, indem Sie sich seriös informieren.

Eine strikte vegane Rohkost ohne Milch- und Getreideprodukte ist anfänglich empfehlenswert - bis Sie Ihre Reaktionen kennen. Bei starken Reaktionen sollte Sie ein Arzt mit guten Kenntnissen über die Ernährung begleiten.

Ihre Aktionen vor einer Kostumstellung

Von lebensfrohen und aktiven jungen Menschen, die mehr oder weniger unbekümmert dem Strom der Gesellschaft folgen, ist das Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise nicht zu erwarten.

Ein Vergleich: Mechanische Schädigungen bei unreifem Obst wie Banane oder Apfel sind nicht sichtbar. Doch nach der Reife treten sie als unschöne Schwarzfärbung (Banane) oder als Fäulnis (Apfel) auf.

Bei uns Menschen sind Schädigungen während jungen Jahren ebenfalls nicht sicht- oder spürbar und zeigen sich erst viel später. Vergleichen Sie einfach mal die Haut von Rauchern und Nichtrauchern "im besten Alter".

Die heutige Lebensweise erzeugt schon früh Zivilisationskrankheiten - auch wenn vielleicht noch verborgen. Damit ein Unterschied nach einiger Zeit der Rohkosternährung nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv feststellbar ist, empfehle ich, sich vorher ärztlich untersuchen zu lassen und eigene Messungen vorzunehmen.

Zumindest sollten Sie eine Urinuntersuchung verlangen und den Blutstatus ermitteln lassen. Das dient gleichzeitig zur Abklärung versteckter Krankheiten. Ich gebe Ihnen diesen Rat vor allem dann, wenn Sie während Jahren keine Untersuchung mehr einholten oder keine Kopie Ihrer (neueren) Werte besitzen.

Deckt die Untersuchung etwas auf, so lässt sich eine frühzeitig erkannte Krankheit wesentlich besser behandeln als wenn bereits Beschwerden oder Symptome da sind. Es ist Ihre Angelegenheit, was Sie bei einem allfälligen Befund unternehmen wollen. Lassen Sie sich aber vom Arzt gut beraten, aber nicht einfach Medikamente aufschwatzen. Meist kennt der Arzt aber keine Alternativen.

Sie gewannen durch die freiwillige medizinische Untersuchung viel Zeit. Dennoch: Vermeiden Sie "Strohhalm-Therapien". Bei vielen Krankheiten wirkt eine strikte vegane Rohkost ausserordentlich. Oft benötigt das aber 18 Monate, bis sich die meisten Zellen erneuert haben. Nur wenige Zellen leiden dann noch unter inneren Entzündungen durch Maillard-Moleküle.

Das ersehen Sie aus verschiedenen Erfahrungsberichten, nicht nur aus meinem. Trotzdem sollten Sie sich bei einem ernsten Befund weder auf Rohkost stürzen, noch blind den Anweisungen eines Arztes folgen.

In einem solchen Fall ist der beste Weg, eine zweite Meinung (second opinion) von einem Arzt einzuholen, der mit Rohkost als Therapie praktische Erfahrung mitbringt. Weiter müssten Sie mit sich ausmachen, ob Sie 100%ige Rohkost überhaupt einhalten wollen und auch dazu in der Lage sind.

Nur Menschen mit mentaler Stärke und starkem Willen gelingt dieser Weg in unserer Gesellschaft, die das nicht versteht. Sind Sie mental unabhängig von Meinungen anderer und verfügen zudem über einen starken Willen? Ohne positive Einstellung Ihres Mentalhirns und limbischen Systems schaffen Sie eine Umstellung nicht auf Dauer. Siehe auch unter Emotion und Triebverhalten.

Rohkost-Salat, Foto von Jeremy Keith, adactio bei flickr.

Alle Bilder können Sie gross klicken und dann im Betrachter durchblättern.

 

Rohkost-Salat der einfachen Art. Bild Jeremy Keith, adactio.

Was der Arzt untersuchen sollte

Empfehlenswert ist die Aufnahme eines Status mit Beurteilung Ihrer gesundheitlichen Situation. Der Arzt schlägt Ihnen je nach Alter, Anamnese und Gesundheitszustand unterschiedliche Untersuchungen vor. Dabei sollten aber die folgenden Untersuchungsergebnisse nicht fehlen.

Urinuntersuchung

Eine Urinuntersuchung (früher Uroskopie oder Harnschau, Urinstatus) beim Arzt benutzt meistens den sogenannten "Mittelstrahl". Je nach Untersuchung ist der erste Morgenurin oder der zweite nötig.

Alle paar Monate und bei Unwohlsein (körperliche Befindlichkeitsstörung), lassen sich die wichtigsten Parameter bei jedem Urin auch selbst zu Hause ablesen. Gängige Parameter sind Blut/Erythrozyten/Hämoglobin, Glucose, Ketokörper, Ascorbinsäure, Protein, Leukozyten, Nitrit, spezifisches Gewicht, pH-Wert, Bilirubin und Urobilinogen als Grobwerte.

Einfachere Urinteststreifen (z.B. Bayer Labstix) zeigen: Eiweiss, Zucker, Nitrit, Ketone und Blut. Diese Parameter sollten nur die erste Farbe anzeigen, ganz unabhängig in welchem Urin.

Die meisten dieser Urinteststreifen führen diese Parameter und vor allem auch den pH-Wert. Der pH-Wert des Morgen-Urin sollte im Idealfall zwischen 6 und 8 liegen. Stark unter pH 7 ist der Urin zu sauer, stark darüber zu basisch. Die pH-Skala zeigt logarithmische Werte. Zwischen den pH-Werten von 6 und 7 besteht ein Unterschied um den Faktor 10, der pH-Wert 5 ist um den Faktor 100 niedriger als der pH-Wert 7 etc.

Ganz allgemein: Eiweissreiche Ernährung verschiebt den pH-Wert in Richtung sauer, während Gemüse eine Verschiebung ins basische Milieu verursacht. Der pH-Wert hängt vor allem von der Ernährung ab, Tätigkeiten, Stoffwechselstörungen oder Krebserkrankungen beeinflussen ihn.

Kurz nach dem Mittagessen verschiebt sich der pH-Wert in den basischen Bereich. Ich selbst teste mit dem Combur-10-Test. Mit dem Kürzel SG zeigen diese Urinteststreifen zusätzlich zum Combur-9-Test auch das spezifische Gewicht an. Sie sollten auf niedrige Werte achten, indem Sie genügend trinken.

Urinteststreifen Combur 10-Test "Cobas" von Roche.

Bild Ernst Erb

Die Urinteststreifen Combur 10-Test zeigen Resultate über spezifisches Gewicht (Dichte), pH-Wert, Leukozyten, Nitrit, Protein (Eiweiß), Glucose, Ketonkörper, Urobilinogen, Bilirubin und rote Blutkörperchen (Erythrozyten) als Mikrohämaturie oder Blut im Urin (unterstes Feld Hb für Haemoglobin).

Mit Rohkost sind diese Werte z.T. auch ohne Trinken erreichbar, weil die Nahrung mehr Wasser mitbringt. Besonders ältere Leute sollten bei Rohkost zusätzlich ca. einen Liter Wasser oder Kräutertee pro Tag trinken, auch wenn kein Durst spürbar ist. Entscheidend ist die Menge Urin, die sie täglich ausscheiden.

Das können Sie mit einem Messbecher einfach bestimmen - und gleichzeitig kann der Arzt etwas über die Blasenfunktion aussagen, sollten die einzelnen Mengen zu klein sein. Im besten Fall bedeutet das eine überaktive Blase (Reizblase). Ideal wäre eine Ausscheidung von 1 - 2,5 Liter pro 24 Std. Das spezifische Gewicht (Dichte) ist eigentlich entscheidend und sollte idealerweise etwa bei 1010-1015 g/l liegen.

Bei Verdacht auf Infektion, vor allem bei Verdacht auf einen Harnwegsinfekt (HWI), lässt der Arzt zusätzlich nach Bakterien suchen, bzw. lässt mit dem Uricult-Test (Uricult® Roche) oder punctomed Urin-Test® von Dolorgiet etc. die Keimzahl bestimmen.

Finden sich mit dem Harnstreifentest Hinweise auf eine Infektion, kann man ein Urinkultur anlegen. Wenn sich dabei massenhaft Keime nachweisen lassen, kann man ein Antibiogramm erstellen. Dabei beimpft man eine Nährstoffplatte mit dem infizierten Urin und legt darauf kleine Filterpapierscheibchen, die mit jeweils einem in Frage kommenden Antibiotikum getränkt sind. Nach Inkubation sieht man dann die Platte übersät mit einem Bakterienrasen, nur um die Plättchen mit einem für diesen Keim wirksamen Antibiotikum herum bleibt ein Saum ohne Keimwachstum.

Auch Farbe und Beschaffenheit des Urins kann wichtig sein. Die Urinfarbe kann je nach Erkrankung hell, dunkel, rot, weiss oder schwarz sein. Auch kann der Urin schaumig erscheinen. Farbe und Schaumigkeit zeigen sich mit blossem Auge. Zusätzlich bestimmt der Arzt das Urinsediment (Bodensatz des Urins). Der Urin sollte möglichst wässrig-hellgelb sein, doch auch Lebensmittel verändern ihn. Wenn Sie Randen (rote Beete) gegessen haben, zeigt der Urin rote Farbe.

Nach dem Essen von Spargeln (Gemüsespargel) riecht der Urin bei etwa der Hälfte der Menschen bereits kurz nach dem Essen eigenartig. Das bewirkt nicht die urintreibende (diuretische) Aminosäure Asparaginsäure (Asp, Aspartat) oder Arginin oder Tyrosin. Gemäss Römpp-Lexikon Lebensmittelchemie entsteht der Geruch durch Abbauprodukte wie S-Methyl-thioacrylat sowie auf dessen Methanthiol-Additionsprodukt S-Methyl-3-(methylthio)thioproponiat. Nicht jeder Körper baut das so um. Asparginsäure dient übrigens als Eiweissbaustein zur Bildung weisser Blutkörperchen.

Auch aus dem Urinsediment erfolgt eine Bestimmung der oben genannten Stoffe und Keime. Das sind wichtige Informationen. Schlechte Werte zeigen unterschiedliche Störungen an wie etwa Durchblutungsstörungen der Nieren, Entzündungen, Stoffwechselstörungen, z.B. Diabetes, Blutbildungs- und Blutabbaustörungen etc.

Blutstatus

Zumindest sollte Ihr Arzt die wichtigsten Blutwerte kennen, also das grosse oder kleine Blutbild. Dies erfordert eine einmalige Blutentnahme (Blutprobe) über die Vene.

Ich verlange beim Arzt eine Nadel mit 0,6 mm Durchmesser und Schlauch, damit meine Venen möglichst wenig leiden. Immerhin ist dann der Flächeninhalt nur 0,28 mm2 verglichen mit 0,64 mm2 bei üblichen 0,9 mm Nadel-Durchmesser. Ein Arzt, dem das Patientenwohl wichtig ist, führt dünne Nadeln. Durch den besonderen Schliff am Kopf der Nadel ist allerdings beim gezeigten Grössenverhältnis nicht die ganze Kreisfläche betroffen, der Unterschied also kleiner als oben erklärt.

Die klassische Methode der Blutentnahme, besonders wenn nur ein Blutröhrchen nötig ist. Links Blutentnahme beim Militär (Bild Wikipedia, BotMultichillT), rechts schonende Entnahme bei Klinik-Heyden. Moderne Art der Blutentnahme, besonders wenn mehrere Blutröhrchen nötig sind. Bild Praxis-Heyden.

Durch die anschliessende Bestimmung der Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit (BSR bzw. Blutsenkungsreaktion) sind Entzündungen, Infektionen, rheumatische Erkrankungen, Anzeichen von Krebs oder schwere Blutarmut entdeckbar. Eine frühzeitige Klärung und allenfalls Therapie hilft, Schwerwiegenderes zu vermeiden.

Gerinnungszeit oder die Quick Thromboplastinzeit (Quick-Wert) sind weitere gängige Untersuchungsmethoden - mit dem Citratblut. Die Blutentnahme dient auch zur Untersuchung der weissen und roten Blutkörperchen (Hämatologie).

Mittels der Bestimmung von einzelnen Werten wie Hämoglobin, Hämatokrit als Anteil der Erythrozyten am Volumen des Blutes, Leukozyten etc. oder der Zusammenfassung einzelner Werte als Blutstatus sind verschiedene Probleme entdeckbar wie Immunschwäche, Infektionen, Anämie, Flüssigkeitsmangel etc. Siehe dazu Differentalblutbild (Grosses Blutbild, Differenzialblutbild).

Die Bestimmung der biologischen Elektrolyte im Blut (Natrium, Chlorid, Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphat) zeigt mehr über die Nierenfunktionen. Ein zu niedriger Kaliumspiegel kann z.B. Muskelschwäche, Lähmungen oder bei herzkranken Menschen Herzrhythmusstörungen verursachen.

Manchmal sind auch andere Elemente im Blut zu bestimmen. Als Frau mit Monatsblutung, ist z.B. der Eisenwert im Blut (Ferrum) wichtig, um einen generellen Eisenmangel auszuschliessen, da er oft symptomlos ist. Sie sollten ihn so oder so bestimmen lassen.

Selten kommt mangelnde Aufnahme bestimmter Elemente oder anderer Stoffe vor - egal ob mit Kochnahrung oder Rohkost. Wenn das zur Diskussion steht, sollten Sie diese Werte ebenfalls bestimmen lassen. 

Das sind z.B. Kupfer, Zink und Selen im Blut, deren Bestimmung wohl um den Faktor zehn teurer ist als jener oben genannten Positionen der klinischen Chemie. Lassen Sie auch die "Fettwerte" bestimmen (Cholesterin, HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin, Triglyceride).

Zu einer wichtigen Bestimmung zähle ich auch den Status von Vitamin B12 (Cobalamine), und zwar nicht nur den Gesamtstatus an Vitamin B12. Der früheste Marker ist der Wert für Holotranscobalamin (Holo-TC) im Serum. Später können sich auch die Werte von Methylmalonsäure (MMS bzw. MMA) und der Homocystein-Wert erhöhen. An anderer Stelle gehe ich auf dieses Thema ein - hier nur kurz:

Wikipedia April 2014: "Erhöhte Homocysteinwerte findet man bei Alkoholkonsum, Rauchen, häufigem Genuss von Kaffee, Bewegungsarmut und Übergewicht. ... Homocystein kann eine direkte toxische Schädigung der Gefäßwand hervorrufen und auf verschiedenen Wegen zu einer erhöhten Thromboseneigung führen. Patienten mit bekannter koronarer Herzkrankheit sind bereits bei leicht erhöhtem Homocysteinspiegel mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse belastet, während die Datenlage bei völlig gesunden Menschen uneinheitlich ist. Bei einem Homocysteinspiegel von über 15 µmol/l besteht einheitlich in mehreren Studien ein erhöhtes Risiko. ... Erhöhter Homocysteinspiegel ist ein Risikofaktor bei der Entstehung aller Stadien von Makuladegeneration."

Auch soll der Arzt den nüchternen Blutzuckerwert bestimmen. Das nehmen auch Apotheker mit "Fingerpick" oder mit der moderneren Methode ohne Stich vor.

Ist der Blutzuckerwert schlecht oder grenzwertig, sollten Sie sich untersuchen und beraten lassen. Die Normwerte finden Sie weiter unten.

Bei Verdacht auf Diabetes sollten Sie auch den HbA1c-Wert aus dem Vollblut mit EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure) ermitteln lassen. Weitere Überlegungen dazu finden Sie weiter unten, denn allfällige Diabetes sollten Sie so früh als möglich erkennen. Darum folgt ein Text über diese Zivilisationskrankheit.

Als Mann über 50 wäre auch der PSA-Wert und der PSA-Quotient von Wichtigkeit. PSA steht für prostataspezifisches Antigen, wobei der PSA Wert möglichst unter 2 bis vier - je nach Alter liegen sollte und der PSA-Quotient bzw. das Verhältnis zu freiem PSA (FPSA) auf über 0,19 stehen.

Die Vorbehalte von Wikipedia zum PSA-Wert, also die Bestimmung zu unterlassen, teile ich nicht einmal dann, wenn Mann einen zu hohen Wert trotz einer echten Ernährungsumstellung ohne Milchprodukte haben sollte. Immerhin kann es sich auch um eine bakterielle und damit behandelbare akute Prostatitis handeln. Besonders bei Verdacht auf CP/CPPS (Kategorie III) erkennen Sie im Link zu Prostatitis die Probleme einer ärztlichen Behandlung, bzw. den Mangel an Erfolgen. Siehe in engl. zu CP/CPPS (Chronic prostatitis/chronic pelvic pain syndrome).

Ein schlechter Wert bedeutet ein Warnsignal und zugleich eine mögliche Erfolgskontrolle und Ansporn bzw. Grund zu einer Ernährungsumstellung. Mein PSA-Wert betrug am 23.11.2000 18,4 mit sehr schlechtem Q-Wert von 0,04. Nach monatelanger Antibiotika-Behandlung verblieb er bei 7,4 auf 0.08. Das war das Ende der Ärztlichen Kunst bzw. der Vorschlag des Urologen war schliesslich eine radikale Prostatektomie, auch Prostataenukleation oder Prostataentfernung genannt. Mit allen Folgen daraus. Von diesem Arzt hatte ich mich getrennt und nur noch eine Kontrolle des Verlaufs vornehmen lassen.

Am 11. Mai 2001 stellte ich nach Besprechung mit meiner damaligen Lebenspartnerin und jetziger Frau auf strikte Rohkost ohne Milchprodukte um. Resultat: Im Juli 2001: 4,64/0,13, Februar 2002 3,3/0,19. Der Urologe verneinte, dass das auf meine Ernährungsumstellung zurückzuführen sei. Ich muss annehmen, dass er keine Kenntnis der Brokkoli-Therapie von Prof. Ibrahim Adnan Saracoglu, Technische Universität Wien (TU), hatte. Siehe auch diesen Link und zu Broccoli.

Wenn Sie schlechte Werte aufweisen, profitieren Sie besonders mit veganer Rohkost (keine Milchprodukte). Siehe auch diese Buchbesprechung zur Schädlichkeit von Milch. Auch als Frau: Fühlen Sie sich nicht mehr leistungsfähig oder veränderte sich ihr Gewicht in der letzten Zeit bei gleicher Lebenshaltung stark, sollten Sie sich auf Krebsmarker im Blut untersuchen lassen.

Vielleicht schlägt der Arzt weitere Blutuntersuchungen vor. Die Enzyme LDH (L-Laktatdehydrogenase), GOT (AST)  und CK (Creatin-Kinase, Creatinkinase) überprüft er bei Verdacht auf Herz- oder Lungeninfarkt.

Leberwerte: Die Aktivität der Enzyme GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase), GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase) als alter Ausdruck, heute Aspartat-Aminotransferase (AST, ASAT, AAT) genannt und Gamma-GT (γ-Gammaglutamyltransferase, γ-GT, GGT oder γ-Glutamyltranspeptidase, γ-GTP) geben Hinweise auf den Zustand der Leber.

Erhöhte γ-GT-Werte zeigen relativ spezifisch auf Lebererkrankungen. Bei akuten oder chronischen Lebererkrankungen, Leberschädigungen oder bei Herz- und Lungeninfarkt (Lungenembolie) ist der GOT- bzw. AST-Wert um ein Vielfaches erhöht.

Verschiedene Blutröhrchen nach EN 14820 für verschiedene Untersuchungen. Author=HoRaMi GFDL. Blutröhrchen mit Farbcodierung nach EN 14820 für die einzelnen Untersuchungen: (1) Serum-Gel-Röhrchen (braun), (2) Heparin-Röhrchen (orange), (3) EDTA-Röhrchen (rot, groß), (4) Zitrat-Gerinnungsröhrchen (grün), (5) EDTA-Röhrchen (rot, klein) und (6) BSG-(Zitrat)-Röhrchen (lila). Bild Wikipedia von HoRaMi, GFDL. 

Eine erhöhte Gamma-GT-Konzentration deutet auf eine Lebererkrankung (Hepatitis) hin. Es existieren Indikationen, die Ihren Zustand bei früchtereicher Rohkost verschlechtern lassen.

Dazu zählen systemische Mykosen (Mykose, Systemmykosen, invasive Mykosen) und Kandidosen (Candida albicans, Hefepilze, Hefen). Solche Pilze lieben möglichst einfache kohlehydrathaltige Nahrung und vermehren sich dann entsprechend. Ein ungesundes Verhältnis zwischen Bakterien und Pilzen im Sinn der erwähnten Krankheiten kommt selten vor. Systemische Mykosen benötigen einen stark geschwächten Körper.

Etwas öfters finden sich aber zu viel Pilze im Darm, wobei eine gewisse Pilzflora normal oder nötig ist. Eine gesunde Ernährung regelt das normalerweise von alleine, benötigt aber u.U. mehr Zeit als eine Behandlung.

Zumindest wenn Sie unter Herzrhythmusstörungen ("Herzstolpern") leiden oder öfters mal an Durchfall (Diarrhö) und "Trommelbauch" (Blähbauch, Meteorismus), ist auch eine serologische Untersuchung vorteilhaft.

Bei zu viel Darmpilzen helfen Mittel, die sich nur im Darm und nicht im Körper auswirken, sehr sicher. Nur sehr selten ist eine eigentliche Pilzbehandlung des Körpers nötig - und die ist toxisch.

Der "HAT" bzw. Test auf Hämagglutination sucht nach den Immunoglobulinen vom Typ M (IgM). Diese Antikörper zeigen sich nur während einer Krankheit und wenige Tage danach. Die Immunelektrophorese, bestehend aus Serumelektrophorese und Immundiffusion, weist Antikörper vom Typ G (IgG, Gammaglobulin) nach.

Diese Abwehrkörper zeigen sich ungefähr noch einen Monat nach einer Infektion im Blut. Ist einer dieser Befunde positiv, so sollten Sie die Ursache mittels Blutkultur oder Antikörpernachweis klären lassen, was leider bei Pilzbefall sehr unbestimmt ist.

Wenn keine "normale Infektion" vorliegt, sollten Sie während 10 - 20 Tagen möglichst auf süsse Früchte verzichten und sich eines der harmlosen oral einzunehmenden Mittel gegen Pilze im Verdauungstrakt verschreiben lassen.

Diese verwenden Wirkstoffe wie Nystatin (älter) Amphotericin B oder Natamycin. Diese Kur bezeichne ich deshalb als harmlos, weil diese Moleküle wegen ihrer Grösse die Darmpassage nicht schaffen. Lesen Sie aber die Links, falls nötig.

Etablierten sich Pilze als Schmarotzer (Parasitismus) allerdings schon in anderen Organen, z.B. in der Lunge, ruft das nach Infusionslösungen, die oft schwere Nebenwirkungen zeigen, weshalb das nur bei sehr schwerwiegenden Fällen angesagt ist.

Nochmals: Alle diese Untersuchungen empfehle ich nicht wegen Ihrer geplanten Umstellung, sondern damit Sie Ihren Status zu Beginn der Lebensumstellung kennen. Nur so sind Sie später in der Lage, objektiv zu vergleichen.

Ich möchte, dass Sie sich sicher fühlen, wenn andere den Wert Ihrer Umstellung bezweifeln. Sie sollen sich auch sicher fühlen, wenn Sie allenfalls Krankheitssymptome entwickeln, die aus Ihrer frühere Lebenshaltung resultieren.

Andere Autoren schreiben gerne von sogenannten Entgiftungserscheinungen bei vorher schlechter Lebenshaltung. Weder ich noch meine "Bekannten" mussten dies bei der Umstellung erleben. Allfällig vorhandene Resorptionsstörungen, wie eine Hypovitaminose (Vitaminmangel), also seltene angeborene oder erworbene Störungen, muss der Arzt klären.

Haarmineralanalyse

Die Haaranalytik dient vor allem zur Abklärung der Einnahme von Betäubingsmitteln, Suchtstoffen oder Arzneimitteln. Neben Stoffen wie Cannabis, Kokain, Ecstasy oder Heroin, lassen sich auch Dopingmittel wie verschiedene Anabolika und Nandrolon nachweisen. Selbst längerer Alkoholmissbrauch beziehungsweise Alkoholismus ist über das Stoffwechselprodukt Ethylglucuronid (ETG) nachweisbar.

Schematischer Aufbau eines Körperhaars. Bild nih.gov in public domain.

Schematischer Aufbau eines Körperhaars:                   

1 = Haar
2 = Hautoberfläche
3 = Talg
4 = Follikel
5 = Talgdrüse

 

Bild nih.gov in public domain.

Eine solche Analyse kann auch eine hilfreiche Erkennungsmethode für einen früheren Mangel an Spurenelementen sein. Das aktuelle Vorkommen zeigt sich bei der Blut- und Urinmineralanalyse.

Eine Haarmineralanalyse kann neben den Spurenelementen auch Mineralstoffe und Schwermetalle erfassen, doch kommen grosse Streufehler vor. Aus letzterem Grund eignet sich die Analyse eher für Gruppen von Menschen, bei denen z.B. eine gemeinsame Giftstoffbelastung (Beruf, Gebäude, Orte) vorliegt. Die Untersuchung gilt für das Feststellen eines Vitaminmangels als wertlos. Lassen Sie sich nicht durch Werbung oder PR (Öffentlichkeitsarbeit) zu einer Haaranalytik verführen, ausser der Arzt hält das für nötig.

Schwermetallbelastungen führen oft zu einem erheblichen Spurenelementmangel. Gewisse Beschwerden wie Migräne, Schlaflosigkeit oder Allergien lassen sich möglicherweise mit Stoffwechselstörungen erklären. Haarproben geben also Aufschluss über Ernährungsgewohnheiten und deren Auswirkungen auf den menschlichen Stoffwechsel.

Informationen aus der Sendung des wdr vom 12. März 2001: Gegenüber der Blut- und Urinuntersuchung, die nur eine Momentaufnahme liefern, geben Haare Aufschluss über das Körpergeschehen der letzten Monate.

Für die Analyse der DNA, beispielsweise für ein Abstammungsgutachten („Vaterschaftstest“) eignen sich dagegen nur Haare mit Haarwurzel, da nur dort Zellen mit analytisch verwertbarem Material existieren.

Über die Blutbahnen gelangt alles, was unser Körper "verstoffwechselt", in die Haarzellen. In einem Monat wächst unser Haupthaar um 1 Zentimeter, 3 Zentimeter geben folglich Auskunft über drei Monate Körpergeschehen. Schamhaare oder Axelhaare wachsen wesentlich langsamer, fallen aber nach einem halben Jahr aus.

Ein Gramm Haare (gehäufter Esslöffel voll) reicht aus, um Informationen über das Stoffwechselgeschehen im menschlichen Körper zu erhalten. Dabei ist die Haarentnahme eine einfache, nicht-invasive Massnahme.

Die Haare unmittelbar am Haaransatz des Hinterkopfes eignen sich am besten für diese Untersuchung. Sie sind am wenigsten durch äussere Einflüsse geschädigt. Dauerwellen-Haar ist unbrauchbar, Färben und häufiges Waschen beeinflussen die Messgenauigkeit.

In der Schweiz führte z.B. die Firma Baxamed Haarmineralanalysen durch, die Mineralstoffe und Schwermetalle bestimmt. Sie dauerte ca. 30 Tage und kostete im Jahr 2001 CHF 180.--. Mit Stichwort Haaranalyse und dem Land gibt Google Resultate. Den ersten Link, Haaranalytik, sollten Sie vorher lesen und dann Preise vergleichen.

Stoffwechseltypen- und andere Ernährungsformen

Dieser Text soll exemplarisch zeigen, wie Menschen sich verrennen und dabei die signifikanten Schritte wie ausgewogene Ernährung unterlassen. Sind die signifikanten Schritte aber getan, dann warum nicht, wenn die Balance für den Körper stimmt und nicht "ein Zuviel" vorkommt. Das schadet dann nur Ihrer Geldbörse. Englisch heisst die Lehre Metabolic Typing. Siehe noch signifikantere negative Aussagen in englisch.

Clevere Geschäftsleute überreden Gläubige zu speziellem Essverhalten. Vergleichen Sie dazu die Ernährung nach den 4 Bluttypen, die sog. Blutgruppendiät mit unten stehenden Ernährungsformen. Jemand mit gutem Denkvermögen stellt sofort fest, dass Sie sich bei den verschiedenen Ernährungsverordnungen je ganz anders verhalten sollten ...

Das gleiche gilt bei der Ernährung nach den 5 Elementen, Makrobiotik, Hay'scher Trennkost, Insulin-Trennkost, Basischer Ernährung, Ernährung nach TCM, traditioneller chinesischer Medizin, anthroposophische Ernährung, Ayurvedische Ernährung, Vollwerternährung, Ernährung nach Mazdaznan, Waerland-Kost, Schnitzer-Kost etc.

Alle Ernährungsformen haben sicher etwas Gutes zu bieten und man kann sogar der Ansicht sein, dass jede Art von Umstellung besser ist als die heutige Normalkost. Die ayurvedische Ernährung (Ayurveda) und Vegetarier essen oft zu viele Milchprodukte. Die Veganer können durch zu einseitige Ernährung leiden. Bei jeder Ernährungsform gibt es also Stolpersteine, so auch bei Rohkost, der eigentlich natürlichsten Form.

Vor allem gegenteilige Modediäten wie Atkins-Diät, Low-Carb-Diät und die zahlreichen Unterformen dazu sind beliebt, weil es dem Geschmack der Leute entgegenkommt. Das passiert langfristig auf Kosten der Gesundheit.

Wenn Sie alle Ansichten berücksichtigen, dürfen Sie nichts mehr essen. Das ist aber nur eine kleine Liste von möglichen Diäten - hier ein grösserer Überblick auf Wikipedia in englisch: "List of diets". Auch das Vermeidungsverhalten oder die Trendlebensmittel sind zu hinterfragen.

Einige makrobiotische Nahrungsmittel, Bild von KVDP, Wikipedia (engl.)

Bild Wikipedia en von KVDP.

Einige Makrobiotische Nahrungsmittel. Der Ernährungswissenschaftler Claus Leitzmann: „Aus Gründen der sehr beschränkten Lebensmittelauswahl ist die Makrobiotik nach Ohsawa die umstrittenste alternative Ernährungsform. Sie ist ernährungsphysiologisch problematisch und kann u.a. aufgrund der geringen Trinkmenge zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Bei einer reinen Getreideernährung, wie sie insbesondere für Kranke empfohlen wird, sind gravierende Mangelerscheinungen zu erwarten."
"Bei einer makrobiotischen Ernährung nach Kushi ergeben sich vor allem für Kinder Probleme, da insbesondere die Zufuhr an Fett, Kalzium, Eisen sowie der Vitamine D, B2 und B12 zu gering ist."

Als Beispiel etwas mehr über Stoffwechseltypen-Ernährung: Was nun über die so genannte Ernährung nach vier Stoffwechseltypen folgt, kann ich nicht beurteilen. Ich empfinde dies eher als Spielerei ohne Signifikanz. Originalton der Sendung von wdr: "Grob kann man die Menschen in vier Stoffwechseltypen unterteilen: Den normalen Stoffwechseltyp - mit 10 Prozent stellt er nur eine Minderheit - den langsamen, den schnellen und den gemischten Stoffwechseltyp. Am häufigsten ist der langsame Stoffwechseltyp."

Bei verlangsamten Stoffwechselvorgängen sei der Mensch müde und lustlos. In seinem Körper sollen sich leicht Giftstoffe ansammeln. Migräne und Schlafstörungen sowie Hautprobleme seien die Norm. Besonders häufig treffe dieser Typ bei Frauen über 30 Jahren zu.

Bei zu schnellen Verbrennern bestehe dagegen die Gefahr von Übernervosität, Angst und Aggression. Insbesondere ältere Männer seien von diesem Typ.

Eine auf den individuellen Verbrennertyp ausgerichtete Ernährung - so die Theorie der Anbieter - soll all diese Übel eindämmen. Langsame Verbrennertypen sollten ca. drei Monate konsequent auf alle Milchprodukte verzichten.

Noch wichtiger sei bei diesem Verbrennertyp eine extreme Reduzierung des Fettanteils in der Nahrung. Übrigens: Der langsame Verbrennertyp soll zu 45 % in der Bevölkerung vorkommen.

Die Typen seien je nach Vorkommen von Calcium, Magnesium, Natrium und Kalium bestimmt. Nochmals Originalton: "Damit Calcium wirken kann, braucht der Körper die Vitamine A, C, D und E. Vitamin D ist jedoch ein 'Gegenspieler' des Magnesiums, welches wiederum Vitamin B6 benötigt."

Und weiter: "Calcium und Eisen fördern zwar den Phosphat-Stoffwechsel, 'vertreiben' aber das Element Mangan, das seinerseits den Kupferspiegel senkt." Mit dem anderen Teil der Information bin ich natürlich nicht einverstanden: "Schnelle Verbrennertypen dürfen hingegen Milchprodukte und Fett konsumieren ... So kann es passieren, dass die Ernährungsempfehlungen für einen korpulenten älteren Mann lautet, viel Kuchen mit Sahne und fettige Saucen zu essen."

Dieser Satz stellt für mich die ganze Einteilerei in Frage. Die schnellen Verbrenner, also 15 % der Bevölkerung, neigen zu Übergewicht und zu erhöhtem Blutdruck, sagte Biometa aus.

In Deutschland bieten verschiedene Apotheken den Stoffwechseltypen-Test an, doch variieren die Preise stark und die Kosten bleiben meistens bei Ihnen hängen.

Wenn schon, lohnt es sich, bei mehreren Anbietern den Preis für die gleiche Anzahl von Bestimmungen zu verlangen, da die Anzahl ein wichtiges Preiskriterium ist.

Beispielsweise verlangte in Deutschland die Firma Biometa 120 Euro (2015) für die Labormesswerte in graphischer Darstellung für deren Analyse Typ A mit 29 Elementen, davon 12 toxischen Metallen.

Mehr als das Doppelte kostet eine Version mit ausführlichem Kommentar sowie einem (konventionellen) Ernährungsplan. Da der Computer das automatisch ausspuckt, empfinde ich das als zu viel. Das Ganze bezeichne ich als "Geschäftlimacherei". Wichtig ist zu wissen, dass bei jeder Ernährungsform grobe Fehler vorkommen, auch bei Rohkost. Jede dieser Kostformen führt zu anderen Problemen, wenn Unwissen vorherrscht. Und das ist meist der Fall. Hier ein Link zu Aktivitäten, auf die krebskranke Menschen ihre letzten Hoffnungen setzen - nur englisch vorhanden.

Machen Sie schlapp? Sicher ist, dass "Normalesser" vor allem im Alter an zu wenig L-Arginin leiden können. Grund: Im Alter steigt der Bedarf an L-Arginin stark an, da der endogene Gegenspieler, das asymmetrische Dimethylarginin (ADMA), ein Sterblichkeitsfaktor mit gefährlichen Effekten um den Faktor 4 ansteigt. Erhöhte Werte für ADMA findet man bei Menschen mit Bluthochdruck, erhöhten Cholesterin-Spiegeln, Diabetes mellitus und chronischer Nierenkrankheit.

Man kann dem diätetisch begegnen, z.B. mit Kürbiskernen (5353 mg/100g), rohen Erdnüssen (ca. 3000 mg), Pinienkernen (2413 mg) und Walnüssen (2278 mg), alles ausgezeichnete Lieferanten von Arginin. Kuhmilch dagegen bringt schlappe 119 mg.

Was Sie festhalten

Es gibt verschiedene Parameter, die sich mit Rohkost und Bewegung stark ändern. So z.B. das Gewicht, Werte des Blutkreislaufs, die Menge an Urin etc. Von Zeit zu Zeit oder regelmässig, lassen sich gewisse Werte auf einfache Art selbst beobachten. Moderne Methoden sammeln Werte mit Pulsoxymetrie (z.B. mit Infrarotspektroskopie) auch schon am Handgelenk wie die arterielle Sauerstoffsättigung, Pulsfrequenzkontrolle bzw. Herzfrequenz. Da kommen sicher auch Produkte von Apple als iWatch mit iOS 8, die im besten Fall auch einen UV-Sensor für die Intensität der Sonnenbestrahlung bringen, um eine gute Versorgung mit Vitamin D zu erreichen oder zu kontrollieren.

Ruhepuls und Blutdruckwerte

An anderer Stelle schreibe ich über den für ein langes gesundes Leben wichtige Ruhepuls und niederen Blutdruck bei voller Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Um die Werte zu kennen, dient am einfachsten ein Smartphone (oder Smartwatch) und eine App dazu - oder besser ein geeichtes Handgelenk-Blutdruckmessgerät. Der absolute Ruhepuls stellt sich nur in gewissen Schlafphasen ein. Doch ist der niederste durch Sie messbare Ruhepuls anlässlich der Aufwachphase feststellbar.

Das ist zudem meist ein gegebener Zustand: ausgeruht, über lange Zeit in der am wenigsten belastenden Liegestellung, ohne Verdauungstätigkeit, ohne grosse Gehirntätigkeit, hoffentlich auch nicht nervös oder seelisch belastet. Zudem ist Ihr Armgelenk fast in jeder Stellung auch etwa auf der physikalischen Höhe des Herzens. Halten Sie das Armgelenk möglichst immer gleich bei solchen Messungen. Auch sollte die Manschette frei von Belastungen sein.

Handgelenk Blutdruck- und Pulsmessgerät Omron R6 intellisense. Bild Ernst Erb. Das gezeigte Blutdruckmessgerät speichert auch Messwerte für zwei Personen. Hier sehen Sie meinen Blutdruck und Puls am Morgen, noch halb im Schlaf, doch voller Tatendrang. Durch die vorwiegend vegane Rohkost verbesserte sich mein Wert auf einen "athletischen Wert" (vor der Aufnahme des Joggens). Ich arbeite ein doppeltes Wochenpensum am Computer, auch "jetzt" mit Alter 77. Mein Herz ist nicht pathologisch erweitert. Bild Ernst Erb.

Zum Einschalten benötigen Sie die andere Hand. Diese halte ich quasi "druckbereit" und versuche nochmals meinen Kopf möglichst leer zu halten, höre aber gerne Musik - erst dann löse ich aus. Ein gesundes Herz reagiert auf jede Kleinigkeit. Darum wiederhole ich die Messung hin und wieder zwei Mal, vor allem, wenn ein ungewohnter Wert erscheint. Das dauert natürlich ein paar Minuten. Wichtig ist auch immer, den gleichen Arm zu benutzen, da die beiden Seiten bei verschiedenen Menschen sehr unterschiedliche Werte produzieren können.

Hier ein Beispiel vom 18. April 2014 von 6:13 - 6:21: 85/46 bei 45 Puls, 79/44/42 und 79/43/43 mit ganz geringen Unterschieden verglichen mit dem nächsten Morgen von 7:15: 107/48/53, 99/51/46 und 104/58/42. Irgend etwas hat wohl den Schlaf gestört. Auch mit den tiefsten Werten kann ich aufspringen und fühle mich fit und aktiv.

Sitzend am Tag zeigen sich Werte wie diese: 129/75/42 oder 133/75/47 aber auch 137/84/57 oder 115/70/47. Dabei erscheint entweder ein niederer Puls mit viel höherem Druck oder ein höherer Puls mit niederem Druck, z.B. 115/67/53, 110/69/52 oder 97/52/66.

Mit diesen Daten will ich lediglich demonstrieren, wie unterschiedlich die Verhältnisse bei der gleichen Person sein können. Dabei spielt auch der Wasserhaushalt im Körper eine Rolle. Achten Sie mehr auf Genussmittelkonsum, anderes Essverhalten, Stress, Anzug einer Krankheit oder Entzündung etc. Schon Milchprodukte oder Schokolade können den Wert drastisch verändern, erst Recht natürlich Kaffee, salzhaltige Kost etc. Über Tabakkonsum brauchen wir nicht zu diskutieren. Mit der Zeit stellen Sie fest, was Ihnen gut tut und was nicht.

Ich kann nicht beurteilen, ob Menschen, die Medikamente einnehmen, sich so auch prüfen können. Medikamente können die Werte stark verändern. Den niedrigsten Aufwachwert wendet die Medizin nicht an, weil das nur im Spital möglich wäre. Früher waren Messgeräte auch nicht so handlich und günstig.

Wenn Sie Werte vor einer Ernährungsumstellung einige Male festhalten, stellen Sie später verblüffende Änderungen fest. Den Beginn einer evtl. neuen Sportlichkeit sollten Sie zu einem anderen Zeitpunkt aufnehmen, wesentlich vorher oder nachher. Nur so können Sie erkennen, was den Unterschied ausmacht.

In der Literatur erfahren Sie nur über die Herabsetzung des Ruhepulses durch Sport. Die grossen Veränderungen durch Rohkost hin zu einem niedrigen Blutdruck und geringerer Herzfrequenz bzw. Pulsfrequenz ist auffallend - aber nicht so bekannt. Die Gründe erkläre ich an anderer Stelle.

Nur dies: Durch diese Messungen fallen Ihnen auch Stress vermehrt auf - aber vor allem auch mögliche Entzündungen. Schon alleine eine nicht spürbare Vereiterung unter einem toten Zahn kann Ihren so gemessener Ruhepuls mit einer Erhöhung von acht Schlägen pro Minute anzeigen. Das sind gut 15 %. Als ältere und nicht sportliche Person erreichen Sie Ruhepulswerte von 40 - 50 Puls. Bedenken Sie: Das Herz bietet Ihnen nur eine endliche Anzahl Schläge an! Diese Anzahl können Sie in einem stattlichen Bereich durch Ihre Lebensart vergrössern oder verkleinern. Unsere Lebensdauer und Lebensqualität hängt aber nicht alleine vom Herzen ab, sondern von zahlreichen Faktoren und Organen. Nicht ohne Grund ist aber das Herz nach dem Gehirn das zweitbest geschützte Organ.

Beachten Sie auch: Die Herzmuskelzellen des menschlichen Herzens schätzt man auf anfänglich sechs Milliarden Zellen, die dann kontinuierlich abnehmen und bei älteren Menschen noch zwei bis drei Milliarden Zellen zählen. Gut zu wissen, da relativ neue Erkenntnis: In jungen Jahren kann der Mensch bis zu 1 % der Herzmuskelzellen neu bilden und im Alter immerhin noch die Hälfte. Das Herz kann sich nur zwischen den Schlägen erholen. Eine niedrige Pulsfrequenz bei nicht zu hohem Druck hilft also mehrfach.

Gewicht

Auch sollten Sie Ihr Gewicht vor einer Kostumstellung festhalten. Die Grösse ist Ihnen sicher bekannt. Getrennt schlage ich dazu vor, dass sie zwei Zustände Ihres Bauchumfangs messen. Zwei harmlose und nötige Arten von Energiespeicherung durch Fett bestehen in Ihrem Körper - und eine schädliche. Die schädliche Speicherung ist die von Bauchfett (Viszeralfett).

Darum ist in der Medizin der BMI (Body-Mass-Index) und der WHR (Taille-Hüft-Verhältnis) nicht mehr von Belang. Nun ist der Bauchumfang massgebend. Das ist noch besser möglich, meine ich. Dabei gehe ich davon aus, dass das Viszeralfett sich nicht durch das Einziehen des Bauches und/oder unterschiedlich gefüllter Lunge verdrängen lässt. Das ganz im Gegensatz von Gasen im Darm und den Bauchorganen. Zudem ist bei älteren Menschen die Muskelanspannung (Tonus) für eine bessere Bauchhaltung "eingeschlafen".

So empfehle ich den Bauchumfang auf der Höhe des Bauchnabels bei voll eingeatmeter Lunge und dem "Herausstrecken" des Bauches (Abdomen) zu messen. Danach an gleicher Stelle, total ausgeatmet und mit stark eingezogenem Bauch. Da zeigt sich dann die nackte Wahrheit. Verfolgen Sie diese beiden Werte, falls Sie unter Übergewicht leiden. Je kleiner der Unterschied im Verhältnis des Gesamtumfangs bei Messung "eingezogener Bauch" ist, desto grösser ist das Problem. Die Medizin müsste Standardwerte dazu setzen.

Ein junger fettsüchtiger Mann unter 20 mit BMI 46, Gewicht 146 kg, Grösse 177 cm. Wikipedia, PD. Männlicher Teenager mit BMI 46 (kg/m2), 146 kg, Grösse 177 cm. Beim BMI gilt < 18,5 als Untergewicht, 18,5-24,9 als Normalgewicht, 25-29,9 als Übergewicht, 30-34,9 als Obesity I, 35-39,9 als Obesity II und darüber als Obesity III. Bild: Wikipedia engl. "Classification of obesity", no name, public domain.  

Ist umgekehrt Ihr BMI 20 oder darunter, empfehle ich Ihnen eine Umstellung auf eine rein vegane Rohkost mit gelegentlicher Kontrolle durch Ihren Arzt. Das ist vielleicht eine unnötige Warnung, denn zahlreiche Autoren von Rohkostbüchern behaupten vielleicht zu Recht, dass das Gewicht sich bei Rohkosternährung automatisch auf den biologischen Idealwert einstellt. Der liegt um den BMI 21.

Diese Autoren betonen, dass magersüchtige Personen auf das biologische Idealgewicht zunehmen. Ich mag das nicht so unkritisch übernehmen und weiss nur, dass Personen mit Übergewicht bei veganer Rohkost innerhalb vier bis sechs Monaten ca. 10 kg abnehmen. Schnellere Abnahme ist schädlich und führt zu Jo-Jo-Effekt. Bei starkem Übergewicht (Adipositas) ist der Effekt grösser - zumindest viel mehr über längere Zeit - bis Sie das biologische Idealgewicht erreichen!

Zudem ist wichtig, dass keine schwere Magen- oder Darmoperationen vorliegen. Der Arzt kann abschätzen, ob Sie Rohkost vertragen oder nicht. Liegt die Operation schon länger zurück, spüren Sie auch selbst, was Sie vertragen und was nicht. Die Umstellung ist dann Schritt für Schritt anzugehen.

Über die grossen Unterschiede bei der Verdauung lesen Sie an anderer Stelle. Leiden Sie an Allergien? Auch das kann sich bei einer Umstellung gewaltig bessern. Eine Umstellung kann ganz selten auch das Gegenteil bewirken, denn naturbelassenes Obst und Gemüse weisen andere Stoffe auf als die übliche gekochte Nahrung. Siehe Beitrag davor und über Energiebilanz.

Es gibt auch Menschen, die auf bestimmte Lebensmittel Allergien oder Unverträglichkeiten zeigen - so z.B. auf bestimmte Früchte.

Beim Vorliegen von Krankheiten

Ihr Arzt muss wissen, was Sie an wesentlichen Krankheiten oder Unfällen durchmachten. Er sollte auch Ihr Befinden kennen und ob Sie Medikamente (Arzneimittel) zu sich nehmen (sollten) oder nicht.

Bei Diabetes ("Zuckerkrankheit")

Als Diabetiker sollten Sie sich vorsichtig auf Ihre neue Kostform umstellen. Achten Sie darauf, dass Ihre Blutzuckerwerte in der Norm bleiben. Die Belastung der Bauchspeicheldrüse ist bei Einhaltung einer Schonkost nicht mehr so gross. Trotzdem sollten Sie mit einem Blutzuckermessgerät Erfahrungen sammeln.

Spritzen oder Tabletten sind bei richtiger Wahl der rohen Nahrungsmittel entweder reduzierbar oder entfallen bei leichteren Fällen. Eine gute Kontrolle ist immer nötig! Über das Internet lassen sich Informationen über Diabetes erhalten - wie z.B. über [medizinfo.com/diabetes]. Hier folgen lediglich die wichtigsten Angaben.

Wikipedia unter Blutzucker: "Unter Blutzucker versteht man im Allgemeinen die Höhe des Glucoseanteils (Glucosespiegel) im Blut. Glucose ist ein wichtiger Energielieferant des Körpers. Das Gehirn, die roten Blutkörperchen und das Nierenmark sind zur Energiegewinnung auf Glucose angewiesen, alle anderen Körperzellen gewinnen die Energie vorrangig im Fettstoffwechsel. Glucose ist in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und versorgt so das Gehirn." Anzumerken ist, dass das Gehirn auch mit Ketonkörper über die Runden kommt. Unter Gehirn: "Das Verhalten des Blutglucosespiegels im Hungerstoffwechsel lässt vermuten, dass ein vollständig ketolysefähiges Gehirn priorisiert Ketonkörper (vorrangig vor der Glucose, selbst bei ausreichender Glucosezufuhr über das Blut) verarbeitet."

Wie lauten Ihre Werte?

Als Normwerte gelten 70 bis 100 mg/dl im nüchternen Zustand. Andere Quellen nennen 60 mg/dl als unteren Normalwert. Ein nüchtern gemessener Blutzuckerwert von 100 - 120 mg/dl gilt als Grenzbereich, über 120 mg/dl gelten als diabetischer Blutzuckerwert.

Kommen mehrfach Werte von über 120 mg/dl vor, so ist die betroffene Person zuckerkrank. Nur wer einen Blutzuckerwert unter 110 mg/dl aufweist, gilt als Nichtdiabetiker.

Blutzucker-Messgerät für zu Hause. Beispiel Bayer Ascensia. Foto Ernst Erb

Blutzucker-Messgerät für zu Hause. Dazu gehört das Notieren der Werte vor dem Morgenessen und zwei Stunden danach. Wikipedia im April 2013: "In Deutschland werden bereits 20 % der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen für die Behandlung des Diabetes und seiner Begleit- und Folgeerkrankungen aufgewendet. Die Ausgaben für die Behandlung der Zuckerkrankheit und ihrer Folgen beliefen sich 2005 auf rund 25 Milliarden Euro. Sie werden bis 2010 auf circa 40 Milliarden steigen." 

Diese etwas niedrigen Werte sollen erlauben, dass beim Typ-2-Diabetes eine frühzeitige Diagnose für eine Person mit Grenzwerten entsteht. So ist eine Umstellung des Ess- und Bewegungsverhaltens möglich bevor Schäden auftreten. In der früher unbeachteten Zeitspanne einer leichten Diabetes, entwickelten sich schon Folgeschäden.

Je früher die Blutzuckerwerte auf einem normalen Wert bleiben, desto geringer ist die Gefahr für Folgeschäden. Weil die Nahrungsaufnahme den Blutzuckerspiegel stark beeinflusst, ist der Blutzuckerspiegel nüchtern (möglichst 12 Stunden nach der letzten Mahlzeit) zu messen.

Der zeitliche Abstand zur letzten Mahlzeit ist sehr wichtig. Warum nicht einige Male morgens nüchtern zur Apotheke gehen, um sich den Wert bestimmen zu lassen? Lassen Sie beim Blutstatus hin und wieder den HbA1c-Wert ermitteln (Glykohämoglobin, GHb).

Dieser Wert zeigt an, ob in den letzten 3-4 Wochen der Blutzuckerwert durchschnittlich normal oder erhöht war. Etwa eine Stunde nach einer Mahlzeit erreicht der Körper die höchsten Werte, die normalerweise bei 70 bis 160 mg/dl liegen und im Grenzfall 220 mg/dl erreichen.

Allerdings filtern die Nieren etwa ab 180 mg/dl nicht mehr sämtliche Glukose aus und Glukose taucht im Urin auf (Glucosurie, Glukosurie, Urinzucker). Die Nierenschwelle ist pro Person etwas unterschiedlich.

Nach einer reichlichen Teigwarenzufuhr kann auch ein gesunder Mensch kurzfristig Glukose ausscheiden. Er überschritt damit ein schädliches Niveau. Zwei Stunden nach dem Essen sollte der Wert auf 70 bis 120 gefallen sein mit Grenzwert von höchstens 150 mg/dl.

Die Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse erzeugen Insulin und Gegenspieler zu Insulin, z.B. Glucagon (Glukagon). Der Saft der Bauchspeicheldrüse - etwa 1,5 Liter pro Tag - enthält vor allem Vorstufen von Enzymen. Diese sorgen dafür, dass der Mensch Eiweisse, Kohlenhydrate und Fette aus der Nahrung in das Blut aufnehmen kann.

Die Nährstoffmoleküle sind in ihrer normalen Form viel zu gross, um in den Blutkreislauf zu gelangen. Die Enzyme des Pankreassaftes helfen, diese Moleküle aufzuspalten.

Der Arzt sollte bei Störungen des Glukosehaushalts zuerst auch andere Krankheiten ausschliessen.

Und wenn der Blutzuckerspiegel zu hoch ist?

Bei einem Verdacht auf Diabetes mellitus untersucht der Arzt auch den Urin auf Zucker. Der lässt sich nachweisen, sobald die individuelle Nierenschwelle überschritten ist. Für diese Untersuchung genügt die Anwendung eines Teststreifens.

Nur bei Verdacht auf Diabetes kommt auch der Glukosetoleranztest in Frage: Die Person isst über drei Tage normale, kohlenhydratreiche Nahrung. Auch ihre körperlichen Aktivitäten führt sie wie immer durch.

Nach diesen drei Tagen bekommt die Person morgens, in nüchternem Zustand, 300 ml Wasser mit 75 bis 100 mg aufgelöstem Zucker zu trinken. Vorher ist der Blutzuckerspiegel zu bestimmen.

Zwei und drei Stunden nach dem "Zuckercocktail" erfolgen Messung zwei und drei. Die dabei festgestellten Werte zeigen eine versteckte Zuckererkrankung auf, falls vorhanden.

Diabetes mellitus teilt die WHO heute nicht mehr in zwei, sondern in vier Gruppen mit verschiedenen Unterteilungen der Ursachen ein.

Dabei gelten als mögliche Ursachen übertriebene Hygiene bei Säuglingen, Umstellung von Stillen auf Kuhmilch vor dem zweiten Lebensmonat, Belastungen durch Schadstoffe und Medikamente, Virusinfektionen Coxsackie-Virus etc.

Tabelle der Einstufung betreffend Diabetes auf Grund der Messwerte. Bild aus Wikipedia, Diabetes.

Zum Ansehen bitte auf Bild klicken. Sie sehen dann die Diabeteskriterien der WHO und die vier Einstufungen dazu.

Tabelle von Wikipedia unter Diabetes.

Der Typ-2-Diabetes unterscheidet sich sehr vom Typ-1-Diabetes. Bei Typ-1 verringert sich die Insulinproduktion stetig, bis hin zur völligen Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen. Bei Typ-2 ist zu viel Insulin im Blutkreislauf, also genau das Gegenteil.

Bei Typ-2-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse mit der Zeit immer mehr Insulin, weil die Zellen nicht mehr auf das Insulin ansprechen. Die Zellen bilden eine Resistenz.

Die Vererbung erhöht das Risiko für Typ-2 ganz erheblich. Dabei ist wohl nicht geklärt, ob die "Vererbung" aus der "Essenstradition" mit Folge einer Veränderung durch Epigenetik oder aus dem Genpool selbst stammt - unterstelle ich hier (ab 2001).

Letztendlich sind aber die Folgen dieselben. Dabei ist beim Typ-2-Diabetes die erbliche Veranlagung sehr viel höher zu bewerten, als beim Diabetes Typ 1.

Die Wahrscheinlichkeit, als Erwachsener an Diabetes Typ-2 zu erkranken liegt bei 40 %, wenn ein Elternteil ebenfalls Typ-2-Diabetiker ist und bei 60 %, wenn beide Eltern Typ-2-Diabetiker sind.

Vererbung allein löst die Krankheit aber nicht aus, denn falsche Ernährung (Adipositas, Hypertonie) und Bewegungsmangel über längere Zeit sind letztlich dafür verantwortlich. Adipositas heisst "Fettsucht" und Hypertonie (Abkürzung) heisst "Bluthochdruck", Hypertonus, Hypertension.

Bei einer Insulinresistenz kann die Glucose aus dem Blut nicht in die Zellen gelangen. Normalerweise öffnet Insulin die Zellen für die Glucose. Durch die zunehmende Resistenz nehmen immer weniger Zellen Glucose auf.

Die Glucose zirkuliert dann verstärkt mit dem Blut, weil das Insulin nicht wirksam arbeitet. Der Körper interpretiert das als "Insulinmangel" (obwohl eigentlich genug da ist) und gibt das Signal, noch mehr Insulin zu produzieren.

Durch die gesteigerte Produktion steigt der Insulinspiegel im Blut weiter an. Dieser Vorgang heisst Hyperinsulinämie. Diabetes mellitus Typ-2 (früher II) bzw. eine verminderte Glucosetoleranz, arterielle Hypertonie, Störungen des Fettstoffwechsels, Adipositas sowie die koronare Herzkrankheit manifestieren sich häufig in derselben Person. Verminderte insulinstimulierte Glucoseaufnahme ist das Thema.

Das nennt sich ein metabolisches Syndrom. Zu oft kommt Typ-2-Diabetes zu spät ans Tageslicht, erst im Alter von 55 - 60 Jahren. Dann bestehen manchmal erste Folgeschäden. 80 % der Erkrankten zeigen starkes  Übergewicht.

Das ist mit Rohkost und etwas körperlicher Belastung vermeidbar! Mit Rohkost sollten Sie dann besonders früh beginnen, wenn Sie genetisch ein Risiko tragen.

Abgesehen davon existieren Kreise, die dieses genetische Risiko auch wieder von der Ernährungsweise der "Altvorderen" ableiten. Die Epigenetik fand in der Praxis noch nicht genügend Bedeutung.

Die Patienten wissen meist nicht, was bei Diabetes im Alter auf sie zukommt - trotz bester Einstellung über Jahrzehnte. Denn auch die sich akkumulierenden Nebenwirkungen der Symptombekämpfung spielen eine wichtige Rolle. Schliesslich entscheidet die Intelligenz des Patienten, wie lange sein Hirn mithält und er ein relativ normales Leben führen kann, denn jede zu starke Abweichung des Blutzuckerspiegels zerstört, auch Hirnzellen.

Ich kenne Diabetiker, die fast auf die Minute genau alle zwei Stunden etwas einnehmen, genau berechnet. Konventionell, also nur mit Symptombekämpfung, halten Patienten so relativ lange durch. Auch kontinuierlich messende Glucosesensoren mit Insulinpumpe bilden eine Möglichkeit. Damit ist auch Unterzuckerung, also eine Hypoglykämie mit den schlechten Folgen vermeidbar.

Das heutige Drama mit Fast-Food-Konsum bereits im Jugendalter lässt Diabetes mehr und mehr schon in relativ frühem Alter auftreten und unbeachtet seine Wirkung entfalten. Speziell da wirkt eine radikale Kostumstellung ursächlich, also kurativ.

Bei Bluthochdruck (Hypertonie)

Professor John B. Kostis, Robert Wood Johnson Medical School, New Jersey , USA, stellte in Stockholm am 19. Kongresses der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie das Ergebnis einer Metastudie vor, die auf der SOLVD Studie (Studies of Left Ventricular Dysfunction) basiert.

Die Auswertung dieser Untersuchung ergab im Zusammenhang mit den medizinischen und ökonomischen Folgen der Therapie des Bluthochdrucks erstaunliche Erkenntnisse.

Bei über 100 Millionen in Europa lebenden Hypertonikern stellt sich nach Ansicht von Prof. Kostis zu Recht die Frage, welche volkswirtschaftlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit dieser Zivilisationskrankheit anfallen.

"Vor allem Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Schlaganfall sind fast unausweichliche Folgen eines unbehandelten Bluthochdrucks. Die erschreckend hohe Mortalität dieser Leiden zwingt zum Handeln, da ein 'Aussitzen' des Problems die Folgekosten so erhöhen könnte, dass sie die kurzfristig eingesparten Beträge bei weitem übersteigen würden."

Was da in zwei Sätzen gesagt ist, lässt die Leiden dahinter etwas erahnen. Leider spürt der Erkrankte normalerweise den Bluthochdruck nicht. Oft findet der Arzt mit einer Echokariografie (Sonografie, Echocardiogram), EKG (Elektrokardiogramm), evtl. Langzeit-EKG und Belastungstest auch keinen organischen oder psychischen Grund. Den Befund nennt er dann eine essentielle Hypertonie.

Mit anderen Worten meint er, dass das so einfach gegeben ist. Je nach Alter und Schwere des Falls erhalten Sie Beta-Blocker oder ACE-Hemmer verschrieben. Das ist keine Ursächliche Therapie, sondern nur Symptombekämpfung.

Ist der Arzt besonders gut, warnt er Sie vor den Nebenwirkungen und gibt Ihnen einige Lebensregeln. Später "dürfen" Sie vielleicht beide Mittel zusammen einnehmen. Die Pharma-Industrie weiss das zu schätzen. Antihypertensive Medikamente bzw. ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten, Betablocker, Diuretika und Calciumantagonisten bringen Milliarden an Gewinn.

GIF aus Wikipedia, Kardiologie in englisch von Kjetil Lenes: animiertes Echokardiogramm in 3D.

Originaltext: "3D reconstruction of the heart as viewed from the apex towards the valves, image flipped 180° relative to illustration above. Pulmonary valve not visible, leaflets of the tricuspid and aortic valves only partly visible. To the left two images in 2D from the same dataset, showing tricuspid and mitral valves (above) and aortal and mitral valve (below)." 

Ins Bild klicken zeigt Ihnen die Funktion besser.
Bild von Wikipedia in engl., Kjetil Lenes.

In den meisten Fällen ist aber gerade die Hypertonie zumindest im Anfangsstadium mit einer radikalen Kostumstellung, genügend Bewegung und Stressabbau ursächlich behandelbar.

Auch bei längerer chronischer Hypertonie sind zahlreiche Heilungen durch dauernde Rohkost unter Beachtung der übrigen Faktoren beschrieben. Selbst die meisten Professoren auf diesem Gebiet wissen das nicht.

Zur Verteidigung der Ärzte: Die Patienten wollen einfach eine Tablette einwerfen, statt selbst und ursächlich gegen die Krankheit vorzugehen. Sie verstehen meist auch nicht den Unterschied zwischen Symptombekämpfung und ursächlicher Behandlung. Dabei müsste ein Arzt lediglich auf diesen Text hinweisen - und die Verantwortung läge dann beim Patienten. Zumindest hätte er die Chance, es unter Kontrolle zu versuchen. Die Kontrolle durch den Arzt scheint mir wichtig, denn sonst ist das kontraproduktiv.

Bei Gicht (Urikopathie, Hyperurikämie)

Vorbei die Zeiten, als Gicht noch als eine "Krankheit der Reichen" galt. Heute kann sich fast jeder tierische Lebensmittel im Überfluss leisten. Die verursachen in Verbindung mit einer Störung der Harnsäureausscheidung diese Purinstoffwechsel-Erkrankung.

Ein bis zwei Prozent der Mitteleuropäer leiden bereits unter der Krankheit, die mit chronischen Gelenkschmerzen einhergeht. Mittlerweile existieren verschiedene Medikamente zur erfolgreichen Behandlung der Gicht.

Im Zentrum einer Therapie sollte jedoch stets eine Änderung der Ernährung stehen. Das ist die ärztliche Sicht. Primäre und sekundäre Gicht ist zu unterscheiden. Beispiele für Gründe zur seltenen sekundären Gicht bilden verschiedene Arten von Blutkrebs, chronische Nierenerkrankungen oder wassertreibende Medikamente und Mittel zur Krebsbekämpfung.

Der erste Gichtanfall kommt oft in der Nacht. Typischerweise wacht der Mensch mit extremen Schmerzen im grossen Zeh auf (Podagra). Das Gelenk schwillt an, färbt sich rot und schmerzt unerträglich. Die Schmerzen beginnen meist nachts oder frühmorgens. Das normale Gehen ist erschwert.

 Gicht als Podagra Tag 5 eines 50 jährigen. Foto Wikipedia bei Gicht von Gonzosft.

Akuter Gichtanfall im Großzehengrundgelenk, Mann, 50 Jahre. Das Gelenk ist gerötet, stark geschwollen und überwärmt. Fotografiert am 5. Tag.

Foto Wikipedia bei Gicht von Gonzosft.

Auch andere Gelenke wie Schulter (Omagra), Handgelenk (Chiragra) und Knie (Gonagra) können schmerzen. Bei stark erhöhter Harnsäure ist eine Medikamenteneinnahme oft lebenslang nötig. Ablagerungen von Harnkristallen (Urat) bilden die Ursache der Schmerzen. Gicht führt zu Knochenresorption und Knorpelveränderungen. Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) ist schliesslich das Resultat von starker Gicht über lange Zeit.

Als Medikament kommt vorwiegend Allopurinol in Frage. Vermeidung von Medikamenten heisst konsequente Lebensumstellung. Verschiedene Ratgeber erklären daher nicht nur ausführlich, wie Gicht entsteht und wie sie sich medikamentös behandeln lässt. Vielmehr geben sie auch weitreichende Hilfestellung bei der Zusammenstellung eines gesunden Speiseplans mit zahlreichen Rezepten.

Rohkost hilft da noch besser! Kurz gesagt tritt Gicht bei purinreicher Ernährung zusammen mit erblicher Veranlagung auf. Dies ist oft verbunden mit Übergewicht, was besonders bei Männern im mittleren Lebensalter zu Problemen führt.

Gicht kann aber auch bei strengem Fasten (vorübergehend), durch hohen Alkoholkonsum oder durch gewisse Medikamente auftreten - z.B. durch medikamentös erworbene Ausscheidungsstörung der Nieren.

Beim strengen Fasten lebt der Körper von seinen Depots. Die dadurch zahlreich auftretenden Ketonkörper hemmen vorübergehend die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren.

Dr. Christian Rous bezeichnet Gicht als eine Störung des Purinstoffwechsels mit einer Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blut, was zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen in Gelenken und Geweben führt.

Diese Erhöhung über einen bestimmten Wert (6,4 mg/dl) nennt sich Hyperurikämie (griech.: "zu viel Harnsäure im Blut"). Er fährt fort: "Die erhöhten Harnsäurewerte müssen nicht zwangsläufig zur Gicht führen - sie stellen lediglich die biochemische Grundlage dar. Mit der Höhe der Harnsäurekonzentration steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit eines Gichtanfalls.

Der oben angeführte Wert von 6,4 mg/dl Harnsäure stellt dabei den Grenzwert dar, ab dem es zu einer Ausfällung von Harnsäurekristallen und einer Ablagerung in Gelenken und im Gewebe kommen kann. Dies führt dann zu den bekannten schmerzhaften Symptomen eines Gichtanfalls.

Beim Gesunden besteht ein Gleichgewicht zwischen der Aufnahme (über die Purinzufuhr mit der Nahrung) und der körpereigenen Harnsäurebildung einerseits sowie der Ausscheidung der Harnsäure andererseits. Beim Gichtkranken ist dieses Gleichgewicht aufgrund verschiedenster Ursachen gestört.

Überdurchschnittlich häufig leiden Menschen mit Übergewicht und Fettstoffwechselerkrankungen, Diabetes und Bluthochdruck an Gicht. Das Auftreten einer Hyperurikämie wird durch Übergewicht, hohen Alkoholkonsum und purinreiche Ernährung begünstigt.

Eine entsprechende Diät mit purinarmen Nahrungsmitteln und eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht stellen dabei die Grundlage einer Therapie dar und reichen in vielen Fällen aus, um weitere Gichtanfälle zu verhindern."

Die ärztlichen Ernährungsempfehlungen mahnen uns deutlich: "Verzichten Sie auf jede überflüssige Kalorie. Essen Sie viel Gemüse, Obst, Kartoffeln und Getreideprodukte (Vollkornprodukte)". Bei Gicht und gleichzeitigem Übergewicht führt eine Normalisierung des Körpergewichtes oft schon zu einer Senkung des erhöhten Harnsäurespiegels (Hyperurikämie).

Die vegane Rohkosternährung führt zu den grössten Heilungschancen, doch ist bei Gicht auf folgende Lebensmittel zu verzichten: Spinat, Spargel, Blumenkohl (Karfiol, Käsekohl, Traubenkohl, Minarett-Kohl), Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen, Bohnen - letztere sowieso nur in Kochkost verwendbar), Sojaprodukte, Erdnüsse (auch ungeröstete) und Fett.

Auch sollte eine betroffene Person möglichst auf Alkohol verzichten, denn der begünstigt die Bildung von Milchsäure, was zu einer Übersäuerung des Blutes führt. Dies setzt die Löslichkeitsgrenze der Harnsäure herab, was die Auskristallisation von Harnsäurekristallen fördert.

Dazu hemmt Alkohol die Harnsäureausscheidung über die Niere und stimuliert in der Leber die körpereigene Harnsäuresynthese. Biere (vor allem dunkles Bier) enthalten zudem Purine, die im Körper den Harnsäurespiegel erhöhen. Besonders ungünstig ist die Kombination von Alkoholkonsum und fettreicher Nahrung.

Basaltemperatur zur Bestimmung der Schilddrüsenfunktion

Es scheint, dass eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) öfters vorkommt, doch sehr selten eine eigentliche Schilddrüseninsuffizienz (Myxödeme). Schilddrüsenunterfunktion bedeutet ein niedriges Energienieveau. Anämie oder Lymphstauung (Kongestion), Störungen der Atem- und Harnwege sowie Migräne kommen dann vor.

Jedenfalls herrscht eine niedrigere Körpertemperatur und schwächere Durchblutung der Extremitäten wie Hände und Füsse. Eine ausgezeichnete Zusammenstellung über die Endokrinologie, das heisst über die innere Sekretion bzw. Bildung und Wirkungsweise von Hormonen, gibt die Seite [medizinfo.com/endokrinologie].

Sie führt aber weit über das hinaus und ist zumindest eine der besten Seiten für allgemeine medizinische Fragen. Für die etwa 20 Gramm schwere Schilddrüse steht da folgende Kurzaussage:

"Ohne die Hormone der Schilddrüse funktioniert im menschlichen Organismus nicht sehr viel. Die Herzschlagfrequenz und die Schlagkraft des Herzens, die Körpertemperatur, der Energieumsatz der Zellen, die Arbeit der Skelettmuskulatur, Wachstum und Reifung des ZNS, alles wird mit Hilfe der Schilddrüsenhormone gesteuert. Wenn da zu viele oder zu wenig Hormone zur Verfügung stehen, können vielfältige Krankheitsbilder entstehen."

Nur für Leser, die mehr wissen möchten: Die Schilddrüse liegt vor der Speiseröhre. Sie ist vor allem zuständig für die Produktion der Hormone Thyroxin (T4) mit vier und Triiodthyronin (T3) mit drei Iodatomen (Iod, umgangssprachlich Jod), die als Schilddrüsenhormone gelten.

Die Ausschüttung von T3 und T4 hingegen regelt ein Rückkopplungsprozess mit dem Hypothalamus, der TRH (Thyreotropin-Releasinghormon) ausschüttet. Das Neuropeptid TRH veranlasst die Hypophyse zur Ausschüttung von TSH (Thyroidea stimulierendes Hormon). TSH schliesslich regelt Bildung und Ausschüttung von T3 und T4.

Die C-Zellen in der Schilddrüse bilden zudem Kalzitonin (Calcitonin), das den Calciumstoffwechsel steuert. Den "Gegenspieler" dazu, Parathormon, bilden die Nebenschilddrüsen. Die Wirkung von Parathormon wiederum bestimmt das Vitamin D.

Kalzitonin behindert die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm, sorgt dafür, dass vermehrt Kalzium und Phosphat in die Knochensubstanz kommt und dass die Nieren das Konzentrat im Blut vermindern.

Was sagt die Medizin zu den Auswirkungen einer Unterfunktion? "Wenig oder gar keine Hormone aus der Schilddrüse führen zu einem verminderten Stoffwechsel. Die Stärke hängt vom Schweregrad, der Dauer des Hormonmangels, vom Alter bei Krankheitsbeginn und von Begleiterkrankungen ab. Nicht jeder muss alle Symptome entwickeln.

Leitsymptome sind: leichte Ermüdbarkeit, allgemeine Schwäche, ständiges Frieren, Kälteintoleranz, Unvermögen zu schwitzen, Desinteresse, Konzentrationsschwäche, Angina pectoris-Beschwerden, Durchblutungsstörungen, Kopfschmerzen, Impotenz, Haarausfall, taube Fingerspitzen, rheumatische Beschwerden, Atembeschwerden. Im Vollbild verstärkte Symptomatik mit starken Organbeeinträchtigungen."

Jodmangel ist in der Lage, so eine Unterfunktion hervorzurufen. Die Schilddrüse führt bei ausreichender Jodversorgung ein Depot für ca. drei Monate. Deutschland, Österreich und die Schweiz zeigen wegen Abtragungen durch Gletscherwasser geringeres Jodvorkommen im Boden.

Das ist ein Grund, weshalb das Kennen des Status vor der Umstellung wichtig sein kann. Ein Mediziner verwendet wohl den TRH-Test (Thyreoliberin). Dabei misst er den TSH-Wert im Blut, injiziert 200 Milligramm TRH in die Vene und bestimmt nach 30 Minuten erneut den TSH-Wert.

Er sollte dann einen Anstieg von mehr als zwei mikroE/ml erhalten. Gemäss Gray leiden Menschen mit viel oder chronischem Schleim oft unter einer Schilddrüsenunterfunktion. Wenn nicht, vermindern Sie die Schleimbildung mit einer Ernährungsumstellung.

Analoges Basalthermometer (Bilder von Marken) Links ein analoges Basalthermometer, rechts ein digitales. Bilder von Marken. Digitales Basalthermometer (Bild einer Marke)

Gray schreibt weiter, dass Sie eine Unterfunktion der Schilddrüse durch die Messung der Basaltemperatur selbst erkennen. Dies ist die Temperatur unmittelbar nach dem Nachtschlaf vor Bewegung, also die tiefste, die der Körper im Tagesrhythmus bei Bewusstsein erreicht.

Zur Messung diene ein Basalthermometer für die Bestimmung des Zeitpunkts des Eisprungs bei Frauen. Viel einfacher als die Methode von Gray ist das Messen mit dem elektronischen Fieberthermometer. Sie schalten das Thermometer ein, legen die Messstelle unter die Zunge und warten, bis ein akustisches Signal ertönt. Das dauert nur eine bis anderthalb Minuten.

Gray erklärt besonders pingelig: "Legen Sie ein Thermometer unmittelbar beim Aufwachen ohne aufzustehen oder weit greifen zu müssen seitlich unter die Zunge. Sie liegen sieben Minuten lang still - möglichst mit geschlossenen Augen. Dann wechseln Sie das Thermometer auf die andere Zungenseite, um die Temperatur nach weiteren drei Minuten abzulesen. Schritte von 0,05 Grad C sollten ablesbar sein.

Dabei sollten Sie in keinem Fall sitzen, sich bewegen, etwas trinken oder sprechen, da die Temperatur dann sofort steigt und nicht den Basalwert anzeigt. Lassen Sie alle Werte aus, die zweifelhaft erscheinen. Sie benötigen etwa zehn korrekte Messungen.

Frauen sollten dabei ab Beginn der Periode bis zum Tag vor dem Eisprung messen, da die Basaltemperatur beim Eisprung auf den Tiefstwert sinkt und in wenigen Tagen auf ein bis zwei Grad höher klettert.

Die normale Basaltemperatur unter der Zunge liegt beim Menschen bei 36,5 bis 36,8 Grad. "Bei Schilddrüsenunterfunktion neigt die Körpertemperatur zu deutlichen Schwankungen, bleibt aber im allgemeinen unter 36,5 Grad. Bei einer Temperaturänderung um ein Grad ändert sich der Stoffwechselumsatz um etwa 18 %." [249-70]

Beispiel zu Basalthermometer "Cyclotest" von Uebe GmbH: Das etwas teure Thermometer zeigt in der Mitte der Ableseskala einen roten Pfeil, der den Mittelwert von 36,9 Grad markiert. Je sechs mit Zahlen markierte Teilstriche zeigen 1/10tel-Grade an.

Damit weist das Thermometer nur einen Ableseumfang von 1,2 Grad auf und eignet sich nicht als Fieberthermometer. Der Ablesebereich verteilt sich auf 5,7 cm. Die Teilstriche ohne Zahlen zeigen ein 20stel Grad an.

Das Thermometer ist nach Gebrauch natürlich "herunter zu schütteln". Gray: Diese Messung gilt als sicher, sofern keine Krankheiten, Fasten oder nervliche Anspannung vorliegen. Nur etwa ein Prozent der Fälle mit zu niedrigen Werten weist eine Unterfunktion der Nebennieren oder der Hypophyse auf.

Meine eigene Erfahrung: Meine erste Messung zeigte 35,8 Grad bei Blutdruckmessung von 100 auf 61 bei 49 Puls. Dies ist auf dem Basalthermometer gar nicht ablesbar ... Meine Frau hingegen zeigt 36,9 Grad bei 99 auf 63 und 47 Puls. Nota bene: Vor unserer Umstellung auf Rohkost wurde ihr essentieller Bluthochdruck attestiert.

Es ist Sonntag, 5.30 morgens, ich bin voller Aktivität und Ideen und beginne meine Arbeit. Doch Kathrin bittet mich, den Wecker (ich benötige keinen) doch auszuschalten, damit er nicht um acht Uhr los geht. So unterschiedlich bei gleichem Verhalten können Menschen sein.

Wir genossen einen sehr schönen "Liebesabend", obwohl mein geeichtes Blutdruckmessgerät davor 85 auf 49 bei Puls 46 und bei Kathrin 109 auf 72 bei Puls 65 ergab. Beide schliefen auch gut.

Fazit daraus: Leider kann ich nicht ermitteln, wie ich bezüglich Basaltemperatur und Blutdruck/Pulsfrequenz vor der Rohkost stand. Ich stelle nur verblüfft fest, dass meine Werte verglichen mit den Aussagen der Medizin etwa das Gegenteil meines Befindens anzeigen.

Meine Blutcholesterinwerte müssten auch noch hoch sein, doch das Gegenteil ist mit 3.0 mmol/l (LDL = 1,6) der Fall. Das Befinden sollte zwischen uns Partnern gerade gegenteilig sein.

Allerdings verfügte ich dann, im Jahr 2001 über jahrelange Rohkosterfahrung, meine Frau (damals Lebenspartnerin) erst seit ein paar Monaten. Die Auswirkungen von strikter Rohkost auf einzelne Menschen sollten wir aber endlich objektiv beurteilen. Wie sehen Ihre eigenen Werten vor und nach der Umstellung aus, wie ist Ihr Befinden davor und danach?


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Autor
Ernst Erb, Schweiz
Mein Lebenslauf hat mich motiviert, die "Stiftung G+E, Gesundheit und Ernährung" zu gründen. Im Beitrag "Schicksalsschläge, tödliche Krankheit, Gesundheit, Leben!" schildere ich etwas davon. Ein ebenso wichtiger Punkt bildet die Erfahrung aus dem Aufbau von Radiomuseum.org: Es bekommen zu viele Männer bereits ab Alter 65 schwerwiegende Krankheiten. Das gilt sicher auch für Frauen - und ganz allgemein altern wir zu rasch. So lange wie möglich zu leben ist nicht das Ziel, sondern so aktiv, positiv und glücklich wie möglich. Der Weg des geringsten Widerstands führt nicht dazu. Ganz im Gegenteil: nur im Leid schafft man grössere persönliche Veränderungen. Im Alter von 41 Jahren brachte mich die Todesangst vor meinem Krebsleiden dazu, über mein Leben zu reflektieren und auch bezüglich Krankheit selbstverantwortlich zu handeln. Heute bin ich froh, dass ich durch sehr schwierige Lebensphasen gehen musste. Dadurch konnte ich meine Lebensführung so verändern, dass ich auch im achtzigsten Lebensjahr (2015) >60 Stunden pro Woche am PC arbeiten und dabei leistungsfähig bleiben kann. Es ist falsch, so viele Stunden sitzend zu verbringen (früher waren es mehr), doch versuche ich das durch Ausdauersportarten (schnelles Wandern, Bergwandern, seit 2014 auch durch Joggen) und leider nicht immer jeden Tag ausgeführte Übungen (7 Min Workout ab iPhone) auszugleichen. Ich darf aber annehmen, dass die langjährige (Pesci-)vegane Ernährung mit ca. 90% Rohkostanteil den Ausschlag für meine Gesundheit gibt. Leider sind es mit Sicherheit nicht meine Gene. Auch als Angestellter sah ich meine Arbeit nie als Job, sondern als Hobby, das mich interessierte. Als ich eigene (kleine) Firmen aufbaute, war mir das Wohlergehen der Mitarbeiter besonders wichtig. Erfolg oder Misserfolg hing zu einem grossen Teil von ihnen ab. Es war nie mein Ziel, reich zu werden, sondern etwas individuell und intelligent aufzubauen, so dass es vielleicht Erfolg haben kann. Trotzdem kann ich es mir nun erlauben, mit meiner Erfahrung und meinen Möglichkeiten etwas aufzubauen, das interessierten Menschen zugut kommen kann. Zum Glück geben mir auch junge Menschen, die an "diet-health.info" mitarbeiten, das Gefühl echter Teamarbeit. Einige arbeiten mit mir persönlich zusammen, wie ein Software-Entwickler neben einem Studium. Doch mit Skype und TeamViewer ist es möglich, mit geographisch weit verstreuten MitarbeiterInnen zu arbeiten, wie z.B. mit professionellen ÜbersetzerInnen. Selbst Professoren oder Ärzte beteiligen sich an diesem etwas speziellen Projekt, indem sie eigene Texte beisteuern. Unsere Themenbereiche erfassen eigentlich alles, was uns Menschen ausmacht: Gesundheit - Prinzipien/Allg. - Heilkunde - Ernährung - Produktion/Handel - Drogen - Aktivität - Lifestyle - Politik - Wellness - Natur - Umwelt - Persönlichkeit - Ethik - Soziales / Religion. Noch weiss ich nicht, ob "diet-health.info" mit diesem Versuch, den Menschen "nur" solide Zusammenhänge zu vermitteln, auch die notwendige Beachtung erhalten kann. Doch meine ich, dass es reflektierende Menschen gibt, die Zusammenhänge verstehen wollen, statt jedem Modetrend lemmingehaft nachzugehen oder sich zu einem leicht begehbaren Weg (ver-)führen zu lassen. Ob die auch die notwendige Aufmerksamkeitsspanne und den Willen zum Lesen mitbringen? Jedenfalls fehlte mir eine solch umfassende Quelle, die mir ungefärbte Antworten auf wichtigste Fragen geben kann. Deshalb versuche ich diesen "vorher vergeblich gesuchten Hafen" aufzubauen. Hoffentlich habe ich auch die Zeit und Kraft dazu.

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Publikation

05.07.03 22:32

Geändert am

08.01.16 21:15

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