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05.07.2003 21:06:00
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7 Die Umstellung auf Rohkost

Von den verschiedenen Methoden den Darm zu reinigen, unser wichtigstes Abwehrorgan gegen Krankheiten. Bedeutung unserer Darmflora. Darmspiegelung.
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Bei dieser Artikelfolge führt obiger Pfeil-Link zum vorherigen und der andere zum folgenden Beitrag. Diese zehn zusammenhängenden Texte von 2001 bezüglich Rohkost habe ich 2014 bearbeitet. Alle anderen Texte sind neu entstanden.

7.1 Zusammenfassung

Verdauungstrakt, Übersicht, Bild im Public Domain durch BMK/LadyofHats.

Bevor Sie mit Rohkost beginnen, sollten Sie den ganzen Verdauungsapparat (Verdauungstrakt) darauf vorbereiten, damit Sie sicherer von Ihren Bemühungen profitieren. Dafür gibt es verschiedene Wege, wovon ich einen empfehle. Die anderen sind meines Erachtens meist unangenehmer. Sicher lässt sich auch Rohkost schonend einschleichen, doch die Darmreinigung hat sich bewährt. Siehe auch Entschlackung.

Durch Klick können Sie jedes Bild in Gross erhalten und danach in den Bildern navigieren.

Falls Sie im Beitrag 1 dieser Reihe über Rohkost begonnen haben, haben Sie gelesen, warum der Darm wahrscheinlich das wichtigste "Gesundheitsorgan" für Ihre Abwehrbereitschaft (Immunität) gegen Krankheiten ist. Wegen seiner wichtigen Abwehraufgaben lohnt sich langfristig der Aufwand einer Reinigung des Darms. Sie geben ihm die Gelegenheit, danach eine besonders günstige Zusammensetzung an Mikroorganismen aufzubauen.

Sie wissen dann auch ansatzweise, dass Enzyme in Mund, Magen und Darm (Zwölffingerdarm und Dünndarm) die Nahrung aufschliessen und der Organismus geeignete Bestandteile auch in all diesen Organen aufnimmt. Sie erkennen Nutzen, Funktion und Bedeutung der Darmflora, bzw. Intestinalflora des Dickdarms, eigentlich aber Darmmikroorganismengemeinschaft.

Sie kennen die drei Phasen der Umstellung auf Rohkost, also Anpassung der Verdauung, des Geschmackssinns (gustatorische Wahrnehmung) und Anpassung des menschlichen Körpers. Eine Umstellung auf Rohkost ist eine freiwillige Leistung, die Sie erst beginnen sollten, wenn Sie davon überzeugt sind.

Falls Sie älter sind und seit Jahren keine Darmspiegelung (Koloskopie) vornehmen haben lassen, wäre die Darmreinigung die Gelegenheit dazu. Eine Darmreinigung ist vor dieser Untersuchung sowieso nötig. Das geschieht z.B. mit einer Golytely Lösung bzw. Salzmischung. Dabei trinkt man innerhalb von zwei Stunden 3 Liter dieser Lösung. Eine ambulante Koloskopie ist nach Ende dieser Vorbereitung nach frühestens 3 bis 5 Stunden möglich.

Die Gastroenterologie nennt das auch PET (Polyethylenglycol, Macrogol) oder besser noch PEG-EL Polyethylenglycol-Elektrolyt-Lösung, bei der 2 Liter reichen. Dies nennt sich auch orthograde Darmspülung.

Besonders wenn in der Familie Darmkrebs (Kolorektales Karzinom) vorkommt, wäre das ein Muss, um einen schlimmen Ausgang zu vermeiden. Beispielsweise lassen sich so auch gefundene Dickdarmpolypen direkt entfernen. Sie erhalten Klarheit über den Status. Darmkrebs im Anfangsstadium bedeutet praktisch immer Heilung durch Operation, im fortgeschrittenen Stadium ist Darmkrebs tödlich.

Aber: "Wie mit Rohkost beginnen?", lautet wohl Ihre Frage.

Das Resultat bzw. das Durchhaltevermögen (psychologische Ausdauer) entsteht nur dann, wenn Sie von der Sache überzeugt sind und die Konsequenz des "traditionellen Weges" kennen und vielleicht auch fürchten. Leider kennen Sie eventuell keine Rohköstler oder ganz vegan lebende Menschen, mit denen Sie sich austauschen können. Ohne gut durchgeführten Versuch lassen sich die Veränderungen auch nicht erahnen.

Viele Menschen nehmen Rohkosternährung als Extrem wahr. Sie kennen die Vorteile für den Körper nicht und wissen nicht, dass das "unsere" ursprüngliche Kost war. So meinen sie etwa das sei esoterischer Glaube, der in Wirklichkeit mehr schadet als nützt. Das erschwert den Entscheid, denn der Mensch lernt meist erst aus Katastrophen.

Oft ist dann eine Umstellung zu spät. Dazu kann ich nur empfehlen, die Leistungsfähigkeit von nicht sektiererisch an speziellen Formen hängenden Rohköstler oder Veganer mit dem gleichaltrigen Durchschnitt zu vergleichen. Probieren Sie Kontakte zu knüpfen.

Meine Empfehlung für die Darmreinigung

Menschen mit einer chronischen Krankheit, schwangere und stillende Frauen sollten eine Darmreinigung bzw. Detox-Reinigung nur auf Rat eines Arztes vornehmen. Die Einnahme von Glaubersalz oder Bittersalz ist die einfachste Methode. Nur wenn Sie besonders belastet oder schwergewichtig sind, ist eine gründlichere Methode von Vorteil. Siehe unten.

Wollen Sie aber die vorgeschlagene Darmuntersuchung oder -sanierung unterlassen, dann finden Sie am Ende dieses Beitrags die Empfehlung eines "Rohkost-Kochbuches" - besser gesagt ein Rohkost-Rezeptbuch, das ich nur empfehlen kann.

7.2 Die Umstellung ist ein wichtiger Schritt

Sie erfuhren vielleicht von guten Gründen einer Umstellung - aber auch von Nachteilen der Rohkosternährung. Sie kennen Ihren eigenen Gesundheitsstatus und lernten, Rat einzuholen? Wenn Sie noch Bedenken beschäftigen: nehmen Sie sich die Zeit, um Pro und Kontra für Sie persönlich abzuwägen.

Dickdarmpolyp im Sigma (Krummdarm) vor der Abtragung. Bild in PD by J. Guntau.

Dickdarmpolyp im Sigma (Krummdarm) vor der Abtragung. Diese Früherkennung und Abtragung ist eine wichtige Massnahme zur Krebsvorbeugung (Krebsprävention, Krebsprophylaxe, Krebsvermeidung). Siehe im Link die hohe Bedeutung der Ernährung zur Vermeidung von Krebs. Kanzeroprotektiv nennt man die positive Wirkung - und darunter ist kein tierisches Produkt! Fleisch fördert sogar Darmkrebs und Magenkrebs, kann man nun sogar da lesen.
Bild Wikipedia, Darmpolyp, public domain by J. Guntau.

Warum nicht eine Rohkostklinik oder ein Rohkosthotel besuchen und Menschen treffen, die Erfahrungen mit Rohkost sammelten? Nicht so persönlich, aber möglicherweise ebenso interessant: Stellen Sie in einem Rohkostforum im Internet Fragen oder verfolgen Sie solche Foren. Sie benötigen dann aber ein sicheres Gespür für das Wesentliche und schon einen festen Standpunkt, um den roten Faden zu behalten.

7.2.1 Umstellung generell

Bei einer Umstellung auf Rohkost ist zu beachten, dass ein schon vorhandener massiver Pilzbefall im Darm (z.B. Kandidose) anders reagiert als bei gekochter Kost, da ein Rohköstler meist ganz andere Lebensmittel zu sich nimmt. Auf Enzymschwächen oder Verwertungsstörungen ist bei Beginn zu achten. Das alles ist zwar selten, kommt aber vor. Ein allfälliges Reizdarmsyndrom sollten Sie vorher klären.

Am eigenen Befinden ist oft leicht zu messen, ob einem die Kost auf Anhieb bekommt oder nicht. Vielleicht benötigen Sie Beratung, falls sich bei Ihnen Schwierigkeiten auftun. Über das Internet lernen sich Menschen in der gleichen Lage kennen. Diese geben Ihnen gerne Ratschläge.

Leider erfahren Sie aber auch viel Unsinn. Sie sollten in der Lage sein, Unsinn von Tatsachen zu trennen. Das ist leichter geschrieben als getan, denn Sie benötigen einen aktiven Verstand mit guter Logik und ein gewisses Wissen, resultierend in Vernunft. Der unbewusste Abwehrmechanismus, also ein Teil des Charakters (Charaktertypen, Persönlichkeit, Charakter) spielt auch eine Rolle. Paradoxerweise kann Wissen auch falsch sein und zu falschen Schlussfolgerungen führen. Relevanz (Bedeutung) und statistische Signifikanz sind zudem zu berücksichtigen.

Sind Sie Spielball oder spielen Sie den Ball? Meiden Sie unmoderierte Foren. Wenn Sie der Meinung von Massen bzw. der öffentlichen Meinung folgen, sind Sie Spielball. Wenn Sie sich um echtes Wissen kümmern, erlaubt das Ihnen, mit der Zeit den Ball zu spielen. "Trau - schau wem", ist da wichtig.

Missing Square Puzzle, Bild Wikipedia, engl. von Fibonacci unter CC.

Etwas zum Themenkreis Vernunft und Logik, obwohl das auf den ersten Anblick hin sehr paradox wirkt. Das leere Quadrat hat einen guten Grund bei den gleichen Flächen der einzelnen, austauschbaren Stücke, die in beiden Fällen genau gleich sind.

Die anschauliche Lösung zur optischen Täuschung kommt am Schluss dieses Beitrages.

Bilder von Fibonacci unter CC. bei Wikipedia.

Übrigens bewegt sich bei der vorgeschlagenen Ernährungsumstellung Ihr Körpergewicht innert etwa vier bis sechs Monaten automatisch zum "biologischen Idealgewicht" hin.

Meine eigene Erfahrung (1,77 m) bei der erneuten Umstellung im Jahr 2001: mit 74 bis 75 kg Gewicht nahm ich innerhalb etwa fünf Monaten auf 65 kg ab, auf mein Gewicht mit 18 Jahren. Das biologische Idealgewicht (BMI = 20) beträgt für mich 62 bis 63 kg. Ich esse allerdings sehr gerne, sodass mein Gewicht (2001) meist um die 65 bis 66 kg pendelt. Im 2014 sind es 67 bis 68 geworden, nach Ferien mit z.T. gekochter Nahrung vorübergehend mehr.

Von einer anderen Erfahrung sprechen Menschen, die wirklich "vergiftet" sind, z.B. starke Raucher oder solche mit einem grossen Eiweisskonsum. Da beginnt der Körper eine Art Entgiftung, die schon vorhandene Probleme vorübergehend verstärkt oder vorübergehend neue zum Vorschein bringt.

Ich selbst spürte im Sommer 2001 während Wochen ein Stechen in der Gegend des Pankreas oder der Gallenblase, danach auch in der linken Magengegend. Da ich auf mein System vertraute, gemeint sind Rohkost und die Abwehrkräfte meines Körpers, klärte ich das ärztlich nicht ab. Das meldete sich nach einigen Wochen wieder von selbst ab. Heute (2014) weiss ich erst, dass meine Gallenblase Gallensteine und die Leber zwei riesige Leberzysten aufweist. Beides belässt die Medizin, solange keine echten Probleme auftauchen. Die Rohkost heilt so etwas nicht, doch verbessert sie die Funktionen.

Ich würde aber raten, sich mit einem Arzt mit Rohkosterfahrung in Verbindung zu setzen, falls Umstellungsbeschwerden auftauchen. Wenn das nicht gelingt, sollten Sie sich einen verständigen Arzt suchen, der Sie notfalls begleitet bzw. "komische Beschwerden" klärt. Leider ist es bis anhin nicht möglich gewesen, solche Ärzte zu listen.

Im Zeitalter des Internet ist der Austausch von Erfahrungen auch für Beginner einfach. Teilen Sie uns oder den Lesern Ihre Erfahrungen am Ende des Beitrags mit, auch Ihre Erfahrungen mit Ärzten. An Rohkost interessierte Ärzte möchten wir gerne speziell aufführen, da Ärzte sich nicht selbst empfehlen dürfen.

7.2.2 Umstellung im Alter

Wenn der Körper seit Jahrzenten geschädigt ist, fällt die Umstellung auf Rohkost oft schwer. Nur durch eine gesundheitliche Katastrophe gelingt es einigen Menschen, sich vom Altgewohnten zu trennen und sich in ein Abenteuer zu stürzen. Zudem leiden viele dieser Menschen an Gebissproblemen, Verdauungsschwierigkeiten, Enzymschwächen, sowie durch jahrzehntelange Kochkost an einem insuffizienten Magen-Darmsystem.

Das gute Kauen der faserstoffreichen Pflanzenkost fällt zu Beginn schwer. Blähungen, Durchfall oder Bauchkrämpfe sind somit möglich. Natürlich lässt sich durch Pürieren (Vermusen) Rohkost altersgerecht zubereiten, doch verlangen alte Menschen oft nach gekochter Nahrung, denn früher gab es intensiveres Kochen, was als "halbe Verdauung" galt.

Buch-Titel: "The Raw Gourmet", Nomi Shannon - siehe auch Beitrag

Es existieren zahlreiche Bücher für die Zubereitung von köstlicher Rohkost, auch in deutscher Sprache.

In den USA ist der Druck einer Ernährungsumstellung grösser als in Europa, weil die Mehrzahl der Amerikaner noch schlechter isst als wir. Man isst also noch mehr nicht gemäss den Bedürfnissen des Körpers, sondern nach dem Gusto, dem Gaumen.

Bild: Buch-Titel: "The Raw Gourmet" von Nomi Shannon. (eigener Scan).

So ist ein - wenn möglich vorübergehender - Kompromiss mit gedämpftem Gemüse, Kartoffeln etc. möglicherweise sinnvoll [217-8], wenn Sie mit Rohkost beginnen. Allerdings bin ich der Ansicht, dass das Darmprobleme eher fördert, da gekochte und rohe Nahrung sich im Darm ganz anders verhalten. Siehe an anderer Stelle (z.B. Stichwort Magen-Darmpassage).

7.3 Darmflora und Ernährung

Die hohe Bedeutung der Darmflora für den menschlichen Körper ist meist nicht bekannt. Dysbiosen (Dysbakterie) und ganz besonders Darmmykosen führen zu Abwehrschwäche und mangelnder Versorgung mit Vitalstoffen. Der Krebsforscher und Biologe, Dr. Paul-Gerhardt Seeger schreibt in seinem umfassenden Werk Bakterien - Freunde oder Feinde des Menschen? schon in den 30er Jahren folgendes:

"Von ausschlaggebender Bedeutung für die Gesunderhaltung des Organismus ist die Aufrechterhaltung einer Anaerobiose (Sauerstoff-Freiheit) im Dickdarm, die von der Art der Nahrung abhängig ist. Während Frischkost und milchsaure Kost sehr reich an Reduktionen (Wasserstoffreich bwz. Energiereich) ist und durch Sauerstoffbindung unter Energieabgabe in den energieärmeren Zustand übergeht, wird durch das Kochen der Nahrung die Reduktionsfähigkeit vernichtet.

Die Kochkost (bzw. die Fleischkost oder andere Zivilisationskost) schädigt Milieu und Flora des Darmes, indem die für bestimmte Bakterien (Bifidobakterien) stoffwechselmässig notwendige Anaerobiose durch Auftreten von Sauerstoff im Darmlumen beseitigt wird. Bereits an der Farbe des Stuhls kann man erkennen, ob die Redoxvorgänge im Darm normal verlaufen. Anaerober, gesunder Stuhl hat eine hellgelbe Farbe, weil die Gallenfarbstoffe nur in reduzierter Form vorkommen. Bei pflanzlicher Frischkost bekommt der Kot die charakteristische hellgelbe Farbe des Säuglingstuhls." [224-9]

Inzwischen gibt es eine ganze Menge von Büchern, die auf die Gesundheit des Darms eingehen, aber die Verhältnisse unterschiedlich schildern. Jedenfalls: Der gesunde Mensch besitzt als Teil seines Mikrobiom eine vom ungesunden Menschen sehr stark abweichende Darmflora. Aber auch beim gesunden Menschen gibt es aus verschiedenen Gründen Abweichungen. Es sind mindestens 500 - 1000 verschiedene Arten von Mikroorganismen in einem Darm eines erwachsenen Menschen aktiv.

Dieses Ökosystem besteht aus hauptsächlich anaeroben Bakterien (Bakterienflora) mit einer Gesamtzahl von 10 – 100 Billionen. Die Gesamtmasse der Mikroflora im Darmtrakt eines erwachsenen Menschen beträgt zwischen 1000 und 2000 Gramm. Über 50 % der mikroskopisch in Stuhlproben beobachtbaren Mikroorganismen lassen sich nicht kultivieren. Im Darm befinden sich rund zehn Mal so viele Mikroorganismen als der Organismus des Menschen Zellen enthält. Es kommen auch gewisse Pilze im Darm vor, nur sollten es die richtigen in der richtigen Menge sein.

Schon bei der Geburt erfolgt die Besiedlung bei Kaiserschnitt (Schnittentbindung) anders als bei natürlicher Geburt. Danach ist die Versorgung des Kleinkindes von entscheidender Bedeutung, danach das Essverhalten und einige weitere Faktoren.

Eine falsche Ernährung und/oder eine falsche Darmflora führen gelegentlich zur Fäulnisbildung im Dickdarm. Eine Begründung zu Fäulnis lässt sich etwa so erklären: Die Passagezeit vom Mund bis zum After (Anus) beträgt mit "westlicher Ernährung" beim Mann zwischen 7 bis 60 Stunden, bei der Frau zwischen 10 bis 70 Stunden. Dies gemäss Internisten (innere Medizin). Ein anderer Internist nennt zwischen einem halben Tag und vier Tagen als normal.

Die Verweildauer in den einzelnen Abschnitten sind da mit Mund 5 Minuten (schön wär's), Magen 1-2 Stunden, Dünndarm 1-2 Stunden und Darm 8 bis 100 Stunden angegeben. Trotzdem kann der Stuhlgang regelmässig sein, also nicht nur alle vier Tage bei 100 Std. Verweilzeit. Fettleibige Personen und solche mit einer Verstopfung (Obstipation) oder gar chronischer Verstopfung leiden unter längeren Passagezeiten und damit höheren Risiken für Darmkrebs. Eine mögliche Ursache dafür ist Fehlernährung.

Nussfrüchte in Schalen: Walnuss, Mandeln, Pekanüsse, Haselnüsse, Paranüsse (Brazil) by Kazvorpal.

Nussfrüchte (Nüsse) halten sich lange bei guter Lagerung sogar über Jahre. Hier sehen Sie Nussfrüchte in Schalen: Walnuss, Mandeln, Pekanüsse, Haselnüsse, Paranüsse (Brazil Nut).

Bild Wikipedia, engl. Nut von Kazvorpal (Creative Commons).

Nussfrüchte und ähnliche Produkte faulen bei trockener Lagerung während Wochen oder Monaten nicht. Bei frischem Obst dauert es einige Tage bis Wochen, bis es zu faulen beginnt. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Obstsorten sind allerdings enorm. Gemüse hält sich nicht so lange frisch, doch der Fäulnisprozess zeigt sich auch erst nach einigen Tagen.

Was aber viel rascher verdirbt, sind ungekühlte Milch, Fleisch und Fisch. Auch ein Ei würde sehr schnell von Mikroorganismen angegriffen, wenn keine schützende Schale oder Verpackung da wäre. Gekochte Lebensmittel verderben meist schneller als dieselben in frischem Zustand.

Weil die Temperatur im Innern des Körpers viel höher als die übliche Raumtemperatur ist, gehen diese Prozesse auch viel schneller voran. Kommt hinzu, dass tierische Produkte den Darm tendenziell viel langsamer passieren als pflanzliche.

Der Einwand, dass die Nahrung im Milieu des Magens und des Dünndarms soweit aufgeschlossen ist, dass ein Gärungs- oder Fäulnisprozess (Putrefaktion) nicht stattfindet, ist nicht ganz richtig. Für viele Bestandteile ist eher das Gegenteil der Fall. Der Dickdarm ist voll von Mikroorganismen, die darauf warten, sich von den angebotenen Substanzen zu ernähren.

Nicht ohne Grund ist der Darm vor einer Operation und vor einer Darmspiegelung aggressiv zu reinigen und nicht nur zu entleeren. Ich weiss nicht wie weit wir den verschiedenen Autoren mit unterschiedlichen Ansichten von Darmreinigung folgen müssen. Sie beschreiben die möglichen Zustände im Darm hoffentlich etwas übertrieben, wenn sie von den entsprechenden Schichten von Ablagerungen sprechen.

Trotzdem: Wer es richtig ausführen möchte, wählt eine Methode, die ihm zusagt, aber führt eine Darmreinigung durch. Vegane Rohkost vermeidet eine Verwesung in zweifacher Hinsicht: Die Magen-Darm-Passage dauert nur etwa 24 Stunden und die Lebensmittel zeigen auch bei 38 Grad eine längere Haltbarkeitszeit.

Verbleiben Ablagerungen von alten Stuhlresten (Stagnation) im Darm, so verschwindet der übliche Kotgeruch nicht und "Selbstvergiftungsvorgänge" (Autointoxikation) bleiben möglich.

An anderer Stelle lesen Sie mehr über den ganzen Verdauungsprozess, damit Sie verschiedene Zusammenhänge dazu verstehen. Es sind Prozesse, die grösstenteils auch Ihren Körpergeruch bestimmen. Vor allem der Fussgeruch ist nach Gray ein guter Indikator für die intestinale Fäulnisbildung [249-31]. Das lässt sich oft mit täglichem und damit für die Haut nachteiligem Duschen oder Baden (Hautflora) überdecken. Die Schädlichkeit für die Haut durch zu zahlreiches Waschen ist bei Wikipedia (April 2014) nur in Englisch zu lesen.

7.4 Darmreinigung

Sie kennen nun die Gründe, sich mit Vorteil vor einer Umstellung auf Rohkost mit einer Darmreinigung (vor allem Dickdarmreinigung) zu befassen, um geschilderte Probleme zu umgehen. Gray schrieb: "Durch langandauernde Fehlernährung kann die Verdauung so stark gestört sein, dass es schon durch das Verspeisen eines Apfels zu Problemen kommen kann." Während einer guten Woche soll sich der Verdauungsapparat an die Rohkost mit viel kürzerer Verweildauer gewöhnen.

Doch selbst wenn es jemandem noch nicht so schlimm ergeht, empfiehlt es sich, z.B. bei einer Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten, den Darm von alten Rückständen gründlich zu reinigen. Diese Reinigung erleichtert die Umstellung von einer fleischorientierten Ernährung zur vegetarischen oder veganen Ernährungsweise enorm.

7.4.1 Blick auf die verschiedenen Methoden

Viele Schlacken und Verkrustungen im Darm spielen für Gray eine grosse Rolle. Eine Darmreinigung vor der eigentlichen Umstellung auf Rohkost ist wertvoll, meint er. Einige Autoren empfehlen dazu Einläufe, Fasten, Teeaufgüsse aus Löwenzahn oder Thymian. Das genügt nicht immer, meint Gray. Ein Einlauf bewirkt eine Stimulierung des Dickdarms mit heilenden Reflexen für viele Körperteile. Das vermittelt kräftige Impulse zur Selbstheilung, löst aber wenig der unerwünschten Stoffen aus dem Kolon.

Auch eine Darmspülung (Colon-Hydro-Therapie) bringe nicht viel mehr. Erst wiederholte Darmspülungen (alt = Darmspühlung), z.B. nach Dr. Norman Walker, begleitet mit einer Kost aus rohem Gemüse und Früchten, bringe wirkungsvolle Resultate. Das Wasser soll in jedem Fall etwa Körperwärme aufweisen und vor allem chlorfrei sein. Die Einnahme von Tonerde, Bimsstein oder Bentonit unterstützt die Aktion. Im deutschsprachigen Raum ist vor allem Ton bzw. Tonerde für den Zweck der Darmreinigung bekannt. Sie entfernt stagnierendes Material, wobei gleichzeitig eingenommene Flohsamenschalen (Plantago ovata) diesen Vorgang unterstützen.

Flohsamenschalen unterstützen eine Darmreinigung. Bild Wikipedia von Bastique (Cary Bass).

Flohsamenschalen unterstützen eine Darmreinigung.                               

Bild Wikipedia von Bastique (Cary Bass).

Tonmineralien (Tonminerale) sind jedoch nicht intensiv zu verwenden. Da Flohsamen auch die Laktobakterien (alt = Lactobakterien) dezimieren, sollte eine tägliche Anwendung nicht über zwei Monate hinaus dauern [249-118]. In den USA (Gerson-Therapie) sind vor allem Kaffee-Einläufe zur Dickdarmreinigung üblich.

Die Einnahme mukotriptischer Heilkräuter, also schleimlösender Heilkräuter, wie Aloe, Berberitze (Myrica cerifera), Eisbergsalat, Gelbe Ampferwurzel, Gummi arabicum, Irisches Moos, Maisfasern, Olivenöl, Rosmarin, Schnittlauch, Weintrauben, Zucchini etc. wirkt besser. Dazu dienen Aloe, Eisbergsalat, Gummi arabicum und Irisches Moos gleichzeitig auch zur Reinigung der Lymphe. Eine Bürstenmassage wirkt für die Lymphe besser.

Bekannt als mukotriptisch wirkend sind etwa 24 Heilpflanzen und die Hälfte davon zeigt auch desobstruierende Wirkung, also eine Verstopfung beseitigend.

Will man keine Einläufe "aushalten" und nicht zahlreiche Wirkstoffe zusammensuchen, dann erzielt Heilfasten einen Teilerfolg. Es gibt auch ein weniger aufwändiges Verfahren, das ich nach dem Text über Heilfasten erkläre.

Warum auch eine Koloskopie nach der Darmreinigung für Sie vorteilhaft ist, zeigt dieser Auszug aus Wikipedia: "Darmkrebs ist in Deutschland bei Männern und Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung, an der mehr als sechs Prozent aller Deutschen im Laufe ihres Lebens erkranken. Kolorektale Karzinome verursachen zunächst sehr selten Symptome, sie entstehen fast immer aus anfangs gutartigen Darmpolypen."

Dazu ist zu bemerken, dass es einen Kippvorgang gibt: Darmpolypen sind harmlos, wenn entfent. Ist ein Darmkrebs noch örtlich begrenzt, bietet eine Operation sehr gute Chancen auf Heilung statt sicheren Tod. Sind aber Metastasen vorhanden - ob entdeckt oder nicht - ist die medizinische Prognose sehr schlecht. Darum rate ich, den Zustand des Darms frühzeitig zu prüfen.

7.4.2 Die einfache Detox-Reinigung

Normalerweise reicht eine einfache Detox-Reinigung (mechanische Darmreinigung) mit Glaubersalz oder Bittersalz (Magnesiumsulfat). Das erhält man z.B. in der Apotheke. Glaubersalz ist der Volksausdruck für Natriumsulfat-Decahydrat (Hydrate) und gilt als einfaches Abführmittel bzw. Laxativum. Es beschleunigt die Stuhlentleerung und wirkt gegen Verstopfung (Obstipation). Laxantien sollten Sie nicht regelmässig einsetzen, ausser auf Anweisung eines Arztes.

Beispielsweise wegen Belastung der Nierenfunktion (Glomeruläre Filtrationsrate, GFR) kann eine Darmreinigung vor allem bei Kindern zu Problemen führen. Auch wären Darmverschluss, Darmstenosen, unklare Bauchschmerzen, Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz oder Elektrolytstörungen Gründe, keine solche Reinigung durchzuführen. Bei Hypermagnesiämie verbietet sich die Anwendung von Bittersalz. Glaubersalz reizt die Darmschleimhaut.

Wikipedia: "Laxativa sind die Mittel der Wahl, wenn eine tatsächliche Obstipation (d. h. Stuhlgang seltener als drei Mal wöchentlich in Kombination mit starkem Pressen) nicht durch eine Änderung des Lebensstils behandelt werden kann. Eine Ernährungsumstellung mit vermehrter Aufnahme von Ballaststoffen in Kombination mit einer ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme und mehr Bewegung kann helfen, die Darmtätigkeit anzuregen und die Stuhlkonsistenz zu verbessern."

Bittersalz ist von einer Firma auch als Passagesalz benannt, weil sie durch Zusatzstoffe bewirken, dass die Einnahme nicht so unangenehm ist. 100 g Bittersalz reicht für einige Zeit. Für eine Anwendung nehmen Sie zwei oder drei gehäufte Teelöffel für ein Glas leicht warmes Wasser und rühren gut. Stellen Sie sich ein weiteres Glas Wasser bereit, um das Unangenehme sofort wieder wegzuspülen, nachdem Sie das Glas mit total aufgelöstem Salz möglichst in einem Zug trinken. Die Wirkung tritt in ein bis drei Stunden als starker Stuhldrang (Defäkationsreiz) ein.

Glaubersalz (Karlsbader Salz, Sal mirabiis (für Wundersalz), Mirabilit, Mirabili) ist die Alternative: Lösen Sie 40 g Glaubersalz in einem halben Liter Wasser auf, geben Sie dazu etwas Zitronensaft dazu. Diese Lösung trinken sie nach und nach aus. Danach trinken Sie reichlich Wasser oder Kräutertee. Auch hier tritt die Wirkung nach ein bis drei Stunden ein. Bei beiden Methoden wäre eine erneute Prozedur nötig, falls dies nicht der Fall ist oder eine der weitergehenden, unten beschriebenen Methoden.

Tipp: Gönnen Sie sich vor der Detox-Reinigung zwei Entlastungstage ohne die übersäuernden Lebensmittel wie Fleisch, Käse, Milch, Weissmehl, Süssigkeiten, Alkohol, Kaffee, Schwarztee und Grüntee. Sie essen dann lediglich Obst und Gemüse, um die Verdauung zu entlasten. Um einen wirklichen Detox-Prozess im Körper zu starten folgen danach ein bis zwei Wochen vegane Ernährung mit viel Obst und Gemüse.

7.5 Alternative Heilfasten

Das Heilfasten dient seit sehr langer Zeit zur Krankheitsprävention und hat auch einen therapeutischen Zweck. Auch gibt es ein Erklärungsmodell für seine Wirkung auf den Körper. Danach entstehen durch den Stoffwechsel in einem stufenartigen Prozess aus den Eiweiss-, Fett- und Zuckermolekülen Zwischenabbauprodukte (Intermediärprodukte). Diese baut der gesunde Körper relativ schnell durch die Verbindung mit Sauerstoff (Oxidation) oder mit Hilfe von Enzymen zu den Endprodukten Kohlendioxid, Harnstoff und Ammoniak ab.

Nieren, Darm, Lunge und Haut scheiden diese Stoffe aus. Bei vielen Erkrankungen geht dieser Abbau und die nachfolgende Ausscheidung verlangsamt vor sich. Es kommt im Körper zur Anhäufung von Zwischenabbauprodukten. Das Fasten durchbricht diesen Teufelskreis, indem es die Zufuhr an Nährstoffen stark reduziert oder bei aussschliesslichem Fasten stoppt.

Der Körper muss jetzt verstärkt auf die abgelagerten Stoffe zurückgreifen, um eine normale Stoffwechseltätigkeit aufrecht zu halten. Die "unwichtigen" Stoffe baut der Organismus in der Folge vermehrt ab und scheidet sie aus. Der Körper reinigt sich auf diese Weise selbst. Das Fasten dient nicht nur der Heilung bereits ausgebrochener Krankheiten (z.B. Gelenkrheumatismus, Bluthochdruck, Allergien), sondern auch zur Vorbeugung von Erkrankungen - z.B. im Rahmen einer Frühjahrskur.

Eine ähnliche, aber wohl etwas reduzierte Wirkung, bietet das Saftfasten. Es ist nicht unmöglich, dass stark angeschlagene bzw. dafür empfängliche Menschen anlässlich einer Fastenkur auch einen Gichtschub erleiden, der sich aber später nicht wiederholen sollte. Es gibt zahlreiche verschiedenartige "Fastenkuren".

Zuerst erwähne ich die von meinem Standpunkt aus zu vermeidende: Die Milchsemmelkur nach Franz Xaver Mayr, die er zur Behandlung von Leber-, Gallenblasen- und Magenbeschwerden, von Fettsucht, Rheuma und Hautleiden entwickelte. Die Einleitung erfolgt über eine Teekur. Anschliessend ist nur der Verzehr von Milch und Semmeln erlaubt. Tagsüber trinkt man Orangensaft, abends Kräutertee.

Beim Heilfasten nach Buchinger sind Tee, teilweise mit Honig oder Zitronensaft vermischt, Gemüsebrühe, Fruchtsaft und Wasser erlaubt. Buchinger verwendete diese Methode zur Krankheitsvorbeugung sowie bei Erkankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Verdauungssystems, der Haut, der Gelenke, der Atemwege sowie bei Essstörungen.

Gemüsebrühe mit ihren Mineralstoffen und Leinsamenschleim wirkt heilend für die Darmwände. Beides zusammen befriedigt den Wunsch nach einer warmen Mahlzeit.

Ein Glas Pfefferminztee aus frischen Pfefferminzblättern. Bild Hannes Grobe, Wikipedia (CC).

Pfefferminztee aus frischen Blättern schmeckt ausgezeichnet und fördert die Gesundheit. Kamille ist noch besser für Heilwirkungen bekannt, jedoch unbeliebter. Da ist Melissentee schon mehr gefragt.

Bild Hannes Grob, Wikipedia (CC).

Das Teefasten sieht nur die Zufuhr von Tee und Wasser vor, wobei manche Teesorten den Heilzweck der Fastenkur unterstützen. Ohne besondere Empfehlung des Arztes setzen Sie die Teesorten Pfefferminz, Kamille und Melisse (Zitronenmelisse) ein.

In den USA ist das Olivenölfasten populär. Dabei nimmt man für einige Tage nur Wasser und zwei Esslöffel Olivenöl mit einem halben Glas Orangensaft zu sich. Das vier- bis fünfmal täglich.

Auch in den USA kommt das während sieben Tagen durchgeführte Vulkanaschefasten vor. Dabei nimmt man mehrmals pro Tag eine Kombination von Tonerde, Bentonit oder Bimsstein zusammen mit Flohsamen ein.

Falls sich kurz nach dem Fastenbrechen kein regelmässiger Stuhlgang einstellt, helfen Wassereinläufe nach. Fastenbrechen nennt man auch Abfasten, das man am Besten mit einer halben Banane beginnt, um dann eine sog. Schonkost als Übergang zu wählen. Schonkost ist eine leicht verdauliche Kost, die durchaus auch roh sein kann.

7.6 Alternative Saftfasten

Eine andere, leichtere Methode scheint mir die Einnahme von Apfelessig, kombiniert mit Saftfasten. Grund: Das im Apfelessig enthaltene und für die Synthese von Fettsäuren erforderliche Biotin sorge für die Sanierung des Darms. Apfelessig spüle die an den Darmschleimhäuten hängenden Schlackestoffe aus und schütze durch seine antiseptischen Wirkelemente den Darm vor Infektionen. Zudem sauge das Pektin die aus der Fäulnisbildung entstehenden Giftstoffe auf, bevor sie in das Blut gelangen.

Empfohlen sind zwei Teelöffel Apfelessig in einem Glas Wasser, auch vermischt mit einem Saft aus Artischocken, Möhren, Rettich oder Rote Bete (Randen). Die Gemüse sollten roh sein, z.B. als Obstessig-Vinaigrette. Beim Saftfasten trinkt man reine Presssäfte aus Obst oder Gemüse und Kräutern. Das erfolgt morgens, mittags und abends oder in sechs kleineren Portionen über den Tag verteilt.

Saftfasten soll zur Vorbeugung von Krankheiten, zur Blutreinigung, Anregung von Leber- und Nierenfunktion, Entlastung von Darm, Herz und Kreislauf und zum Abbau von Übergewicht geeignet sein. Meine Meinung: Gutes Saftfasten genügt da, wo Personen nicht "zu viel sündigten", also schon eher vegetarisch lebten. Vor allem empfehle ich Gemüsesäfte. Sie trinken also während etwa sieben Tagen einfach nur kaufbare Gemüsesäfte in jeder Menge. Diese sind zwar meist pasteurisiert, also nicht roh.

Dazu würde ich die erwähnte Kur mit Apfelessig durchführen. Damit umgehen Sie eine Darmreinigung mit Einläufen oder ein eigentliches Fasten, denn beides empfinden die meisten Menschen als unangenehm. Wichtig ist, dass Sie während dieser Zeit nichts essen.

Allerdings führten wohl die meisten Rohköstler keine Darmreinigung und auch kein Saftfasten durch, da sie nicht informiert waren. Ich versuche die Sachen jedoch möglichst gründlich anzugehen.

Entsaftungsmaschine Green Star mit verschiedenen geeigneten Gemüsen.

Gemüseentsafter (Saftpresse für Obst und Gemüse) gibt es in verschiedenen Versionen, angefangen vom Handgerät bis zu dieser recht teuren Maschine aber älterer Bauart.

Eigenes Bild.

7.7 Variante von Robert Gray

Eigentlich bin ich gegen ein Verfahren, bei dem der Autor noch Zutaten oder Tabletten verkauft. Nach dem Lesen des Büchleins Das Darmheilungsbuch, Gesundheit durch Kolon-Sanierung von Robert Gray komme ich aber zum Schluss, dass er die Sache mit einigen Jahren Aufwand betrieb und gut durchdachte. Seine Methode vermeidet Darmspülungen.

Auch wenn er einige für mich zweifelhafte Schlüsse zieht (z.B. Lymphschleim) oder Verfahren beschreibt, denen ich skeptisch gegenüber stehe, stelle ich sein Verfahren hier etwas detaillierter vor. Ein Beispiel meiner Skepsis ist die von ihm genannte Augendiagnose bzw. Irisdiagnostik (Iridologie).

Er bietet dem "gestressten Westmenschen" ein einfaches aber wirkungsvolles Verfahren an. Dabei geht er davon aus, dass in der heutigen Zeit aufgrund der Umweltbelastungen und des hohen Anteils tierischer Produkte in unserer Ernährung die Darmfunktion der meisten Menschen stark gestört ist. Hierbei lagern sich nach seiner Meinung gummiartige, zähfeste Beläge an den Darmwänden ab, die Gärungsprozesse begünstigen und die Assimilation behindern.

Sein Darmreinigungs- und Heilungskonzept beruht hauptsächlich auf drei Faktoren: Anregung der Lymphtätigkeit durch Bürstungen u.ä.; Meidung von "verschleimenden" und verschlackenden Nahrungsmitteln und Anwendung von zwei Kräuterspezialpräparaten, die Schlacken lösen und binden. Am Schluss finden Sie eine einfach zu befolgende Anweisung.

Gray ist der Überzeugung, dass der Dickdarm das Hauptorgan für die Ausscheidung mukoider Substanzen (schleimbildend) aus der Lymphe ist und beschreibt dies mit der Anmerkung: "Auch wenn diese Idee in orthodoxen Medizinerkreisen neu sein sollte." [249-38] Er begründet dies auch mit seiner Beobachtung, dass nach einer manuellen Lymphdrainage oder Bürstenmassage grosse Mengen von hellen, mukoiden Substanzen im Dickdarm auftreten.

Schon Dr. Olszewski beobachtete die Anregung des Lymphflusses und den Rückfluss von der Lymphzisterne (Cisterna chyli) zurück in den Dickdarm durch Bürstenmassage (Reflexus chyli, engl. Chyle). Gray erklärt: "Ebenso wie tote Nahrungsmittel regen auch hoch toxische Substanzen wie Kaffee, Zucker, Alkohol, verdorbenes Essen, Drogen, Medikamente und Chemikalien die automatische Abgabe von Schleim im Verdauungssystem an. Dies ist ein natürlicher Schutzmechanismus, um die Aufnahme von Giften zu verhindern."

Er folgert in [249 = Ausgabe Knaur, S. 30]: "Ich trete nicht dafür ein, dass jeder eine völlig schleimfreie Kost essen sollte. Das wäre natürlich empfehlenswert, aber die meisten Menschen würden sich nicht daran halten." Wie recht er hat!

Als Schleim bezeichnet er Muzine (Mucine), Kolloide, gewisse Mukopolysaccharide (Glykosaminoglykane, GAG), Mukoproteine, Glykoproteine und andere Stoffe, die sich in Atmungsorganen, dem Verdauungstrakt (Darmschleimhaut), dem Lymphsystem (lymphatisches System), der Gebärmutter, der Scheide, dem Harnsystem (ableitende Harnwege), dem Bindegewebe etc. bilden. Dies statt der nichtklebrigen Substanzen, die u.a. für Gleitfähigkeit sorgen wie der Speichel [249-58].

Mukoider Schleim sei auch in der inneren Schicht der Gelenkkapseln möglich. Gray betont, dass vor allem die Kuhmilch und entsprechende Erzeugnisse mukoidbildend seien, nicht nur Fleisch. Unter der Pflanzennahrung nehmen Sojaprodukte diese Rolle ein, die ja ebenfalls sehr schnell verderben. Danach kommen die Hülsenfrüchte, gefolgt von Getreide ohne Hirse. Auch beim Keimvorgang soll Getreide die mukoidbildende Aktivität verlieren. Gemüse und Früchte seien praktisch frei von mukoidbildenden Aktivitäten [249-65].

Tabakrauchen, Utensilien für die verschiedenen Arten ausser Zigarette, Wikipedia by 0r14nd0, GNUFDL

Utensilien für verschiedene Arten von Tabakrauchern: 1 – Zigarrenkiste; 2 – Zigarre; 3 – verschiedene Pfeifen; 4 – Shisha (Wasserpfeife); 5 – Räucherstäbchen; 6 – Bong.

Bild Wikipedia unter Tabakrauchen, Creative Commons, GNU Free Documentation License, by Or14nd0 (Orlando?).

Gewisse Hefepräparate lehnt er wegen der bis zu 50 % darin enthaltender Molke ab. Allerdings erwähnt er auch die verschmutzte Luft als mukoidbildend, z.B. bei Passivrauchern. Er empfiehlt, die Luft mit negativen Ionen anzureichern, die Schwebestoffe und Mikroorganismen "aus der Luft entfernen" sollen. Besonders Klimaanlagen, Heissluft, fallender Luftdruck und trockene, heisse Winde erzeugen einen Überschuss an positiven Ionen, was bei empfindlichen Menschen zu Asthma- oder Heuschnupfenanfällen führt.

Die Mischung aus Kräutern und Samen soll bewirken, dass die alten verhärteten Rückstände im Darm aufquellen und ihn verlassen. Zudem fördern sie im Darm die Vermehrung der Laktobakterien (Milchsäurebakterien). Als Laktobakterien gelten diese Mikroorganismen, weil sie vorwiegend auf dem Gras, Früchten und Gemüsen vorkommen und darum später auch in der Milch erscheinen.

Laktobakterien nähren sich von Kohlenhydraten, während Fäulnisbakterien von Proteinen leben. Fäulnisbakterien gedeihen nicht im sauren Milieu, das Laktobakterien erzeugen, doch setzen Fäulnisbakterien Ammoniak frei, das Säure neutralisiert. Wenn die Laktobakterien überwiegen, sorgen sie für häufigeren Stuhlgang, bis zu mehr als einem pro Tag. Das ist ein gutes Zeichen, solange der Stuhl noch etwas geformt ist aber leicht oder selbständig auseinanderbricht, da frei von Mukoiden.

Das Gegenteil: "Wenn jedoch der Körper zu dem Zeitpunkt, wo die Nahrungsrückstände in den Dickdarm gelangen, fast alle Kohlenhydrate aus der Nahrung aufgenommen hat, kann eine gesunde Population von Laktobakterien dort nicht existieren, und die Fäulnisbakterien werden dominieren. Dazu kann es kommen, weil Proteine, die Nahrung der Fäulnisbakterien, sehr viel schwerer zu verdauen und zu assimilieren sind als Kohlenhydrate und daher immer in den Nahrungsrückständen präsent sein werden." [249-73]

Mit Lebensmitteln, die ungekocht dem Körper nicht alle Kohlenhydrate zur Verfügung stellen, wirkt man dem wirkungsvoll entgegen. Die Zwiebel ist da an erster Stelle zu erwähnen. Sie und viel Rohes sind vielleicht die eigentlichen Gründe, dass "mediterrane Ernährung" als besonders gesund gilt. In griechischem Salat darf die Gemüsezwiebel nicht fehlen. Aber auch rohe Kartoffeln sind nicht nur Magen schonend, sondern erfüllen den gleichen Zweck, doch sollte man beides nicht übertreiben und etwa täglich eine dieser "Einheiten" essen. Siehe auch unter Kartoffelsaft (roh).

Faserstoffe (Ballaststoffe) wirken gleich und senken zudem die Blutfettwerte. Von Kleie hält Gray nicht viel, da die Anwesenheit von Phytin (Phytinsäure) bei Vollkornbrot Kalziummangel hervorruft. Er schreibt auch: "Die Wissenschaft ist der Ansicht, dass Phytin auch die Resorption von Eisen und Zink behindert. Die im Handel befindliche Weizenkleie enthält gewöhnlich über 80 % des im vollen Korn enthaltenen Phytins." [249-78]

Gray kombiniert die positive Wirkung von Kräutern und Samen allerdings noch mit weiteren Massnahmen: Die Bürstenmassage hilft dem Lymphsystem, die frei werdenden Stoffe besser auszuscheiden. Sie sei wesentlich wirkungsvoller als die besten Heilpflanzen, Lobelie und Spitzwegerich, auf die z.B. Dr. J. Christopher wies. Als Lebensmittel mit einer lymphsäubernden Wirkung empfiehlt er u.a. Eisbergsalat (Eissalat), Hefe und Kohl - aber auch Zitronenmelisse als Tee.

Verschiedene Arten von Sojabohnen. Die haben viel Faserstoffe, sind aber immer nur gekocht essbar.

Bild USDA, USA, von Scott Bauer.

Aus Wikipedia: "Sojamilch wird durch Einweichen und Pürieren der getrockneten, gelben Sojabohne in Wasser im Verhältnis von ca. 10:1 hergestellt. Um die noch vorhandenen verdauungshemmenden Giftstoffe (Trypsin-Inhibitoren) aus der Masse zu entfernen, muss Soja für etwa 20 Minuten gekocht werden. Dabei unterscheiden sich die traditionelle chinesische und japanische Zubereitungsart."

Zudem empfiehlt Gray mit Nachdruck eine rein vegane (pflanzliche) Ernährungsweise, da die tierischen Produkte (insbesondere Milchprodukte) für die starke Verschleimung des Verdauungstraktes sorgen und das Reinigungsprogramm behindern. Seine Ernährungsempfehlungen gelten auch nach der Kur, um die Verdauung optimal zu unterstützen:

"Sie mögen so viel Obst und Gemüse essen, wie Sie wollen, doch wenn Sie dabei auch nur relativ geringe Mengen von Milchprodukten, Tofu (Sojabohnenquark), Weissmehlerzeugnissen und anderen schleimbildenden Nahrungsmitteln verzehren, wird die Ansammlung von verfaulenden Abfällen im Kolon weitergehen. Die wenigen Menschen, die wirklich eine schleimfreie Kost verzehren, müssen ebenfalls die Anhäufungen von Abfallstoffen entfernen, die sich vor der Ernährungsumstellung angesammelt haben." [249-29]

Gemäss Gray bestehen die Schleimschichten in erster Linie aus Glykoproteinen (Mucine, nicht Glycoproteine), die spezielle schleimabsondernde Zellen in der Schleimhaut (Tunica mucosa, Mukosa) der Magen- und Darmwand bilden. Dieser Schleim entsteht, um die Schleimhaut vor unverträglichen Säuren zu schützen und die basischen Gallen- und Pankreassäfte (Bauchspeicheldrüse) entfernen ihn wieder.

Erst wenn ständig Säuren den Darm belasten, was bei den heutigen Essensgewohnheiten der zivilisierten Welt der Fall sei, verfestige sich dieser Schleim zu einem festen Film, der in mehreren Schichten Magen und Darm überziehen soll. Er schliesse verschiedenste Toxine mit ein, beispielsweise Medikamente, Schwermetalle, Halbverdautes, Pestizide usw. Wenn man die toxischen Zusammensetzung dieser Mucoid-Schleimschichten kenne, wundere man sich nicht über die manchmal erstaunlichen Erfolge beim Entfernen der Mucoid-Schleimschichten.

Was sind die Bestandteile seiner Kur?

Reinigungskräuter, bestehend aus Wegerich, Berberitzenwurzelrinde (Berberin), Fenchelsamen, Rinde des amerikanischen Faulbaumes (Faulbaumrinde als dickdarmwirksames Abführmittel, Glucofrangulin), Ingwerwurzel, Myrrhe, Himbeerblätter, Rhabarberwurzel (wegen Anthrachinone wie Emodin und Rhein), Pfefferminze (Menthol), Sauerampfer, kanadische Gelbholzwurzel (wahrsch. Aralia spinosa) und Lobelie.

Dazu Kräuternahrung, bestehend aus Alfalfa (Luzerne), Löwenzahnwurzel (Bitterstoffe), Acker-Schachtelhalm (Zinnkraut, für Kieselsäure und Flavonoide), Vogelmiere, Eibischwurzel (Schleimstoffe), Ampfer, Hagebutten (Galaktolipid), Weissdorn-Beeren, Irisches Moos (Isländisches Moos), Seetang, Süssholzwurzel (Lakritze z.B. wegen Glycyrrhizinsäure - siehe Problematik bei hohem Blutdruck), sowie Amylase und Cellulase als Enzyme. Alle benötigten Vitamine, Mineralien und Spurenelemente seien enthalten. Dazu flüssiges Bentonit (Heilerde). Diese wirke wie ein Magnet oder Schwamm und absorbiere giftigen Unrat im gesamten Verdauungskanal. Bentonit soll bis das Hundertachtzigfache seines Eigengewichts an Giften, Bakterien und Parasiten an sich binden.

Man soll es zusammen mit dem Psylliumschalenpulver (von Flohsamen) einnehmen. Es entferne dann die gelockerten Fäkalschlackenschichten von den Darmwänden. Diese sollen sich sodann der Psylliummasse hinzufügen, was eine schnelle Ausscheidung in grossen Teilen aus dem Darmtrakt gewährleisten würde.

"Feingemahlene Psylliumschalen, auch Flohsamenschalen genannt - quellen mit flüssigem Bentonit oder anderen Flüssigkeiten auf und ergeben so Mengen einer weichen gallertartigen Substanz. Sie nimmt die Form des Darmkanals an und kehrt wie ein Besen jede gelockerte Substanz auf." In Verbindung mit den Reinigungskräutern sind gemahlene Psylliumschalen ein sehr wichtiger Teil des Clean-Me-Out-Programms, wie auch probiotische Darmbakterien (Probiotikum).

Manuelle Lymphdrainage, Bild Wikipedia by Nazareth in public domain.

Manuelle Lymphdrainage (ML) als eine Form der physikalischen Therapie zur Unterstützung der Darmreinigung.

Bild Wikipedia durch Nazareth, in public domain.

Konkrete Schritte

Sie finden das Buch Die Sonnen-Diät von David Wolfe mit diesen Angaben im Internet als Google-Book und mit dem Stichwort Robert Gray (1946-1990, Autounfall) dazu auch gerade die richtige Stelle mit Adresse zu den Produkten. Mit dem Stichwort "Milchprodukte" erfahren Sie über die Gründe von Wolfe, Milch und Milchprodukte wegzulassen. Siehe auch diese Buchbesprechung oder diese zur Schädlichkeit von Milch.

Da Sie ja vielleicht wissen wollen, auf was Sie sich einlassen, gebe ich Ihnen hier die wichtigsten Punkte zum Programm. Sie nehmen während einiger Zeit sogenannte Reinigungstabletten, einen Massebildner und Laktobakterien ein. Pro Teelöffel Massebildner trinken Sie einen Viertelliter Flüssigkeit. Dabei essen Sie normal weiter - jedoch besser reine Rohkost aus Gemüsen und Früchten.

Als Massebildner bietet Gray ein Produkt an, Massebildner Normal (MBN), 340 g. Siehe Internet. "Der Massebilder Normal ist eine Mischung aus pulverisierten Pflanzen erstklassiger Qualität, die während der Reinigungsperiode ein- bis viermal täglich mit Flüssigkeit genommen werden sollte. Der pflanzliche Grundstoff, Flohsamen (Psyllium), wird in seiner Wirksamkeit unterstützt durch Inulin, Löwenzahnwurzel und andere lindernde Pflanzen, die in sanfter Weise auf die Ablagerungen in Ihrem Darm einwirken und Ihre Darmflora unterstützen" - ist die Werbung. Die Zutaten sind: "Flohsamen-Schalen, Inulin (aus Chicoréewurzel), Löwenzahnwurzel, Spirulina-Algen, Gewürznelken, Calcium-D-Pantothenate (Vitamin B 5)".

Der Massebilder Normal sei ein "präbiotisches" lösliches pflanzliches Kohlenhydrat, das die Laktobakterien und Bifidobakterien, die probiotische Mikroflora unseres Darms, unterstützt, vermehrt und ernährt.

Ich zitiere wie oben aus nlnv.de: "Der neue Massebilder Normal hat die feuchtigkeitsbringenden und aufsaugenden Wirkungen, die erforderlich sind, um loses, schleimiges Material aus dem Verdauungssystem herauszufegen. Sie können gleichzeitig reinigen und eine erhebliche Vermehrung Ihrer Laktobakterienpopulation herbeiführen! Massebilder und Kräuterkrafttabletten von Holistic Horizons sollten stets gemeinsam verwendet werden, um diese Wirkung zu erreichen. Denn beide gemeinsam enthalten Zutaten, die sich ergänzen und einen Synergieeffekt haben." Holistic Horizons ist die Marke von Gray.

Gray teilt die Kur in die neun Dosierungsebenen A bis I ein, wobei die ersten fünf Ebenen (A-E) je drei Tage dauern, die nächsten zwei (F + G) je zwei Wochen und H drei Wochen. Die Dauer der letzten Ebene (I) hat keine Begrenzung. Während den vier ersten Ebenen nimmt man lediglich Massebildner zu sich, nämlich 2 x 2 als Verträglichkeitstest, dann für A 1 x 1, B 1 x 2, C und D 2 x 1 Teelöffel mit der entsprechenden Flüssigkeitsmenge.

Die erste Zahl entspricht der Anzahl gestrichen voller Teelöffel, die zweite Zahl bezeichnet die Anzahl Einnahmen pro Tag. Bei den Ebenen D-I nimmt man zusätzlich Reinigungstabletten, nämlich für D und E je eine halbe, für F und G je eine, für H zwei und für I drei. Das gilt für jede Einnahme von Massebildnern, die man folgendermassen nimmt: E + F 2 x 2, danach immer 2 x 4.

Dabei geht ein Verträglichkeitstest voraus, denn die verschieden ernährten Menschen reagieren nicht homogen. Wenn Sie sich mit der Kur nicht wohl fühlen, sollten Sie während drei Tagen pausieren und erst danach mit Ebene A beginnen und danach die Ebenen einhalten. Die Einnahme erfolgt eine Stunde vor der Mahlzeit, wenn Sie abnehmen möchten, oder eine Stunde nach der Mahlzeit, wenn Sie diesen Effekt nicht wünschen.

Der Effekt des Gewichtsverlusts resultiert aus dem Quellvorgang, der den Appetit zügelt. Die spätere vierte Einnahme erfolgt vor dem zu Bett gehen. Häufigkeit und Menge des Stuhlgangs sollten zunehmen. Mit der Zeit sollte sich der gastrokolische Reflex (Magen-Dickdarm-Reflex) zurückmelden und jedes Mal wenn der Magen gefüllt ist eine Stuhlentleerung auslösen. Das erfolgt aber höchstens während der Kur, vermute ich.

Klassische Birnspritze, doch mit wenig Inhalt. Bild Wikipedia unter CC.

Links: klassische Einlaufspritze.

Rechts: Enemabeutel Spritze.

Fotos Wikipedia, CC.

Enemabeutel Spritze aus den USA. Bild Wikipedia untr CC.

Zu Beginn sind Reinigungsreaktionen möglich. In dem Fall gehen Sie auf eine erträglichere Ebene zurück. Danach durchlaufen Sie die folgenden Ebenen erneut. Die angegebenen Tage bedeuten die Minimalzeit. Falls Verstopfung auftritt, sollten Sie mehr trinken oder allenfalls doch einen Einlauf oder eine Darmspülung vornehmen. Auf den leeren Magen genommen, kann kurz nach Einnahme des Massebildners Unwohlsein oder Sodbrennen auftreten. Dies auch falls grössere Mengen von aufgeweichtem toxischem Material wieder in den Verdauungskanal gelangen.

Menschen mit Colitis ulcerosa oder einer chronischen entzündlichen Darmkrankheit wie Morbus Crohn (Ileitis regionalis, siehe auch Ileitis terminalis) sollten unbedingt auf Reinigungstabletten verzichten. Massebildner nehmen und die Kost umstellen sollte funktionieren.

Auch bei regelmässiger Einnahme von Salicyclaten (Salycilsäure) oder Medikamenten, die Digitalis (Herzglykoside) oder Nitrofurantoin (bei Harnwegsinfekt) enthalten, sollte man die Kur nicht durchführen. Granatapfel oder deren Saft reizen den Dickdarm stark. Besonders nach drei bis fünf Wochen, wenn Sie nicht fäulnisbildendes, sondern verfaultes Material ausscheiden, das sich erst ablösen muss, sind beim gleichen Stuhlgang verschiedene Farbtöne des Kots möglich. Falls darin unentdeckte Darmparasiten lebten, gehen auch diese ab.

Das Programm soll drei bis fünf Monate nicht überschreiten, damit die Sensibilität für die Kräuter erhalten bleibt und sich keine homöostatische Resistenz entwickelt [249-138].

Bürstenmassage

Die Darmreinigung lässt sich mit einer Bürstenmassage intensivieren. Dazu nehmen sie eine "Badezimmerbürste" mit langem Stiel und Pflanzenborsten. Die Bürste verwenden Sie nicht zum Baden und führen Sie trocken. Sie bürsten nicht hin und her, sondern nur leicht von überall zum Unterleib hin. Sie bürsten z.B. über Hals, Schultern und Rumpf abwärts mit einem schwungvollen "Wischen".

Über Arme und Beine bürsten Sie zum Körper hin. Die Prozedur dauert etwa vier Minuten und ist sehr angenehm. Die Bürstenmassage ist täglich möglich, sollten Sie aber spätestens nach drei Monaten auf nur zwei Anwendungen pro Woche reduzieren, um nicht einen Gewöhnungseffekt zu produzieren.

Rejuvelac

Dieses einfach selbst herzustellende Getränk empfehlen verschiedene Autoren über Rohkost, so z.B. auch Dr. Ann Wigmore. Ihre Nachfolger unterhalten unter [living-foods com] eine informative Rohkostseite. Die meisten Autoren nehmen Körner als Ausgangsprodukt.

Getränk Rejuvelac in Glas. Man kann Rejuvelac selbst herstellen. Wikipedia engl. Bild Veganoo (CC).

Bild Wikipedia engl. von Veganoo (CC).

In den USA ist Rejuvelac relativ bekannt. Man lässt Körner wie Quinoa, Gerste, Hirse, Buchweizen oder Reis keimen oder nimmt frische Keimlinge. Bei Raumtemperatur belässt man diese während zwei Tagen in sauberem Wasser. Die Keimlinge kompostiert man danach und benutzt nur die trinkfertige Flüssigkeit. Mit dieser lässt sich eine weitere Menge während 24 Stunden erreichen, jedoch nur ein Mal, da es sonst verdirbt.

In Rumänien ist es als Borș (engl.) aus Weizenkleie bekannt. In anderen osteuropäischen Staaten ist Borschtsch eine rohe oder gekochte Suppe, mit oder ohne Naturgärung mit Rote Bete. Es gibt eine grosse Liste von Produkten mit spontaner Gärung (und geführter) in Englisch. Nur wenige davon sind roh und ohne Milch oder Soja. List of fermented foods. Siehe z.B. Kombucha. Marinieren oder Einlegen sind Formen der Konservierung.

Die vorgestellte Methode erscheint mir für unseren Zweck besser. Nach einer Antibiotikabehandlung oder für diese Kur wären Laktobakterien von Vorteil. Sie sind einfach zu züchten:

"Kohl ist ein Gemüse, auf dem es nur so von Laktobakterien wimmelt. Um Kohl-Rejuvelac anzusetzen und die Gärung auszulösen, brauchen Sie keinen Starter. Zu Beginn mixen Sie an einem Morgen 1 ¾ Tassen destilliertes oder gereinigtes Wasser mit 3 Tassen grob geschnittenem, locker liegendem frischen Kohl und 1/8 Teelöffel granuliertem, getrocknetem Knoblauch zusammen."

"Stellen Sie den Mixer zuerst auf die niedrigste Geschwindigkeit, gehen Sie dann auf die höchste Stufe, und mixen Sie das Ganze etwas länger als 30 Sekunden! Dann giessen Sie die Mischung in ein grösseres Gefäss, decken es zu und lassen alles bei Zimmertemperatur drei Tage lang stehen. Danach können Sie das flüssige Rejuvelac abgiessen." [249-146]

Zumindest in der Schweiz ist an den meisten Orten Hahnenwasser verwendbar. Falls es einer Chlorierung unterlag, sollten sie es zur Sicherheit während 30 Minuten kochen, damit allfällige Chlorrückstände entweichen oder Bakterien vernichtet sind. Nicht kohlensäurehaltiges Mineralwasser wäre eine Alternative dazu.

Danach fabrizieren Sie Ihr Rejuvelac (engl.) innert 24 Stunden: 1 ½ Tassen Wasser plus 1 ½ Tassen fertiges Rejuvelac gut mischen und dem Kohl beigeben. Allerdings sollten Sie hin und wieder mit einer frischen Sequenz (48 Stunden) beginnen, um Fehlgärungen zu vermeiden.

Gutes Rejuvelac schmeckt zart säuerlich, ein Geschmack, der zwischen Mineralwasser und Joghurtmolke liegt, schreibt Gray. Schlechtes Rejuvelac schmeckt und riecht etwas faulig (wie alter Käse) und sollten Sie nicht trinken. Rejuvelac sollten Sie innert 24 Stunden trinken und ansonsten weggiessen. Chloriertes Leitungswasser eignet sich weder für die Herstellung von Rejuvelac noch für Darmeinläufe.

7.8 Theorie und Praxis

Wenn Sie meine Texte über die Darmreinigung kennen, sind Sie entweder überzeugt von einer Methode oder Sie sagen sich: "Für was eigentlich der ganze Zauber? Ich fange doch einfach mit Rohkost an." Von einem Internisten ist diese Antwort zu erwarten: "Vor einer Darmoperation reinigt man den Darm innert drei Tagen - ich habe schon viele Dickdärme von innen gesehen und die sind dann sauber."

Ich selbst führte bei der ersten Umstellung ohne Kenntnis der "Notwendigkeit" einer Darmreinigung per Zufall für gut 10 Tage ein reines Saftfasten durch. Das tat seinen Dienst. Allerdings entwickelte ich danach einen Brotersatz für das Frühstück, das viel Früchte enthaltende Erb-Müesli. Schon davor ass ich mässig.

Meinen Dickdarm sah ich anlässlich einer Darmspiegelung von innen. Ganz wenige andere Partikel im schön rosa gefärbten Darm waren zu erkennen. Wohl verstehe ich das unangenehme und kurze Prozedere um zu einem gereinigten Darm zu kommen, nicht aber das langwierige, dafür vielleicht angenehme Verfahren von Gray - wenn nicht da noch etwas wäre.

1978 fand man bei mir im Dickdarm schwarze Stellen und formulierte das im Bericht so: "Das Zökum zeigt eine pseudomelanotische Verfärbung (schmutzig braune Tigerung), obwohl der Patient angibt, nie Laxantien genommen zu haben." Solche Stellen kämen bei Personen öfters vor, eine Erklärung dafür gäbe es nicht. Das würde aber bedeuten, dass die Nervenzellen Impulse nicht oder schlecht weiterleiten. In einem solchen Fall solle man Knoblauch, Zwiebel und Kohlarten bzw. rechtsdrehenden Zucker (ist "4er bis 7er-Zucker") eher meiden.

Auch ist vorstellbar, dass Personen mit einem schlechteren Essverhalten, das auch zu Dickleibigkeit führt, einen Darm aufweisen, wie ihn Darmreinigungsbücher beschreiben. Dann gilt es wirklich durch Darmreinigung den Darm wieder zu seiner gesunden Funktion zu bringen. Das reduziert auch den Bauchumfang. Erst so gesehen stimmt für mich die lange Prozedur.

Noch etwas: Das saure Milieu im Magen dient zwei Zwecken. Der eine ist das Herauslösen der durch Säure löslichen Stoffe, der andere das Abtöten von Mikroorganismen. Damit tötet die Magensäure auch die Laktobakterien bei der Magenpassage.

Die Industrie entwickelte dazu magenresistente Kapseln, die erwünschte Mikroorganismen erst im Darm freisetzen. Nun behaupten Autoren wie Gray, dass es sich dabei um tote Mikroorganismen handelt. Diese Gegensätze klärte ich noch nicht vollständig, sondern stiess auch schulmedizinisch auf widersprüchliche Meinungen.

Viktorus Kulvinskas, gemäss Ann Wigmore ein bekannter Enzymforscher, sagt beispielsweise, dass die Magensäure Mikroorganismen nur deaktiviert und sie sich im Dünndarm wieder aktivieren. Für mich ist klar: Die Natur sorgte schon immer dafür, dass sich im Darm des Menschen eine starke Flora von Mikroorganismen etabliert. Eine Magenpassage ist grundsätzlich möglich.

Das Trinken eines Getränks mit Mikroorganismen in grösserer Menge auf leeren Magen bietet dazu eine grosse Chance. Ein leerer Magen lässt ein zuckerfreies Getränk rasch passieren und dieses verändert durch die Menge kaum den pH-Wert. Auch fehlt der Reflex und die Amylase durch das Kauen.

Auch ist ein anderer Weg vorstellbar: Man isst mit wenig Kauleistung grössere Gemüsestücke, die sowieso Mikroorganismen enthalten oder reichert diese davor sogar an. Warum also ist bei der Herstellung von Rejuvelac nicht erwähnt, die Kohlteile ebenfalls zu essen?

7.8.1 Enzyme und Rohkost

Enzyme sind als Katalysatoren an allen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Ohne Enzyme (über die Stufen Peptide, Polypeptide aus Aminosäuren zusammengesetzt) verwertet Ihr Verdauungssystem Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe kaum. Enzyme in unseren Lebensmitteln sind um ein vielfaches temperaturempfindlicher als z.B. Vitamine. Licht und Sauerstoff zerstören und inaktivieren sie ebenso. Was nützen also Vitaminpillen ohne die notwendigen Enzyme? [224-12].

Teler mit buntem Bohnensalat, Bild Wikipedia, Hülsenfrüchte von Paul Goyette unter Creative Commons

Teller mit buntem Bohnensalat. Das kann zu Völlegefühl und Blähungen führen.

Bild Wikipedia unter Hülsenfrüchte, Paul Goyette unter CC.

Für gekochte Hülsenfrüchte fehlen der menschlichen Darmschleimhaut Enzyme zur sehr komplizierten Aufspaltung der Oligosaccharide. Oligosaccharide sind mittel- bis langkettige Zucker. Viele Kohlenhydrate bleiben im Darm und nur Bakterien und Pilze spalten weiter auf. Dieser Abbau führt zur Bildung von Kohlensäure, Wasserstoff und Methan. Völlegefühl, Unwohlsein oder Blähungen sind möglich.

Ein Keimvorgang bei Hülsenfrüchten wie Linsen, Mungobohnen oder Kichererbsen verwandelt die fast unverdaulichen Oligosaccharide zu verdaulichen Monosacchariden. Keimen aktiviert Leben, Kochen zerstört Leben. [224-14].

7.8.2 Wann ist die Umstellung beendet?

Ich teile die Umstellung in drei Phasen: Adaption (Anpassung) der Verdauung, Adaption des Geschmackssinns, Adaption des Körpers. Natürlich kommt es sehr darauf an, wie Sie die Umstellung in Angriff nehmen. Beim Vorliegen einer ernsthaften Krankheit würde ich den Körper eine direkte und hundertprozentige Umstellung "spüren lassen". Wenn Sie sich mehr wegen Ihrer Einsicht umstellen, dann lässt sich eine Umstellung auch einschleichen. Sie verzichten zuerst lediglich auf "schlechte Stoffe".

Darunter verstehe ich "Kunstprodukte" wie Kaffee, Schokolade, Süsswaren, gekochtes Fleisch, Gebratenes, Gegrilltes, Gratiniertes etc. Vorerst dämpfen Sie noch Ihr Gemüse, essen evtl. geschwellte Kartoffeln, verzichten aber auf Brot und Backwaren. Als Ersatz für Brot dient das Erb-Müesli. Vielleicht verzichten Sie im Lauf der Zeit sogar auf alle tierischen Produkte. Sie reinigen Ihren Darm nach einer der besprochenen Methoden. Danach stellen Sie sich komplett auf Rohkost um.

Erst jetzt beginnt die Adaption der Verdauung. Diese ist z.B. mit rohem Sauerkraut gut unterstützbar. Das führt dem Darm den wichtigen Lactobazillus bifidus zu. Diese "Pflanzenbakterie" gibt es auch in magenresistenten Tabletten zum Einnehmen. Wie wichtig eine gute Darmflora ist, wissen die wenigsten Menschen. Verschiedene Autoren sehen z.B. die immer häufiger auftretende Hautkrankheit Neurodermitis (atopisches Ekzem, nicht Pellagra) als gestörte Darmflora und damit Mangel an Vitamin B-Komplexen [neurodermitis ch].

Amazon.de führt (2001) alleine für Heilungsempfehlungen (meist über die Ernährung) 25 Buchtitel über diese Krankheit. In seltenen Fällen führt auch Amalgam zum entsprechenden Vitaminmangel. Milch und Zucker bilden hauptsächlich die primäre Ursache.

Natürliche Ernährung mit Guacamole Dip in einem "Whole Foods Markets", USA, Frühling 2013.

Rohes Essen, fertig im Angebot mit Guacamole Dip, Whole Foods Market, USA.

Ich kann selbst zubereitete Guacamole sehr empfehlen, denn damit ist rohes Essen eher ein Genuss. Die Zubereitung ist ganz unterschiedlich möglich und einfach.
Eigenes Foto, Frühling 2013.

Die erste Umstellungsphase ist manchmal hart, besonders wenn Angehörige Kochkost beibehalten. Nur wenn man die ersten zwei Wochen eisern durchhält, verblassen die Gelüste - z.B. nach Süssem und es entsteht nicht mehr ein Heisshunger. Langsam entwöhnt sich der Geruchssinn und die rohen Gemüse und Früchte bekommen immer mehr Geschmack. Besonders bei den Gemüsen ergeben Karotten, Rote Bete (Rote Beete, Randen), Sellerie, Knollensellerie, Endivie, Broccoli, Tomaten, Chicorée (Schikoree, Brüsseler Salat) etc. ganz verschiedene Geschmacksreize.

7.8.3 Bei unüberwindbaren Schwierigkeiten

Die Anpassung des Geschmackssinns kann drei Monate dauern (siehe die Buchbesprechung über Salt Sugar Fat bezüglich Salz). Schliesslich entstehen positive Veränderungen am Körper, die Sport und Bewegung zusätzlich fördern. Wenn Sie Bilder mit "vorher" und "nachher" ansehen, wissen Sie, was ich damit meine.

Mit veganer Rohkost lässt sich fast "schlemmen", besonders bei Betonung auf Gemüse. Als noch nicht Rohköstler ist das für Sie kaum vorstellbar, das weiss ich. Bitte fotografieren Sie sich vor Ihrer Umstellung und ein halbes Jahr nach der Umstellung. Dazu verwenden sie nur Badehose oder Badekleid oder Unterwäsche und nehmen die gleiche Stellung ein.

Nach einem halben Jahr erreichen Sie Ihr neues Gewicht, falls Sie weniger als zehn Kilo zu viel aufweisen. Die weitere Gewichtsabnahme hängt von Ihrem derzeitigen BMI ab. Erfahrungsberichte, möglichst mit Bildern, würden mich freuen - besonders wenn ich sie veröffentlichen darf. Bitte aber um möglichst viele Daten, die anderen Menschen auf dem Weg helfen. Benutzen Sie bitte den Kommentar (evtl. "intern"). Danke.

Risikofaktoren für Krebs, Wikipedia, Krebspraeventation, Tabelle April 2014.

Sie lesen die Tabelle durch Klick darauf - und erkennen die grossen Risiken des Rauchens und der falschen Ernährung. Alles andere zusammen macht nur noch 20 % aus!

Tabelle Wikipedia unter Krebsprävention.

Falls Sie das aber alles nicht schaffen, dann beginnen Sie wenigstens das Frühstück roh zu nehmen, indem Sie das Erb-Müesli (Erb-Muesli) ausprobieren. Mittags essen Sie z.B. Früchte, Beeren und Nüsse aller Art. Eine Zwischenmahlzeit kann aus Äpfeln bestehen. Für das Abendessen dämpfen Sie gut gewürztes Gemüse und verzichten auf Teigwaren. Statt Kartoffeln nehmen Sie möglichst natürlichen Reis, falls Sie oder Ihre Familie nicht mit Gemüse alleine auskommen. Allenfalls hilft Avocado für die Sättigung. Kost ohne tierische Inhaltsstoffe bringt nicht so die oben geschilderten Probleme bei Abwechslung zwischen Rohkost und leichter Kochkost. Probieren Sie für den Abend doch zuerst verschiedenes Gemüse roh wie Karotte, Tomate, Sellerie etc. mit selbst zubereiteter Guacamole, ein Avocado-Dip. Essen Sie das Abendessen so früh als möglich und danach nichts mehr.

7.8.4 Krebsprävention

Hier ein paar Begründungen zum veganen Weg aus dem Wikipedia-Beitrag Krebsprävention:

"Einige der Maßnahmen beziehungsweise Verhaltensregeln sind wissenschaftlich durch eine Vielzahl von epidemiologischen und retrospektiven Studien in ihrer Wirksamkeit bewiesen. ... Etwa die Hälfte aller Krebserkrankungen ließe sich Schätzungen zufolge alleine durch die Art und Weise der Lebensführung (Lifestyle) vermeiden. ... Von der Krebsvorbeugung ist die Krebsvorsorge (auch: Krebsfrüherkennung) abzugrenzen. ...

Die Vermeidung der Exposition mit Karzinogenen ist einer der Hauptansatzpunkte zur Krebsprävention. Ein anderer ist die Aufnahme von kanzeroprotektiven (krebsschützenden) Nahrungsmitteln beziehungsweise Nahrungsergänzungsmitteln. Durch Impfungen gegen bestimmte Viren (Hepatitis B und Humane Papillomviren) lässt sich das Risiko für einige Krebserkrankungen nachweislich deutlich herabsetzen.

Der Europäische Kodex gegen den Krebs führt in seiner dritten Fassung von 2003 folgende sieben Punkte aus dem Bereich der Lebensführung auf.

  1. Verzicht auf Tabakkonsum und wenn der Verzicht nicht möglich ist, Verzicht des Rauchens in Gegenwart von Nichtrauchern
  2. Vermeidung der Fettleibigkeit
  3. tägliche körperliche Bewegung
  4. der verstärkte Verzehr von Obst und Gemüse mindestens fünfmal am Tag und die Reduzierung der Aufnahme von tierischen Fetten
  5. die Begrenzung des Alkoholkonsums auf zwei Getränke pro Tag für Männer und eines für Frauen.
  6. Vermeidung exzessiver Sonnenexposition speziell bei Kindern und Jugendlichen
  7. strikte Einhaltung der Vorschriften für den Umgang mit krebserregenden, beziehungsweise potenziell krebserregenden, Substanzen.

Für einige Lebensmittel wird eine ‚wahrscheinlich kanzeroprotektive‘ Wirkung (probable) gesehen. Dazu gehören:

Der World Cancer Research Fund (WCRF) nennt neun weitere Lebensmittel, beziehungsweise Lebensmittelgruppen, mit einer möglichen kanzeroprotektiven Wirkung (limited suggestive).

Naturspargeln sind roh gut, hier sind sie nicht roh, die Bio-Gurken im Essigaufguss wohl auch nicht.

Naturspargeln sind roh gut geniessbar, wenn nicht zu gross. Hier sind sie nicht roh, die Bio-Gurken im Essigaufguss wohl auch nicht. Trotzdem entfaltet diese Art von Nahrung die schützenden Wirkungen, wenn auch nicht so effektiv wie bei Rohkost.

Eigenes Bild.

In der in zehn europäischen Ländern durchgeführten EPIC-Studie werden seit 1992 die Essgewohnheiten, Körpergewicht, -größe und Körper-Fettverteilung von über 519.000 – zu Beginn der Studie gesunden – Teilnehmern statistisch erfasst (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition).

  • Eine erhöhte Ballaststoffaufnahme senkt das Risiko an Dickdarmkrebs zu erkranken. Schon eine Erhöhung der täglichen Ballaststoffmenge von 15 auf 35 g senkt dabei das Risiko um 40 %.
  • Ein hoher Fleischkonsum (rotes Fleisch) erhöht das Darmkrebsrisiko, während Fischkonsum dieses Risiko deutlich senkt. Je 100 g verzehrtem roten Fleisch steigt das Darmkrebsrisiko um 49 %. Im Fall von Wurst steigt es sogar um 70 % an. Im Gegensatz dazu wird durch den Verzehr von 100 g Fisch das Risiko für diese Erkrankung halbiert.
  • Je 80 g Obst und Gemüse täglich reduzieren das Risiko für Mund-, Rachen-, Kehlkopf- oder Speiseröhrenkrebs um 9 %. Dieser Effekt hält bis zu einem Schwellwert von 300 g pro Tag an. Größere Mengen können das Erkrankungsrisiko vermutlich nicht noch weiter absenken.
  • Der verstärkte Verzehr von Butter, Margarine, verarbeitetem Fleisch und Fisch, in Kombination mit einem geringen Konsum von Brot und Fruchtsäften, erhöht das Risiko für Brustkrebs.

Einige sekundäre Pflanzenstoffe greifen nach ihrem Verzehr unmittelbar auf positive Weise in die Karzinogenese (Tumorentwicklung) ein:

Gemüse in einem USA Supermarkt, Wikipedia von Liz West.

Gemüse im Regal eines Supermarktes in den USA. Achten Sie bei Ihren Einkäufen auf die Inhalte der Einkaufswagen. Da gibt es manchmal ganz interessante Gegensätze.

Bild Wikipedia, engl. Vegetable, von Liz West.

Verzicht auf Tabakkonsum und Vermeidung von Alkohol wirkt Wunder. Darum zeige ich hier die ganzen Zitate aus Wikipedia:

  1. "Statistisch gesehen sind 25 bis 30 % aller durch Krebs hervorgerufenen Todesfälle in entwickelten Ländern auf langjähriges Tabakrauchen zurückzuführen. Zwischen 87 und 91 % aller Lungenkrebserkrankungen bei Männern und zwischen 57 und 86 % bei Frauen werden durch das Rauchen von Zigaretten verursacht. Die Zusammenhänge zwischen Rauchen und Lungenkrebs sind – nicht zuletzt durch entsprechende Warnhinweise auf den Verpackungen für Tabakprodukte – inzwischen allgemein bekannt. Für eine Reihe anderer Krebserkrankungen, wie beispielsweise der Gruppe der Kopf-Hals-Karzinome (Mundhöhlenkarzinom, Nasenrachenkrebs, Mundrachenkrebs, Schlundrachenkrebs, Kehlkopfkrebs und Luftröhrenkrebs) ist der Zusammenhang zwischen Rauchen und entsprechender Krebserkrankung ebenfalls zweifelsfrei belegt. Bei Brustkrebs zeigen epidemiologische Daten, dass das Risiko einer Erkrankung durch Rauchen um etwa 30 % gesteigert wird. Auch beim kolorektalen Karzinom („Darmkrebs“) erhöht langjähriger Tabakkonsum das Erkrankungsrisiko signifikant.
  2. Über die Wechselwirkung von regelmäßigem Alkoholkonsum und der Erhöhung des Risikos einer Krebserkrankung liegen viele Studien vor, die einen eindeutigen Zusammenhang aufzeigen. Bei Brustkrebs liegt die Schwelle, ab der der Alkoholkonsum ein signifikant höheres Erkrankungsrisiko bewirkt, unterhalb von ein bis zwei alkoholischen Getränken pro Tag. Das Risiko erhöht sich vor allem für estrogenrezeptorpositive (ER+) Tumoren. Die Art des Getränkes, ob Bier, Wein oder Spirituose spielt dabei, wie auch die Farbe des Weines, keine Rolle. Das Risiko steigt dabei in einer dosisabhängigen Weise. Täglich 15 bis 30 g Alkohol, was etwa ein bis zwei alkoholischen Getränken entspricht, erhöhen das Risiko um den Faktor 1,33 (=33 %, das Konfidenzintervall für 95 % Wahrscheinlichkeit liegt bei 1,01 bis 1,71). Das Risiko steigt dabei dosisabhängig: einmal wöchentlich erhöht das Risiko um 2 % pro Drink und Wochenendkonsum um 4 %. Exzessives Trinken mit vier bis fünf Drinks pro Tag steigert das Risiko um 55 %".

Das ist der Stand April 2014 zum Thema Krebsprävention bei Wikipedia - nun auch in deutscher Sprache so deutlich! In der Regenbogenpresse bzw. den Boulevardzeitschriften und den Medien dominiert noch immer gut verpackte Reklame als Meinungsmacher. So vernehmen Sie die Märchen vom guten Rotwein (statt Trauben) als Grund für die Gesundheit der mediterranen Kost, die gar nicht gesünder ist. Man beobachtet dabei einfach mehr andere Todesfälle statt Herz-Kreislaufprobleme.

Auf Ihre Frage: "Wie mit Rohkost beginnen?" oder "Wie isst man Rohkost" oder "Wie kann ich Rohkost zubereiten" haben Sie wohl ein Rezeptbuch gesucht. Kürzlich hat mir ein emeritierter Professor Dr. med. aus München ein schönes neues Rezeptbüchlein als Dankeschön gesandt, das ich Ihnen gerne empfehle: Rohvegan, mein 4-Wochen-Selbstversuch von Claudia Renner ist 2014 erschienen. Ich finde das Buch mit 170 Seiten und vielen ganz unterschiedlichen Rohkost-Rezepten ausserordentlich gut und einfach zu lesen und zu befolgen. Zudem sind dort weitere Rezeptbücher aufgeführt.

Missing Square Puzzle - Lösung als animiertes GIF, von Fibonacci unter CC. bei Wikipedia

Auflösung: Anders angeordnet, bei anscheinend gleichen Massen des Gesamtdreiecks schaffen Platz durch wenig anderen Verlauf der Hypotenuse. Die kleinen Dreiecke weisen einen leicht anderen Winkel auf. Die Täuschung ist am Ende des Aufbaus erkennbar. Bild Fibonacci.

 


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Autor
Ernst Erb, Schweiz
Mein Lebenslauf hat mich motiviert, die "Stiftung G+E, Gesundheit und Ernährung" zu gründen. Im Beitrag "Schicksalsschläge, tödliche Krankheit, Gesundheit, Leben!" schildere ich etwas davon. Ein ebenso wichtiger Punkt bildet die Erfahrung aus dem Aufbau von Radiomuseum.org: Es bekommen zu viele Männer bereits ab Alter 65 schwerwiegende Krankheiten. Das gilt sicher auch für Frauen - und ganz allgemein altern wir zu rasch. So lange wie möglich zu leben ist nicht das Ziel, sondern so aktiv, positiv und glücklich wie möglich. Der Weg des geringsten Widerstands führt nicht dazu. Ganz im Gegenteil: nur im Leid schafft man grössere persönliche Veränderungen. Im Alter von 41 Jahren brachte mich die Todesangst vor meinem Krebsleiden dazu, über mein Leben zu reflektieren und auch bezüglich Krankheit selbstverantwortlich zu handeln. Heute bin ich froh, dass ich durch sehr schwierige Lebensphasen gehen musste. Dadurch konnte ich meine Lebensführung so verändern, dass ich auch im achtzigsten Lebensjahr (2015) >60 Stunden pro Woche am PC arbeiten und dabei leistungsfähig bleiben kann. Es ist falsch, so viele Stunden sitzend zu verbringen (früher waren es mehr), doch versuche ich das durch Ausdauersportarten (schnelles Wandern, Bergwandern, seit 2014 auch durch Joggen) und leider nicht immer jeden Tag ausgeführte Übungen (7 Min Workout ab iPhone) auszugleichen. Ich darf aber annehmen, dass die langjährige (Pesci-)vegane Ernährung mit ca. 90% Rohkostanteil den Ausschlag für meine Gesundheit gibt. Leider sind es mit Sicherheit nicht meine Gene. Auch als Angestellter sah ich meine Arbeit nie als Job, sondern als Hobby, das mich interessierte. Als ich eigene (kleine) Firmen aufbaute, war mir das Wohlergehen der Mitarbeiter besonders wichtig. Erfolg oder Misserfolg hing zu einem grossen Teil von ihnen ab. Es war nie mein Ziel, reich zu werden, sondern etwas individuell und intelligent aufzubauen, so dass es vielleicht Erfolg haben kann. Trotzdem kann ich es mir nun erlauben, mit meiner Erfahrung und meinen Möglichkeiten etwas aufzubauen, das interessierten Menschen zugut kommen kann. Zum Glück geben mir auch junge Menschen, die an "diet-health.info" mitarbeiten, das Gefühl echter Teamarbeit. Einige arbeiten mit mir persönlich zusammen, wie ein Software-Entwickler neben einem Studium. Doch mit Skype und TeamViewer ist es möglich, mit geographisch weit verstreuten MitarbeiterInnen zu arbeiten, wie z.B. mit professionellen ÜbersetzerInnen. Selbst Professoren oder Ärzte beteiligen sich an diesem etwas speziellen Projekt, indem sie eigene Texte beisteuern. Unsere Themenbereiche erfassen eigentlich alles, was uns Menschen ausmacht: Gesundheit - Prinzipien/Allg. - Heilkunde - Ernährung - Produktion/Handel - Drogen - Aktivität - Lifestyle - Politik - Wellness - Natur - Umwelt - Persönlichkeit - Ethik - Soziales / Religion. Noch weiss ich nicht, ob "diet-health.info" mit diesem Versuch, den Menschen "nur" solide Zusammenhänge zu vermitteln, auch die notwendige Beachtung erhalten kann. Doch meine ich, dass es reflektierende Menschen gibt, die Zusammenhänge verstehen wollen, statt jedem Modetrend lemmingehaft nachzugehen oder sich zu einem leicht begehbaren Weg (ver-)führen zu lassen. Ob die auch die notwendige Aufmerksamkeitsspanne und den Willen zum Lesen mitbringen? Jedenfalls fehlte mir eine solch umfassende Quelle, die mir ungefärbte Antworten auf wichtigste Fragen geben kann. Deshalb versuche ich diesen "vorher vergeblich gesuchten Hafen" aufzubauen. Hoffentlich habe ich auch die Zeit und Kraft dazu.

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Publikation

05.07.03 21:06

Geändert am

30.10.15 14:49

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